06.07.2021 - 17:17 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Geplante Absenkung des Eixendorfer Sees: Fischen soll die Luft nicht wegbleiben

Wegen Baumaßnahmen wird der Pegel des Eixendorfer Stausees im Herbst um etwa fünf Meter fallen. Der Fischbestand soll dabei möglichst unbeschadet davonkommen. Im Notfall ist aber auch denkbar, dass Feuerwehr und THW eingreifen.

Vor fünf Jahren war der Wasserpegel des Eixendorfer Stausees wegen Revisionsarbeiten abgesenkt worden. Heuer im Herbst wird die Talsperre erneut kräftig Wasser lassen.
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Wie bereits mehrfach berichtet, stehen voraussichtlich ab dem Winter 2021 große Baumaßnahmen am Hauptdamm des Eixendorfer Stausees an. Dabei wird unter anderem das bisherige Entnahmebauwerk so umgebaut, dass Wasser auch oberflächennah entnommen werden kann.

Wie aus einer Pressemitteilung des Wasserwirtschaftsamtes Weiden hervorgeht, muss im Vorfeld der Maßnahme allerdings zuerst der See ab Mitte September um zirka fünf Meter abgesenkt werden. "Dies bedeutet zweifelsohne Stress für die im See lebenden Tiere", heißt es. Während große Teile der Muschelpopulation zusammen mit der Koordinationsstelle für Muschelschutz eingesammelt und zwischenzeitlich „umgesiedelt“ werden, muss letztendlich ein Großteil der Fische im restlichen See verbleiben.

Bericht über den Rettungsplan für die Muscheln im Stausee

Neunburg vorm Wald

Was das für Folgen für die schuppigen Wasserbewohner haben könnte und wie sich dem begegnen lässt, war Thema einer Besprechung im Vereinsheim des Fischereivereins Neunburg bei Stockarn. Neben dem Vorsitzenden Michael Throner und Robert Bäumler, Gewässer- und Naturschutzwart, nahmen daran auch Thomas Ring (Fachberatung für Fischerei des Bezirks Oberpfalz) sowie See-Anlieger Walter Drexler als Mitinhaber des Koppelfischereirechtes teil. Das Wasserwirtschaftsamt (WWA) Weiden als Betreiber der Talsperre war unter anderem mit Manuel Schlegel, Abteilungsleiter für den Landkreis Schwandorf, vertreten.

In dem konstruktiven Gespräch waren sich die Teilnehmer einig, dass das Hauptaugenmerk auf den Sauerstoffgehalt des restlichen Sees gerichtet werden muss. Um hier einem Mangel vorzubeugen, ist es deshalb das Ziel des Fischereivereins, schon vorher möglichst viele Fische zu entnehmen. Dafür wurden bereits die vereinsinternen Schonmaße und Schonzeiten angepasst, außerdem werden noch Befischungen im Rahmen der Hege vorgenommen.

Zudem ist eine Überwachung des Sauerstoffgehalts notwendig. Die Verantwortlichen möchten es frühzeitig merken, sollte die Gefahr bestehen, dass den Fischen die Luft weg bleibt. Auch hier werden das WWA und der Fischereiverein zusammenarbeiten. Sollte der "worst Case" eintreten, also tatsächlich der Sauerstoff im See immer weniger werden, soll das Wasser umgewälzt und so mit Sauerstoff angereichert werden.

Dafür ist laut der Pressemitteilung der Einsatz von Pumpen von Feuerwehr, TWH und Wasserwirtschaft denkbar. Auch Landwirte könnten hier mit ihren Gerätschaften unterstützen. Wenn alle zusammenhelfen, sollte – so war sich die Gesprächsrunde einig – auf diese Art ein Fischsterben vermieden werden können.

An der Vorsperre des Eixendorfer Sees ist eine Schleuse für Fischwanderungen geplant

Neunburg vorm Wald
Den Fischbestand im Eixendorfer Staussee haben (von links) Michael Throner (Fischereiverein), See-Anlieger Walter Drexler, Thomas Ring (Fachberatung für Fischerei) und Manuel Schlegel (Wasserwirtschaftsamt) im Blick.

 

 

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