14.04.2021 - 15:07 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Neunburger Jäger schaffen Nisthilfen für Fledermäuse und Vögel

Erneut machen sich die Jäger der Kreisgruppe Neunburg für den Artenschutz stark. Unterstützt durch die Familie Donhauser werden 120 Fledermauskästen und Nisthilfen für Vögel in Wald und Flur platziert.

Die Revierjägerlehrlinge Peter Schneebichler und Louis Ehrhardt (oben, von links), bringen einen Fledermausnistkasten an. Jürgen Donhauser, Jagdverband-Kreisgruppenvorsitzender Franz Sedlmeier und Paul Stelmach (unten, von links) sehen zu.
von Helga ProbstProfil

Die Jägerschaft des Kreisgruppe Neunburg vorm Wald im Bayerischen Jagdverband hat sich schon mehrfach für Fledermaus und Co. engagiert. Jetzt stehen für die Nachttiere und viele Feldvögel zahlreiche neue Wohnungen bereit. Der Naturparkverein Oberpfälzer Wald hat wieder 20 Fledermauskästen gesponsert. 100 Häuschen für Blau-, Kohlmeisen und Rotkehlchen sowie weitere Fledermauskästen stellte die private Artenschutzinitiative der Familie Donhauser (Forst Eibenstein) bereit. Ein Teil der Nisthilfen wurde beim Rückhof angebracht.

Es ist nicht die erste Maßnahme der Neunburger Jäger für den Artenschutz. Bereits im Jahr 2017 wurde ein ungenutztes Stromverteilerhäuschen bei Penting in ein Fledermauswohnhaus umfunktioniert. Dort finden interessierte Besucher Beispiele und Erklärungen zu der geschützten Tierart. „Jäger betreiben aktiven Natur- und Artenschutz – auch wenn das manche Gruppierungen nicht wahrhaben wollen“, so Franz Sedlmeier, Vorsitzender der Kreisgruppe Neunburg. Die Weidmänner beobachten, zählen, vergleichen mit ihren Erfahrungen und erhalten so letztendlich ein Gesamtbild, auf das sie ihre Aktivitäten aufbauen, beschrieb Sedlmeier die Hege in Wald und Flur. Jagd sei mehr als nur das Erlegen von Rehen und Wildschweinen. „Wir Jäger sehen die Natur ganzheitlich als Lebensraum für alle Tier- und Pflanzenarten“, erklärte der erfahrene Jäger.

„Es ist heute wichtig die Ressourcen und Möglichkeiten der Natur zusammenzuführen“ bestätigte auch Jürgen Donhauser, Mitglied der Neunburger Jagdkreisgruppe und Vertreter der WCFE (Wildlife Conservation Forst Eibenstein). Viele Feldvögel ernährten sich gerade bei der Aufzucht ihrer Jungvögel auch von Raupen des Eichenprozessionsspinner. Mit Nistmöglichkeiten für Blaumeisen brauche für die Bekämpfung der Raupen kein Gift zum Einsatz kommen. „Alte Eichen können ebenso überleben, wie die Vielfalt der Vögel und Insekten“, war Donhauser überzeugt.

Den Winter über wurde alles vorbereitet und in diesen Tagen bringen die Jäger und andere Naturfreunde ungefähr 120 „Wohnungen“ an. „Die Fledermauskästen und Bruthäuschen für Vögel finden an Jagdkanzeln einen geeigneten Platz“, erklärte Paul Stelmach, Revierjagdmeister von Forst Eibenstein, einer der Unterstützer der Aktion. Dort könne die richtige Platzierung im Hinblick auf die Himmelsrichtung erfolgen. Fledermäuse können von dort aus auch gut starten und haben freien Anflug. Durch den Standort der Hochsitze an Wiesen und anderen sonnenbeschienen Freiflächen herrsche dort ein besonders gutes Nahrungsangebot an Insekten.

Die verschiedenen Kästen sind den Gewohnheiten der Tiere angepasst. Die Fledermäuse schlüpfen gerne von unten hinein und wollen es während des Tages ziemlich dunkel und nicht zu warm. Blaumeisen suchen dagegen eine kleine Öffnung am oberen Rand von Nistkästen. Der schmale Zugang und die tiefe Nestmulde sorgen dafür, dass Feinde möglichst nicht hinein kommen können. Die Betreuung und Pflege der Nistkästen übernimmt die Jägerschaft.

Artikel über die Ausbildung zum Berufsjäger

Neunburg vorm Wald
Hintergrund:

Wissenswertes zu Fledermäusen

  • Vorkommen: Bayernweit gibt es 23 Fledermausarten. Im Landkreis Schwandorf sind 17 Arten nachgewiesen, 14 davon sind gefährdet
  • Nahrung: Über 50 000 Insekten kann eine Fledermaus in einem Sommer vertilgen.
  • Medizinischer Nutzen: Fledermäuse können dazu beitragen, dass Zoonosen (Krankheiten, die von Menschen auf Tieren überspringen) minimiert werden.

 

 

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