07.05.2021 - 16:42 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Neunburger Stadtrat schiebt Solarparks einen Riegel vor

Photovoltaikanlagen sollen aufs Dach und nicht auf die grüne Wiese. Diesen Grundsatzbeschluss haben die Neunburger Stadträte am Donnerstag gefasst und damit gleich mal fünf Anträge für Solarparks vom Tisch gewischt.

Seit dem vergangenen Oktober ist die Photovoltaikanlage am Diendorfer Berg in Betrieb. Künftig möchte die Stadt Neunburg keine Solarparks auf der grünen Wiese mehr genehmigen.
von Redaktion ONETZProfil

Mit einem Grundsatzbeschluss hat der Neunburger Stadtrat fünf Anträge für Freiflächen-Photovotaikanlagen abgelehnt. In der Regel wird die Stadt Neunburg künftig in ihrem Gemeindegebiet keine weiteren solcher Anlagen mehr zulassen und keine Bauleitplanverfahren dafür einleiten. Hinter diesem Beschluss standen am Donnerstag die Bürgermeister und alle Fraktionen gleich zu Beginn der Sitzung in der Schwarzachtalhalle. 25 Zuhörer waren gekommen und verfolgten die Ablehnung von drei Freiflächenphotovoltaikanlagen und zwei Solarparks.

Im Vorfeld der Sitzung waren bei der Verwaltung Anträge mehrerer Vorhabenträger und Grundstückseigentümer eingegangen. Das Unternehmen Ostwind möchte bei Stetten eine Anlage mit zehn bis zwölf Megawatt bauen. Die Energiebauern beantragten ebenfalls bei Stetten den Betrieb für 3,5 Megawatt. Auf sieben Megawatt wird die Leistung des von der Unien GmbH beantragten Solarpark in Zeitlarn geschätzt. Die RF Ingenieurberatung GmbH steht hinter dem Vorhaben, bei Ebersdorf über 12,5 Megawatt aus Sonnenstrom erzeugen zu wollen und erneut die Energiebauern möchten ihre Anlage am Diendorfer Berg um 4,4 Megawatt erweitern.

Sämtliche Anträge wurden mit den gleichen Begründungen abgelehnt. Wie es in der Sitzung hieß, habe der Stadtrat den Sachverhalt umfassend bewertet und die verschiedenen Belange abgewogen. Im Hinblick darauf, dass bereits drei großflächige Freiflächenphotovoltaikanlagen im Gemeindegebiet vorhanden sind, sollen nun keine weiteren mehr zugelassen werden.

Dafür wurden folgende Gründe angegeben: Für die Landwirtschaft soll wertvoller Boden erhalten und geschont werden. Die Lebensräume von Flora und Fauna sollen geschützt, und das Landschafts- und Ortsbild nicht verunstaltet werden. Für den Tourismus sei das Landschaftsbild in der Urlaubsregion sehr wichtig, lautete eine der Begründungen für die Ablehnungen. Für die Siedlungsplanung müsse eine Abstimmung mit der Planung von Siedlungsflächen erfolgen, außerdem erfordere die Infrastruktur lange Einspeiseleitungen.

Zwar befürworte die Stadt Neunburg grundsätzlich den Ausbau von regenerativer Energie, doch Phovoltaikanlagen sollten bevorzugt auf bestehenden Dachflächen verwirklicht werden. Die getroffene Entscheidung für eine Großflächenanlage am Diendorfer Berg sei ein Experiment gewesen, das sich in der Praxis erst noch bewähren müsse. Es werde sich erst noch zeigen, ob es der Stadt Vorteile bringt, so die Einschätzung.

Wie Bürgermeister Martin Birner informierte, werden allein innerhalb des Stadtgebietes aktuell etwa 30 000 Megawatt durch erneuerbare Energien erzeugt, davon alleine 27 000 Megawatt durch Photovoltaikanlagen. Den Rest liefern Wind, Biomasse und Wasserkraft ans Stromnetz. Das sei fast dreimal so viel Leistung, wie ganz Neunburg mit allen Haushalten, Gewerbe- und Industrieabnehmern benötige. Und dieser Wert werde noch steigen, da die größte Anlage am Diendorfer Berg erst im Oktober 2020 in Betrieb gegangen ist.

In der Sitzungsvorlage der Stadträte hieß es, dass die Anlagen nicht überall auf Zustimmung stoßen, inzwischen von vielen Bürgern als Belastung gesehen und als Verschwendung wertvoller, landwirtschaftlicher Flächen oder elektromagnetische Belastung empfunden werden; von „Flächenverschandelung“ und „Einzäuneritis“ sei die Rede. Anstatt großer Freiflächenphotovoltaikanlagen bevorzuge die Stadt vorhandene Dachflächen für die Erzeugung von Solarstrom – davon gehe so gut wie keine Beeinträchtigung aus. Hier könnten vorhandene Netzanschlüsse genutzt und auch Grabarbeiten an öffentlichen Flächen erheblich reduziert werden.

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