26.02.2021 - 14:45 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

IG Metall stellt Neunburger Arbeiter auf Warnstreiks ein

In der laufenden Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie verschärft sich der Ton. Vertreter der IG Metall stellen die Betriebsräte des Unternehmens Lacroix + Kress in Neunburg auf eine Phase des Arbeitskampfs ein.

IG-Metall-Vertreter Matthias Scherr traf sich mit den Betriebsräten der Firma Lacroix + Kress in Neunburg vorm Wald um erste Warnstreiks vorzubereiten.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die Industriegewerkschaft (IG) Metall will Arbeitsplätze und Einkommen sichern. Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie erwarten dagegen schwierige Zeiten und wollen sparen. Bei den aktuellen Tarifverhandlungen kam es noch zu keiner Annäherung. Jetzt erhöht die Gewerkschaft den Druck und droht mit Streik.

Matthias Scherr ist Projektsekretär an der IG-Metall-Verwaltungsstelle Amberg und steht in Kontakt zu den Mitgliedern. „Der Wunsch nach mehr Lohn kommt aus den Betrieben“, erklärt der Gewerkschaftsvertreter. Vier Prozent mehr, Arbeitszeitsenkung und Arbeitsplatzgarantie lauten die wesentlichen Forderungen. „Die Arbeitgeber wollen an das Urlaubs- und Weihnachtsgeld ran und weitere Tarifstandards untergraben“, befürchtet Matthias Scherr. Das gelte es zu verhindern.

Der Ton zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern in der Metall- und Elektroindustrie wird rauher

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Nach drei gescheiterten Tarifrunden wollen die IG-Metall-Vertreter einen letzten Versuch starten. Sie richten sich aber bereits auf Warnstreiks ein. Matthias Scherr traf sich am Donnerstagnachmittag mit den Betriebsräten der Firma Lacroix + Kress in Neunburg vorm Wald, um die Vorbereitungen für den Arbeitskampf zu treffen. Er lässt die Argumente der Arbeitgeber nicht gelten und stellt fest: „Trotz Pandemie sind die Auftragsbücher der Unternehmen voll“. Am 1. März läuft die Friedenspflicht aus. An diesem Tag soll es einen bundesweiten Online-Aktionstag geben.

„Eine Nullrunde für die Beschäftigten, ein Mix aus Einmalzahlung und Tabellenerhöhung in 2022 mit Wirkung bis ins Jahr 2023 und unklare Aussagen zur Beschäftigungssicherung und Transformation sind keine Grundlage für einen guten Abschluss“, kritisiert der Gewerkschaftsvertreter. Mit solchen Vorschlägen lasse sich seiner Meinung nach die Zukunft der Metall- und Elektroindustrie nicht gemeinsam gestalten.

Für Matthias Scherr steht fest: „Die Anforderungen an die Arbeit werden sich verändern“. Deshalb sollen die Beschäftigten rechtzeitig für neue Aufgaben qualifiziert werden.

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