15.10.2019 - 08:09 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Königlicher Besuch beim Jubiläum

Die "Waldkönigin" Kerstin Seitz kommt persönlich nach Neunburg. Ihre Mission: den Waldbauern zu ihrem 50-jährigen Gründungsfest gratulieren.

Der Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, Josef Ziegler, hielt die Festrede.
von Christof FröhlichProfil

In einer gut gefüllten Schwarzachtalhalle begrüßte am frühen Sonntagnachmittag der Vorsitzende der Waldbauernvereinigung (WBV) Neunburg vorm Wald/Oberviechtach, Martin Prey, neben den Waldbauern auch zahlreiche Ehrengäste begrüßen, unter ihnen die Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder, den WBV-Präsidenten Josef Ziegler, die Bürgermeister Martin Birner aus Neunburg und Heinz Weigl aus Oberviechtach. Als besonderer Ehrengast war die "Waldkönigin" Kerstin Seitz aus Roth bei Nürnberg angereist.

Über 2000 Waldbesitzer

Schon vor der Begrüßung hatten die "Oberland-Musikanten" auf die Jubiläumsfeier eingestimmt, die Birken musikalisch rauschen lassen und betont, dass sie für diesen Tag die richtige Blaskapelle sind, da sie aus der Gegend zwischen dem Schwarzwihrberg und dem Frauenstein kommen, also ihre Heimat zwischen zwei großen Waldgebieten haben. Für gute Stimmung sorgte dann der "Waldbauer" Hubert Treml, der zu diesem Anlass ein paar "Waldbauernlieder" geschrieben hatte, ehe Vorsitzender Martin Prey auf die 50-jährige Geschichte der Waldbauernvereinigung zurück blendete. Sie hatte mit der Gründung einer Waldbesitzervereinigung Oberviechtach und Umgebung unter dem ersten Vorsitzenden Josef Welnhofer ihre Anfänge. Die Gründungsversammlung war 1969, wobei das Vereinsgebiet im wesentlichen den Altlandkreis Oberviechtach umfasste und der erste Vorsitzende Adalbert Politzka von der Hundhagermühle war. Prey listete die Umgliederungen, Veränderungen und Höhepunkte sowie die führenden Persönlichkeiten auf, denen er für ihre hervorragende Arbeit Dank und Anerkennung aussprach. Seit 2016 hat er das Amt des Vorsitzenden übernommen.

Prey merkte an, dass der Anteil des Privatwaldes mit 64 Prozent über dem Landesdurchschnitt von 53 Prozent liege, wobei 80 Prozent der Waldbesitzer eine Waldfläche von unter fünf Hektar bewirtschaften. Die WBV vertritt derzeit die Interessen von über 2 000 Waldbesitzern bei einer Mitgliedsfläche von 13 500 Hektar, von denen immer mehr (durch Verkauf und Vererbung) ihren Hauptwohnsitz außerhalb des Vereinsgebietes haben, was die Arbeit der WBV immer schwieriger mache.

Hilfe auf den Märkten

Die Hauptaufgabe der WBV sei weiterhin die Organisation des Holzverkaufes aus dem Kleinprivatwald. Im Zuge des Klimawandels unterstützt sie den Waldbesitzer beim naturnahen Waldanbau durch Beratung, Dienstleistung und durch Forstpflanzen- und Forstbedarfsverkauf. "Waldkönigin" Kristina Seitz stellte sich den Waldbauern kurz vor und nannte es als Motivation für die Übernahme ihrer "Regentschaft", dass sie Kindern und Jugendlichen den großen Wert des Waldes für Mensch und Natur näherbringen wolle.

Auch Bürgermeister Martin Birner und Forstdirektor Alwin Kleber waren zum Gratulieren gekommen und dankten in Grußworten der WBV, die gerade die Belange der kleinen Waldbesitzer bestens vertrete und ihnen hilft, die Folgen des Klimawandels, den sie nicht zu vertreten haben, nach besten Kräften zu bewältigen.

Der Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, Josef Ziegler, verweis auf die Problematik der Klimaerwärmung. Infolge der Wetterextreme seien in den letzten beiden Jahren alleine in Europa 200 Millionen Festmeter Schadholz angefallen, wodurch ein Zusammenbruch der Holzmärkte erfolgt ist. Gerade in dieser Zeit würden Waldbesitzervereinigungen als bewährte forstwirtschaftliche Allround-Dienstleister mehr denn je benötigt, auch um einen Verfall der Holzpreise auf "Ramschniveau" zu verhindern. Angesichts der Tatsache, dass bei den Waldbauern gutes Holz in den Wäldern steht und in großem Ausmaß verfügbar ist, sei die Waldwirtschaft ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell, das zudem keine hohen Transportkosten erzeugt, wenn es in der Region verarbeitet wird. Somit wachse bei uns das "Klimawunder" vor der Haustüre, es müsse nur genutzt werden.

Ziel müsse es sein, trotz der Klimaerwärmung gesunde und vitale Wälder zu schaffen, die auch weiterhin als Erholungsraum dienen, wofür auch dringend Unterstützungsmaßnahmen der Politik erforderlich sind. Ohne eine professionelle forstwirtschaftliche Beratung werde das für den kleinen Waldbauern nicht möglich sein, was auch für die Zukunft die große Bedeutung der Waldbauernvereinigungen deutlich mache.

Sie hatten allen Grund zum Feiern: von links WBV-Geschäftsführer Alfons Vogl, der Präsident des Bayerischen Waldbesiterverbandes, die "Waldkönigin" Kerstin Seitz und WBV-Vorsitzender Martin Prey
Nicht nur mit dem Lied vom „Stodldouerdirl“ begeisterte Hubert Treml die Waldbauern am Sonntag-nachmittag bei der Jubiläumsfeier. B

 

 

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