09.12.2020 - 09:30 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

100 Jahre alte Neustädter Hauskrippe durchs Museumsfenster sehen

In diesem Advent ist nichts wie gewohnt. Doch die Chefin des Neustädter Museum, Ursula Wiechert, hat eine tolle Idee: „Wenn die Besucher schon nicht ins Museum dürfen, dann bereiten wir ihnen anderweitig eine Freude.“

Ursula Wiechert hat mit viel Mühe und Zeitaufwand die über 100 Jahre alte Hauskrippe im Museum aufgebaut. Sie ist durch ein Fenster zu betrachten
von KRBProfil

Gesagt, getan. Durch das Fenster im Durchgang des Neustädter Museums kann nun bis ins neue Jahr die über 100 Jahre alte „Fritschnickl-Krippe“ bewundert werden. Eine Neustädter Hauskrippe, die einst der Familie Müller gehörte.

Viele Neustädter kannten Willi Müller aus der Knorrstraße. Er war nicht nur ein BRK-Urgestein, sondern auch geschickter Handwerker und Künstler. Im letzten Jahr ist er verstorben und sogleich stellte sich die Frage: Was passiert mit der großen Hauskrippe? Durch Vermittlung von Peter Neuber nahm Ursula Wiechert Kontakt mit der Tochter Waltraud Müller auf und diese stellte sie gerne dem Museum der Stadt Neustadt zur Verfügung. So kam also eine der größten alten Neustädter Hauskrippen in den Besitz des Stadtmuseums.

Im Spätsommer wurde nun überlegt, wie man diese große Krippe am Besten ausstellen könnte. Dabei kam die Idee, sie in den geplanten Krippenweg am Neustädter Stadtplatz mit einzubinden. „Sie sollte in einem großen Schaufenster präsentiert werden“, so Wiechert. Doch dann kam es wieder einmal anders als gedacht. Corona brachte alles durcheinander und Wiechert entschloss sich, einen Großteil der Krippe im Museum aufzubauen, damit sie zumindest durch das Fenster bewundert werden kann.

Viele Stunden Kleinstarbeit investierte Wiechert in das Arrangement, das zu einem wahren Schmuckstück geworden ist. Über eine Zeitschaltuhr wird die Beleuchtung ein- und ausgeschaltet.

Im Fenster gegenüber steht ein Schwibbogen mit Neustädter Motiven, ebenfalls beleuchtet.

Die Krippe und der Schwippbogen sollen ein kleiner Ersatz dafür sein, dass ein Besuch des Neustädter Stadtmuseums zu Weihnachten in diesem Jahr leider nicht möglich ist.Gleichzeitig soll diese Krippe wieder einmal zeigen, über welche Schätze das Neustädter Stadtmuseum verfügt und was alles liebevoll gepflegt und aufgehoben wird. Ursula Wiechert konnte auch orientalisch anmutende Gebäude mit aufbauen, doch leider findet sich im Museum nicht der notwendige Platz, um die gesamte "Fritschnickl-Krippe" zu gestalten. „Irgendwo musste ich auch einen Kompromiss schließen. Doch das was zu sehen ist, auf das können wir sehr stolz sein.“

Ein Schulbus brennt nahe Vohenstrauß komplett aus

Die Krippe ist wie eine weitläufige Landschaft.
Info:

Die Fritschnickl-Krippe

  • Landwirt und Fluraufseher Ludwig Bauer (Hausname „Fritschnickl“) hat jedes Jahr in seiner Wohnstube die Weihnachtskrippe aufgebaut. Diese konnte man besichtigen und das Weihnachtsgeschehen von der Geburt Jesu bis zur Hochzeit von Kanaan in der Fröschau verfolgen.
  • Tochter Maria und ihr Mann Willi haben die Krippe dann übernommen und über Jahrzehnte hindurch sorgsam erhalten und gepflegt. Sie erhielt einen Ehrenplatz in der Knorrstraße 17.
  • Vorne wird die über 100 Jahre alte Krippe von einem Lattenzaun abgegrenzt. Dahinter breitet sich eine Berglandschaft aus, in deren Mittelpunkt der offene Stall steht.
  • Zwei kunstvoll gestaltete Wege führen über eine steinige Anhöhe, Brücken, Stege und Treppen hinauf zum „Tempelberg“. Dieser Berg ist mit Fichtenrinde versehen und teilweise mit Silberbronze angestrichen. Sogar eine Zwergenhöhle ist in die Felswand mit eingebaut, aus der diese kleinen Wichte hervorschauen.
Die große Hauskrippe ist durchs Fenster gut zu sehen.
Im Fenster gegenüber steht dieser Schwibbogen mit Neustädter Motiven.

 

 

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