19.04.2021 - 15:59 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Zu viel Kritik: Neunburger Schnelltest-Aktion für Vereine abgesagt

Aus der für 24. und 25. April in Neunburg geplanten Corona-Schnelltest-Challenge für Vereine wird nichts: Kritik an der Aktion hat die Organisatoren noch am Sonntag zur Absage veranlasst.

Ein Abstrich für einen Schnelltest zur Erkennung des Coronavirus wird genommen. Eine in Neunburg geplante Schnelltest-Aktion für Vereine müssen Stadt, BRK und Wasserwacht nach Kritik wieder absagen.
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

In einer Pressemitteilung informierte Maximilian Lang, städtischer Gesundheitsbeauftragter und stellvertretender Leiter der Rotkreuz-Bereitschaft Neunburg, über die Absage der Schnelltest-Aktion für die Vereine. Diese war für 24. und 25. April vorgesehen gewesen, für die Organisation hatten sich die BRK-Bereitschaft und die Ortsgruppe der Wasserwacht bereiterklärt.

"Uns haben mehrere Rückmeldungen zur Schnelltest-Challenge nach der Veröffentlichung in den Medien erreicht", gab Lang zu verstehen. Auch Oberpfalz-Medien hatte über die Aktion, bei der Vereine Geldpreise hätten gewinnen können, berichtet. Das Feedback sei sowohl positiv als auch negativ ausgefallen. "Hauptkritikpunkt war, dass solch eine Aktion nicht in die derzeitige Phase der Pandemie passe", teilte Maximilian Lang auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien mit. Die Verantwortlichen bei BRK und Wasserwacht hätten sich mit den Rückmeldungen auseinandergesetzt.

Bericht über den Aufruf zur Teilnahme an der Vereins-Challenge

Neunburg vorm Wald

Auch die Resonanz der örtlichen Gruppierungen war offenbar nicht wie erhofft: "Das Feedback der Vereine und deren Mitglieder zeigt, dass die Aktion in dieser Form so nicht mitgetragen wird", heißt es weiter in der Pressemitteilung. Damit entfalle auch die Beteiligung der Stadt, die die Geldpreise als eine Art „Motivationsschub“ ausgelobt hatte und ohne deren finanzielle Unterstützung die beiden Hilfsorganisationen die Aktion nicht schultern hätten können. "Offensichtlich wurde dies auch missverstanden", schreibt Maximilian Lang.

In anderen Rückmeldungen seien die Test als "sinnlos" bezeichnet worden. Diese könnten andernorts besser Verwendung finden und sollten nicht "verschleudert" werden, übermittelte der Gesundheitsbeauftragte einen weiteren Einwand. "Wir bedauern sehr, dass dieses Aktionsangebot kritische Bemerkungen nach sich zieht", teilten die Organisatoren am Sonntag mit. Ziel wäre gewesen, die Mitglieder in den Vereinen zum regelmäßigen Testangebot zu sensibilisieren und Vorbehalte abzubauen. "Das Virus kommt nicht von allein zum Menschen, sondern der Mensch ist Hauptüberträger gerade auch, wo viele zusammenkommen."

Über regelmäßiges Testen sei es möglich, sogenannte Virusschläfer aufzudecken. "Nur so gelingt es uns gemeinsam in Kombination mit einer hohen Impfbeteiligung, die dritte Welle und die damit verbundenen hohen Infektionszahlen, die auch in unserer Region täglich aufschlagen, zu brechen." Mögliche Lockerungsschritte seien derzeit schon mit tagesaktuellen Tests verbunden. Die Stadt hätte dazu beigetragen, einen finanziellen Anreiz für die Vereinskasse zu geben. Doch nun hätten die vielen Meinungsverschiedenheiten dazu veranlasst, die geplante Test-Challenge abzusagen.

Gleichzeitig wird in der Pressemitteilung versichert, dass vor Ort der Einsatz zur Pandemie-Bekämpfung weitergehen wird: "Stadt, BRK-Bereitschaft und Wasserwachts-Ortsgruppe bleiben weiterhin mit außerordentlichem Engagement am Ball, um ihren Beitrag zum Brechen der dritten Infektionswelle zu leisten", unterstreicht Lang. Daher bleibe auch ein Großteil der eingeplanten Schnelltest-Termine vom 24. und 25. April bestehen und könne nun von allen Bürgern wie gehabt genutzt und gebucht werden.

"Hauptkritikpunkt war, dass eine solche Aktion nicht in die derzeitige Phase der Pandemie passe."

Maximilian Lang, Gesundheitsbeaufragter der Stadt Neunburg

Maximilian Lang, Gesundheitsbeaufragter der Stadt Neunburg

 

 

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