02.08.2021 - 16:08 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Fortwirtschaft mit Nachhaltigkeit: WBV Neunburg-Oberviechtach "denkt in Generationen"

Der Borkenkäfer lässt die Waldbesitzer im Raum Neunburg und Oberviechtach nicht zur Ruhe kommen. Dennoch erleben sie bei der Versammlung in der Schwarzachtalhalle auch positive Ausblicke.

Eine weitgehende Bestätigung des bisherigen Führungsteams brachten die Neuwahlen. Das Bild zeigt (von links) Johann Scheuerer (zweiter Vorsitzender), Fritz Reichert (forstlicher Berater), Beate Politzka (dritte Vorsitzende), Walter Ostermayr (Vorstandsmitglied) und Martin Prey (Vorsitzender).
von Georg LangProfil

„Wir Waldbauern haben den ökosozialen Gedanken immer praktiziert“, bekräftigte Vorsitzender Martin Prey bei der Versammlung der Waldbesitzervereinigung (WBV) Neunburg-Oberviechtach, „denn wenn wir einen Baum pflanzen, dann hat erst der Enkel was davon!“ Das Ziel, „dass die Gesellschaft enkelfähig werden soll“, bewegt Politik und Gesellschaft und war auch ein Thema der Versammlung in der Schwarzachtalhalle. Coronabedingt bezog sich die Veranstaltung auf einen Zeitraum von zwei Jahren.

Der Vorsitzende, der bei den Neuwahlen mit seinem gesamten Vorstandsteam in der Leitung des Vereins bestätigt wurde, wartete – ebenso wie Geschäftsführer Alfons Vogl – mit einer Vielzahl von Informationen für die Mitglieder aus dem Einzugsgebiet Neunburg vorm Wald und Oberviechtach auf.

Bericht über den Vortrag bei der Versammlung der WBV

Neunburg vorm Wald

„Wir Waldbauern denken in Generationen. Der den Setzling pflanzt, hat von dem Baum nichts mehr!“ Neben dem ökosozialen Aspekt bilanzierte der Vorsitzende auch Infoveranstaltungen (Eichenprozessionsspinner, Anpflanzungen, Brennholzhandel, Durchforstung), Demonstrationsfahrten, Holzmarktgespräche und den Einsatz des Maschinenparks (Trommelsäge, Rückewagen).

„San ma froh, dass regnet!“, lautete die Bilanz von Geschäftsführer Alfons Vogl, dessen neuer Mitarbeiter Matthias Baumgärtner aus Neunburg vorm Wald den Mitgliedern vorgestellt wurde. Die Niederschläge tun den Wäldern gut und drosseln die Verbreitung des Borkenkäfers. Vogl freute sich, dass sich die Holzpreise „im letzten halben Jahr rasant nach oben bewegt haben“. Bei der Fichte nannte er einen aktuellen Leitpreis von 110 bis 120 Euro pro Festmeter, bei der Kiefer 80 bis 100 Euro je nach Qualitätsklasse variierend. Als Ursache für den rasanten Preisanstieg nannte er den Export von Schnittholz.

Die Folge sei, „dass die heimischen Zimmerer nur mehr schwer an Bauholz kommen“. Im Einzugsbereich der Waldbesitzervereinigung würden zwei Drittel durch die WBV unter Einsatz der modernen Maschinen eingeschlagen und ein Drittel durch die Waldbesitzer selbst.

Die Waldbesitzervereinigung verzeichnete seit 2018 einen Anstieg auf 2142 Mitglieder mit einer Waldfläche von 16 778 Hektar. Alfons Vogl würdigte die Lobbyarbeit des Waldbesitzerverbandes, der letztlich auch die Bundeswaldprämie zu verdanken sei. Die finanziellen Daten präsentierte Steuerberater Michael Stahl. Als Nachfolger des in den Ruhestand verabschiedeten Försters Alois Nißl stellte sich Jörg Maderer vor.

Eine besondere Ehre wurde dem Waldbauern Robert Meier aus Fuhrn zuteil. Er erhielt einen Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung. Hierzu gehörte auch der Waldumbau mit klimarelevanten Anpflanzungen (Eiche, Buche Douglasie), der Umsiedlung von Ameisenvölkern, aber auch der zeitgemäße Technikeinsatz wie beispielsweise des Harvester.

Im Jahr 2020 waren die Holzpreise deutlich zurückgegangen

München
„Sportlich und unkompliziert“ war für die Waldbesitzer der Umgang mit Förster Alois Nißl (rechts), der für seine „hervorragende Zusammenarbeit“ von Martin Prey ein Ruhestandsgeschenk erhielt.

„Wir Waldbauern haben den ökosozialen Gedanken immer praktiziert, denn wenn wir einen Baum pflanzen, dann hat erst der Enkel was davon.“

WBV-Vorsitzender Martin Prey

WBV-Vorsitzender Martin Prey

 

 

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