29.05.2020 - 09:14 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

In Neunburg wird die Pfarrkirche ausgeräumt

In Neunburg ist die Sanierung der Stadtpfarrkirche eingeläutet. Die Gebetsbänke sind ausgebaut, Kreuzwegstationen und Heiligenfiguren von den Wänden abmontiert. An Pfingsten erwartet Gottesdienstbesucher ein völlig neues Raumgefühl.

von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Mitarbeiter der Bau- und Möbelschreinerei Stoiber aus Blaibach begannen am Dienstag mit dem Ausbau der Bänke und dem Rückbau der Heizelemente im Boden. „Ohne Bänke wirkt die Kirche viel größer“, erklärt Architekt Michael Steidl. Die Gottesdienstbesucher werden am Pfingstwochenende auf Stühlen Platz nehmen, die Pfarrer Stefan Wagner vom Pfarrheim herübertragen und in gehörigem Abstand in der Kirche aufstellen lässt.

An Pfingsten finden vorerst die letzten Gottesdienste im bisherigen Rahmen statt, denn nach den Feiertagen müssen die Gläubigen in den Altbau umziehen. Eine zwölf Meter hohe staubabweisende Holzwand trennt dann die „alte“ von der „neuen“ Kirche und ermöglicht die ungestörte Sanierung des Erweiterungsbaus aus den 1960er Jahren. Der von Salz und Kondenswasser „zerfressene“ Boden wird entfernt und durch einen Granit-Belag mit Fußbodenheizung ersetzt.

Zu den Baumaßnahmen gehört auch die Sanierung des Altarraums. Zur Entfernung des Teppichs muss der Altar angehoben werden. Eine wesentliche Veränderung bringt die Verlegung der Empore. Sie wird von der „alten“ Kirche in die „neue“ verlagert und entsteht über dem Haupteingang. Damit hat der Pfarrer künftig den Chor und den Organisten im Blick. Bisher wandte er ihnen den Rücken zu. Die neue Galerie ist Bestandteil der Sanierungsmaßnahme.

Beim Neujahrsempfang der Pfarrei hatte Pfarrer Wagner den Beginn der Sanierung für heuer in Aussicht gestellt

Neunburg vorm Wald

Aus einem eigenen Topf wird dagegen die neue Orgel für Sankt Josef finanziert. Der Förderverein hat inzwischen 180 000 Euro zusammengetragen. „Wenn die Finanzierung steht, werden wir die Orgel in Auftrag geben“, erklärt Pfarrer Stefan Wagner, der den Mitgliedern des Orgelbauvereins ausdrücklich für das Engagement dankt. Von der Diözese erwartet der Verein eine Kostenbeteiligung von 45 Prozent.

Pfarrer Stefan Wagner geht von einer einjährigen Bauzeit aus. So lange finden die Gottesdienste im „Altbau“ statt. Die Sanierungskosten von 2,5 Millionen Euro teilen sich die Kirchenstiftung St. Josef und die bischöfliche Finanzkammer. Nach Abschluss der Arbeiten beginnen die Planungen für die Sanierung der „Altkirche“. Hier kann Architekt Michael Steidl allerdings noch keinen Zeitplan nennen.

Bis sich die Kirchenstiftung und die bischöfliche Finanzkammer über den Umfang und die Finanzierung der Sanierungsmaßnahme einig waren, dauerte es immerhin sechs Jahre. Im April erfolgte nun die Auftragsvergabe für die Baumeisterarbeiten, die Haustechnik und die Renovierung des Kirchengestühls.

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