06.09.2020 - 15:15 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Nabburger schließt Prüfung zum Landwirt mit Traumnote ab

Wegen der Corona-Pandemie sind die Abschlussprüfungen der angehenden Landwirte zeitweise auf der Kippe gestanden. Trotz der widrigen Umstände: Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Der beste Absolvent kommt aus dem Landkreis Schwandorf.

Prüfungsausschussvorsitzender Josef Wendl und Landwirtschaftsdirektor Helmut Melchner (von links) zeichneten im Beisein der Ehrengäste die besten Absolventen (mit Urkunde) aus. Michael Bierler, Eva Rötzer und Martin Brandl (von rechts) hatten jeweils eine Eins vor dem Komma.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

„Ich brenne für die Landwirtschaft“, strahlt Michael Bierler. Auch wenn er nach der Realschule zunächst einen anderen Beruf erlernt hat, hat er seine Leidenschaft nicht aus den Augen verloren. Jetzt ist der 24-Jährige auf dem besten Weg zum erfolgreichen Landwirt.

75 Nachwuchskräfte aus den Landkreisen Schwandorf, Regensburg und Cham haben die Prüfung zum Landwirt erfolgreich abgelegt. 47 von ihnen nahmen am Freitag an der Freisprechungsfeier in der Neunburger Schwarzachtalhalle teil. Zu ihnen gehörte auch Michael Bierler aus Nabburg, der die dreijährige Ausbildung mit der Traumnote 1,0 abschloss. Er hatte nach der Schule zunächst den Beruf des Industriekaufmannes erlernt und dort auch ein Jahr gearbeitet, ehe er „auf Landwirt“ umsattelte.

„Mein Traumberuf“, wie der junge Mann versichert. Schon seit seiner Kindheit ist er auf dem Hof seines Onkels Georg Lorenz in Haindorf (Stadt Nabburg) „zu Hause“. Das Bullenmast-Unternehmen war während der Ausbildung auch sein Lehrbetrieb, den Michael Bierler später einmal übernehmen will. Zuvor aber möchte er sich zum Meister und Agrarbetriebswirt ausbilden lassen.

Wie vielseitig sich die Ausbildung zum Landwirt gestaltet, zeigten Michael Bierler und Mitabsolventin Sofia Seidl in einem Rückblick. Die Lehrlinge arbeiteten in ihren Praxisbetrieben mit, besuchten Lehrgänge zur Landtechnik, Landschaftspflege und zum Obstbaumschnitt und befassten sich mit der tierischen Erzeugung. Sie besuchten den Zuchtviehmarkt in Schwandorf und unternahmen Exkursionen zu einem Biomasseheizkraftwerk in Waldmünchen, zum Müllkraftwerk Schwandorf, zum Landmaschinenhersteller Horsch und zum Biohof Bollwein in Neuenschwand. Sicherheit bei der Waldarbeit und der Umgang mit der Motorsäge waren weitere Schwerpunkte der Ausbildung. Ein Hauptaugenmerk galt ferner dem Tierwohl.

Leitender Landwirtschaftsdirektor Helmut Melchner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Regensburg versicherte den Absolventen im Beisein zahlreicher Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft: „Sie haben mit viel Einsatz, Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen die Herausforderungen der landwirtschaftlichen Gehilfenprüfung gemeistert und damit das Fundament für Ihre berufliche Zukunft gelegt." Er machte den Jungbauern bewusst, „dass sie die Zukunft und das Bild der Landwirtschaft maßgeblich mitgestalten werden“.

Eine Biobäuerin aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach schildert ihren Arbeitsalltag

Schmidtstadt bei Etzelwang

Die zunehmend ökologische Ausrichtung, die Produktion von Energie, die Digitalisierung und vor allem die steigenden Erwartungen der Verbraucher hinsichtlich Produktqualität, Umweltschutz und Tierwohl stellten die Landwirte vor große Herausforderungen, so der Behördenleiter. Helmut Melchner ermunterte die Absolventen, sich zum Meister und Agrarwirt weiterzubilden und sich in berufsständischen Organisationen zu engagieren, um dort die Interessen der Landwirte in der Öffentlichkeit vertreten zu können.

Prüfungsausschussvorsitzender Josef Wendl zog Bilanz. 84 Absolventen stellten sich der Prüfung in den Bereichen „Pflanzenbau“ und „Tierhaltung“, 75 von ihnen mit Erfolg. Neben Michael Bierler verdienten sich Eva Rötzer (Waldmünchen, Notenschnitt 1,39) und Martin Brandl (Mötzing, 1,54) eine besondere Auszeichnung. Zu den 45 Auszubildenden (Gesamtnotenschnitt 2,8) kamen 39 Teilnehmer am „Bildungsprogramm Landwirt“ (BiLa), die einen Schnitt von 3,1 erreichten.

Ausbildungsberater Albert Feldkirchner (Schwandorf) war für die Organisation der Prüfung verantwortlich und stellte fest: „Bei den notwendigen Corona-Schutzmaßnahmen war das heuer nicht einfach." Es sei zeitweise nicht einmal klar gewesen, ob denn überhaupt eine Prüfung stattfinden könne. Mit Freude nahm er am Freitag zur Kenntnis: „Trotz fehlender Schulungen und unvollständigen Seminaren waren die Prüfungsleistungen nicht schlechter als im Vorjahr“. Albert Feldkirchner ermunterte die Absolventen, die bäuerliche Mentalität in den Betrieben zu erhalten, denn: „Die Gesellschaft möchte Landwirte, keine Agrarmanager, Betriebsleiter, und keine Agrarsysteme 4.0“.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.