13.04.2021 - 10:16 Uhr
Neustadt am KulmOberpfalz

60 Jahre Obst- und Gartenbauverein Neustadt am Kulm: Ein Blumenteppich zum Jubiläum

Am 14. März hatte der OGV Geburtstag. Seit nunmehr 60 Jahren ist der aktive Verein aus dem gesellschaftlichen Leben von Neustadt am Kulm nicht mehr wegzudenken.

von Autor OWProfil

Bürgermeister Jean Bilsheim lud am 14. März 1961 auf Anregung einiger Obstbauern zur Gründungsversammlung eines Obst- und Gartenbauvereins ins Gasthaus Schindler in Neustadt am Kulm. 50 Frauen und Männer schrieben sich damals als Mitglieder ein. Einzig Hans Künneth, damals erster Kassier, ist heute noch übrig und weiterhin dem Verein treu. Erster Vorsitzender war damals Hauptlehrer Max Scharff, sein Stellvertreter war Anton Lukasch. Schriftführer war Hans Hübner.

Zur Versammlung waren auch Gäste aus der damaligen Kreisstadt Eschenbach gekommen. Landrat Josef Decker stellte in seinem Grußwort fest, dass Neustadt sehr schöne Gärten habe und in diesem Fall beste Voraussetzungen für den Obstbau gegeben seien. Kreisfachberater Alfred Fischer empfahl in seiner Ansprache den anwesenden Obstbauern auf alte Sorten zu verzichten und nur solche zu pflanzen, die sich auf dem Markt bewährt haben. Bevorzugt wurden nur mehr Busch- und Spindelbuschbäume, bei denen das Ernten leichter sei. Kreisvorsitzender Hans Scherm bezeichnete es als einen besonders günstigen Umstand, dass sich in der Kulmstadt gerade Lehrer so stark für den Obstbau interessieren. Ihre Aufgabe sei es, die Schüler auch für eine aktive Landschaftsgestaltung zu motivieren.

Seitdem hat sich viel geändert. Obstanbau steht in Neustadt am Kulm nicht mehr an erster Stelle. Im Verein steht mittlerweile der Gartenbau im Vordergrund. Das beweisen die Anpflanzungen im Gemeindegebiet, wie beim Feuerwehrgerätehaus, Kindergarten, Schulgarten und verschiedene Streuobstwiesen. Im Vereinsleben der Stadt spielt der OGV mit inzwischen 125 Mitgliedern eine wichtige Rolle.

So bringen sich die Gartler auch seit vielen Jahren aktiv beim Bürgerfest ein. Der gesamte Reinerlös wird dabei dem Stadtverband gespendet. Im Jahresverlauf bietet der Verein den Mitgliedern stets ein umfangreiches Programm an. Tagesausflüge, Vorträge, Schnittkurse und Wanderungen gehören zum Standardangebot. Weit über die Stadtgrenzen hinaus ist der Neustädter Verein inzwischen mit dem Almabtrieb der Ziegen vom Kleinen Kulm bekannt. Der erste Abtrieb im Jahre 2011 war gleich ein Volltreffer. In den folgenden Jahren strömten jeweils am ersten Sonntag im Oktober tausende Besucher zu den Kulmen, um den Rummel um die lebenden Rasermäher zu erleben.

Ebenfalls vor zehn Jahren beschloss die damalige Vorstandschaft unter Leitung von Vorsitzenden Edwin Pscherer die Jugendgruppe "Stachelige Kulmkids" zu gründen. Seitdem kümmert sich der Verein verstärkt um Kinder und Jugendliche und bietet ihnen Freizeitveranstaltungen rund um die Natur an.

Zum Feiern des 60-jährigen Jubiläums kommen die Neustädter Gartler 2021 wohl nicht. Corona hat alle Pläne über den Haufen geworfen. Vorsitzender André Dietrich erklärte, dass höchstwahrscheinlich auch der Almabtrieb im Oktober wieder ausfallen muss. Trotzdem will man an das Vereinsjubiläum erinnern. Deshalb pflanzten einige Mitglieder die Blumenrampe am Stadtrand nahe der Abzweigung nach Filchendorf neu. 400 gelbe und 80 blaue Stiefmütterchen begrüßen jetzt die Autofahrer, die aus Richtung Eschenbach nach Neustadt am Kulm fahren. In der Mitte der Pflanzung macht ein großer Schriftzug auf das Jubiläum des Obst- und Gartenbauvereins aufmerksam.

Alte Obstsorten für den "Kulmblick"

Neustadt am Kulm
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