28.04.2021 - 16:44 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Oberpfälzer Hilfe in Kenia geht weiter: Pläne für Waisenhaus und Brunnen

Freude herrscht beim Oberpfälzer Hilfsprojekt "Strahlende Kinderaugen": An der Partnerschule in Kenia haben die ersten Schüler ihren Abschluss geschafft. Magdalena Schneider aus Neunburg erzählt, was die nächsten Projekte sind.

Im Jahr 2018 unterrichtete Magdalena Schneider (links) während eines Praktikums Kinder an der "Precious Hope School". Für die ersten Absolventen wird nun um Unterstützung auf dem weiteren Berufsweg gebeten.
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Seit 2014 setzt sich die Initiative "Strahlende Kinderaugen" aus Hemau (Landkreis Regensburg) für Bildung in Kenia ein. In Mtwapa, in der Nähe der Hauptstadt Mombasa, hatte sie im Jahr 2017 die "Precious Hope School" eröffnet. Im April haben dort die ersten Schüler ihren Abschluss geschafft. Wie es in einer Pressemitteilung heißt, absolvierten 23 Buben und Mädchen der achten Klasse ihre Prüfungen. "Nun haben sie einen staatlich anerkannten Schulabschluss", freut sich auch die 23-jährige Magdalena Schneider aus Neunburg. Die Studentin und angehende Referendarin hatte im Jahr 2018 ein sechswöchiges Praktikum an der Schule absolviert.

Hoffnung auf bessere Zukunft

Mit dem Zeugnis können sich die Jugendlichen nun Hoffnung auf eine bessere Zukunft machen. Denn ihr Leben prägt extreme Armut, es mangelt an ausreichender Ernährung und medizinischer Versorgung; auch Strom und fließendes Wasser fehlen meist. "Viele der Kinder wachsen mit Gewalt und traumatisierenden Situationen auf", schildert Magdalena Schneider. Die "Precious Hope School" nehme vorwiegend Kinder auf, die sonst keinerlei Chancen auf Bildung haben und eröffne den Buben und Mädchen eine Perspektive.

Einige der Kinder an der Schule wachsen ohne Eltern auf. Ihnen möchte sich die Initiative "Strahlende Kinderaugen Kenia" mit dem nächsten Projekt annehmen: den Bau eines Kinderheims direkt neben der Schule. Den Grundstein dafür hat Schulleiter Jairus Orangi gelegt: Als er in Fernseh und Radio das Projekt vorstellte, meldeten sich viele kenianische Interessenten und boten Sachspenden an. Mittlerweile konnte das benötigte Grundstück bereits erworben werden. "Wir sind allen Spendern unwahrscheinlich dankbar" bringt es Magdalena Schneider zum Ausdruck. Der Bau des Kinderheims ist noch für heuer geplant.

"Minto Children Home"

Platz finden sollen hier die Heranwachsenden aus dem "Minto Children Home", ein Waisenhaus in Mombasa, das ebenfalls von der Oberpfälzer Initiative unterstützt wird. Dessen Räumlichkeiten sind sehr beengt und veraltet. Es sollen aber auch Mädchen Schutz finden, denen eine Zwangsheirat droht oder die unter Gewalt leiden müssen. Ein weiteres Projekt hat die Wasserversorgung der Schule im Blick: In Zusammenarbeit mit dem kenianischen Staat soll versucht werden, einen Brunnen zu bohren.

Das Hilfsprojekt wird darüber hinaus auch weiterhin ein Auge auf die Schulabgänger haben. "Sie würden natürlich nun gerne eine Lehre machen, oder eine weiterführende Schule besuchen", erläutert Magdalena Schneider. Dies sei allerdings wieder mit Kosten verbunden, da in Kenia auch während der Ausbildung Schulgeld bezahlt werden müsse und es in der Lehre keinen Lohn gebe. Hier möchte das Team aus Deutschen und Kenianern den Absolventen zumindest für ein Jahr weiter zur Seite springen. Angestrebt ist, dass die Jugendlichen möglichst einfache Berufe erlernen – "sie sollen danach ein Handwerk können, um selbst Geld zu verdienen".

Spender gesucht

Weil diese zusätzliche Unterstützung finanziell eine große Herausforderung ist, bittet die Hilfsaktion um Unterstützung aus der Oberpfalz. Es werden 23 Personen und Familien gesucht, die monatlich zwischen 20 und 50 Euro spenden, um eine weiterführende Ausbildung zu ermöglichen. Das Geld soll auf das Konto der Hilfsaktion bei der Raiffeisenbank Oberpfälzer Jura – Hemau (Iban: DE33 7506 9061 0000 0399 77) überwiesen werden. "Wir brauchen 23 Spender, die 23 Kindern Hoffnung und Versorgung schenken", so eine Pressemitteilung von "Strahlende Kinderaugen".

Wer sich über die Arbeit der Hilfsaktion eingehender informieren möchte: Am Freitag, 30. April, berichtet das Team online über sein Engagement in dem ostafrikanischen Land. Dabei werden viele Bilder gezeigt, der kenianische Schulleiter Jairus Orangi wird live zugeschaltet sein, und die Ehrenamtlichen stehen für Fragen zur Verfügung. Die Anmeldung ist über die Homepage www.strahlende-kinderaugen-kenia.de unter dem Menüpunkt "Aktuelles" möglich.

Wie Corona das Oberpfälzer Hilfsprojekt ausbremste, ist hier zu lesen

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Weiterer Bericht über das HIlfsprojekt

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Weitere Informationen über das Hilfsprojekt

"Unsere Absolventen würden gerne eine Lehre machen, oder eine weiterführende Schule besuchen."

Magdalena Schneider

Magdalena Schneider

Hintergrund:

Hilfe und Selbsthilfe

  • Entstehung: Im Jahr 2013 entstehen erste Kontakte zum kenianischen Lehrer Jairus Orangi, der eine christliche Schule für die Ärmsten der Armen aufbauen will. Eine zunächst sporadische finanzielle Unterstützung, mündete 2015 in die Gründung eines deutschen Teams, um eine sichere Versorgung der Kinder zu ermöglichen.
  • Die Schule: Die "Precious Hope School" in Mtwapa wird von 280 Buben und Mädchen besucht. Dort bekommen sie täglich zwei Mahlzeiten. Die Essensversorgung ihrer Schützlinge hat das Team vor Ort auch wegen der coronabedingten Schulschließung in den vergangenen Monaten sichergestellt. Mittlerweile ist die Schule wieder geöffnet.
  • Spenden kommen an: Im vergangenen Jahr konnten, so eine Presseinfo der Hilfsaktion, 99 Prozent der Spenden direkt nach Kenia überwiesen werden. Das fehlende Prozent sei für Bankgebühren und Werbematerial verwendet worden.
  • Initiativen vor Ort: Um Spenden bemüht ist auch das kenianische Team von "Strahlende Kinderaugen". Darüber hinaus wird durch Gemüseanbau und -verkauf etwas von den Unkosten gedeckt. Die eigene Stromversorgung sichergestellt wurde jüngst mit der Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Schuldach.

 

 

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