09.11.2020 - 11:29 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Für Sicherheit an Badeseen: Wasserwacht Neunburg leistet über 1000 Stunden

Trotz Corona-Einschränkungen und Schließung des Erlebnisbades – die Retter der Wasserwacht-Ortsgruppe Neunburg haben die Hände nicht in den Schoß gelegt. Im Sommer waren sie verstärkt an den Badeseen im Landkreis im Einsatz.

Weil viele Freibäder im Landkreis Schwandorf nur eingeschränkt oder gar nicht geöffnet hatten und "Urlaub daheim" angesagt war, herrschte an den Badeseen im Landkreis Hochbetrieb (im Bild der Murner See). Das forderte auch verstärkt die Retter der Wasserwacht-Ortsgruppe Neunburg.
von Externer BeitragProfil

"Wer glaubt, dass im Jahr 2020 mit Corona nichts los war, irrt sich gewaltig", betont Stefan Dirnberger, Vorsitzender der Wasserwacht-Ortsgruppe Neunburg, in einer Pressemitteilung. Bereits im Januar und Februar, noch vor dem ersten Lockdown, haben 24 Einsatzkräfte das alljährliche Rettungsschwimmabzeichen absolviert. Mit Beginn der Pandemie wurden alle Einsatzkräfte in einem dreistufigen Schulungskonzept in die Schutzmaßnahmen bei Infekt-Patienten eingewiesen. Auch die jährliche Reanimationsprüfung stand an.

Die Wasserwacht packte auch an, als ein Auto in die Schwarzach stürzte

Kröblitz bei Neunburg vorm Wald

"Ab Juni konnte unsere Tauchgruppe wieder mit Übungen beginnen", so Dirnberger weiter. Um die jährliche Qualifikation aufzufrischen, sind mindestens zehn Übungstauchgänge notwendig. Im Sommer nahm die Schnelleinsatzgruppe der Neunburger an zwei großen Übungen mit anderen Wasserretter-Organisationen teil. Zusätzlich fanden eigene Übungen statt. Auch für personelle Verstärkung wurde gesorgt: Drei neue Wasserretter und ein neuer Motorbootführer können in den Einsatz geschickt werden.

Mit dem Ende des ersten Lockdowns nahm die Ortsgruppe umgehend wieder den Trainingsbetrieb auf. Dieser fand, mit rund 80 Teilnehmern in fünf Gruppen, wöchentlich am Kolm in Pingarten statt. "Gerade das Training im Freiwasser war eine große Herausforderung für unsere Trainer und Betreuer, und mit einem deutlich erhöhten Personalaufwand verbunden", berichtet der Vorsitzende. Mit Eröffnung des Hallenbades im September konnte die Wasserwacht – Dank frühzeitiger Absprache mit der Stadtwerke Freizeit GmbH als Betreiber – auch sofort wieder in den Trainings- und Schwimmkursbetrieb einsteigen.

Am Murner See wurde eine mobile Wachstation eingerichtet

Wackersdorf

Mehrere Einsatzkräfte haben, im Rahmen von überregionalen Programmen, sogar den Wachdienst an der Ostsee unterstützt. Im Landkreis Schwandorf hatten Mitglieder der Ortsgruppe ein wachsames Auge auf den Badebetrieb am Murner See und an der Sandoase in Bruck. Obwohl die Neunburger in dieser Saison kein eigenes Bad zu betreuen hatten (das örtliche Freibad öffnete nicht), wurden über 1000 ehrenamtliche Stunden im Wachdienst geleistet. Besonders der Bereich Murner See/Brückelsee, der heuer erstmals durch Kräfte der Wasserwacht betreut wurde, habe sich als arbeitsintensiv erwiesen. Die Ortsgruppe betreute den ersten Wachtag und konnte dabei vier Mal Erste Hilfe leisten, zwei Mal bei der Suche nach vermissten Kindern unterstützen und mehrere kleinere sonstige Hilfeleistungen, darunter sogar auch Pannenhilfe, erbringen.

Auch die Schnelleinsatzgruppe (SEG) war das ganze Jahr über gefordert. Da alle Einsatzkräfte der Wasserwacht auch ausgebildete Sanitäter sind und alle Einsatzfahrzeuge über eine komplette Notfallausrüstung mit Defibrilator verfügen, musste wiederholt zur Erstversorgung bei Notfällen ausgerückt werden. Mehrfach wurde die SEG zu Einsätzen an Murner- und Brückelsee, sowie an der Schwarzach und am Eixendorfer Stausee alarmiert.

Das Einsatzspektrum erstreckte sich von der Hilfeleistung bei der Entnahme von Gewässerproben über das Einziehen von Sperren, bis hin zu Einsätzen bei Fahrzeugen oder Personen im Wasser sowie auf Tauchunfälle. Besonders einprägsam sei den Einsatzkräften ein Einsatz am Brückelsee in Erinnerung geblieben, bei dem eine Person aus Wassernot gerettet und während dem mehrere hundert Meter langen Bootstransport von Kräften der Wasserwacht noch während der Fahrt reanimiert wurde.

Auch Corona selbst hat die Einsatzkräfte gefordert. Neben dem Ausarbeiten von Hygienekonzepten, der Beschaffung von Material und der Beschulung aller Einsatzkräfte, unterlag die Wasserwacht während der Katastrophenlage einem aufwendigen Meldewesen. "Die Ortsgruppe musste durchgehend erfassen, welche Einsatzkräfte auch für mehrtägige Einsätze, zum Beispiel auch in Altenheimen und Notkrankenhäuser, abkömmlich sind und dies mehrmals wöchentlich melden", schildert Stefan Dirnberger. Auch nach Beendigung des Katastrophenfalls wurde immer wieder Kräfte angefordert, beispielweise zur Besetzung von Teststationen an den Landesgrenzen. Auch derzeit gebe es bereits wieder Anfragen zur Unterstützung in Pflegeeinrichtungen.

Die für 13. November geplante Jahreshauptversammlung der Ortsgruppe sollte eigentlich die Bühne bilden, um 24 Mitgliedern die bayerische Ehrenamtskarte zu überreichen. Wegen der steigenden Corona-Zahlen wurde die Veranstaltung vorerst abgesagt, ein neuer Termin ist noch nicht in Sicht. Anstelle einer persönlichen Übergabe, wurden die Ehrenamtskarten den Einsatzkräften zugesandt, zusammen mit einem Begleitschreiben von Landrat Thomas Ebeling. Dieser würdigte darin die Bedeutung des Ehrenamts für die Gesellschaft und bedankte sich bei allen, die sich freiwillig, zum Wohle ihrer Mitmenschen betätigen. Bürgermeister Martin Birner, der die Karten eigentlich persönlich überreichen wollte, ließ durch Stefan Dirnberger seinen Gruß an die Geehrten weitergeben.

Als Mitte Oktober eine Frau mit ihrem Auto in Kröblitz in die Schwarzach stürzte, waren Retter der Wasserwacht zur Stelle.
Hintergrund:

Ehrenamtskarten für über 20 Mitglieder

Folgende Mitglieder der Wasserwacht Neunburg haben Ehrenamtskarten erhalten:

Johanna Beer, Sabine Beer, Theresa Beer, Oliver Bindl, Stefan Dirnberger, Florian Ferstl, Christine Hechtl, Lena Hölzl, Katharina Jonas, Christin Krämer, Sebastian Maderer, Simone Maderer, Christian Prechtl, Martina Prechtl, Jonas Rösch, Amelie von Wenz, Julia Wallitschek, Alexander Winderl, Sebastian Schleicher, Sabrina Scheuerer, Jan Hölzl, Tobias Vetter, Annalena Irl, Christian Beer.

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