19.07.2020 - 16:35 Uhr
NeukirchenOberpfalz

Zweckverband Schmidtstadtgruppe mit neuer Führung

Die Schmidtstadtgruppe will die Trinkwasser-Versorgungssicherheit durch Erneuerung der restlichen alten Leitungen aus den Jahren um 1952 gewährleisten. Und die konstituierende Sitzung bringt eine neue Zusammensetzung des Verbandsrates.

Lydia Zahner verabschiedete den bisherigen Vorsitzenden des Zweckverbands, Winfried Franz, mit Worten des Dankes für die gute Zusammenarbeit und einem Geschenk.
von Leonhard EhrasProfil
Der Zweckverband zur Wasserversorgung der Schmidtstadtgruppe wird künftig geführt von der 1. Vorsitzenden Lydia Zahner und von 2. Vorsitzenden Roman Berr (links). Mit auf dem Foto Kevin Schreiber (rechts), neuer Leiter Bauamt in der Verwaltungsgemeinschaft Neukirchen und deren verschiedenen Verbänden.

Stellvertretende Vorsitzende Lydia Zahner verabschiedete den bisherigen Verbandsvorsitzenden der Schmidtstadtgruppe, Winfried Franz. Sie habe viel von ihm lernen konnte. Als markantes Ergebnis des Zweckverbands unter seiner Leitung bezeichnete sie die Erneuerung eines Großteils der veralteten Versorgungsleitungen und -anlagen.

Winfried Franz erinnerte, dass von drei Bauabschnitten die Beiträge des letzten Abschnitts sogar billiger ausfielen, weil auf nicht unbedingt erforderliche Verbesserungen verzichtet wurde. Außerdem nutzte der Zweckverband die Möglichkeit, Sanierungsarbeiten für Wasserversorgung mit Baumaßnahmen in den Gemeinden zu kombinieren, um Kosten zu sparen. Franz dankte allen Mitarbeitern.

Lydia Zahner gewählt

Die Geschäftsstellenleiterin der Verwaltungsgemeinschaft Neukirchen, Kerstin Brüning, leitete die Wahl der neuen Vorsitzenden des Zweckverbands. Das Gremium wählte einstimmig zur Vorsitzenden Lydia Zahner (2. Bürgermeisterin der Gemeinde Etzelwang) und zu deren Stellvertreter Etzelwangs Bürgermeister Roman Berr. Daneben sind im Verbandsrat die Gemeinde Hirschbach mit Bürgermeister Hermann Mertel und Armin Linhard, sowie die Gemeinde Neukirchen mit Bürgermeister Peter Achatzi vertreten. Grabungsarbeiten im Rahmen der Dorferneuerung Kirchenreinbach kann der Zweckverband nutzen, um im Achtler Weg die Wasserleitung zu erneuern. Die Aktion kostet 59 471 Euro. Der Zweckverband erwartet einen Zuschuss von 80 bis 90 Prozent. Die Verbandsmitglieder stimmten zu. Im Pumpwerk Kirchenreinbach (Kirchenweg 12) zeigen sich am Saugwasserbehälter Schäden. Da dieses Bauwerk für die Befüllung des Hochbehälters in München (Gemeinde Hirschbach) notwendig ist, soll ein Ingenieurbüro beauftragt werden, die Arbeiten zur Sanierung festzustellen. Ingenieur Norbert Winter vom Planungsbüro Seuss-Ingenieure schätzt den Aufwand auf 50- bis 60 000 Euro plus Nebenkosten. Das Gremium stimmte zu.

Die Jahresrechnung 2018 schloss im Verwaltungshaushalt mit 271 881 Euro, im Vermögenshaushalt mit 47 021 Euro. Eine Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt erfolgte in Höhe von 38 741 Euro. Gleichzeitig konnten die Rücklagen um 38 993 Euro erhöht werden.

Viel Wasser verkauft

Kämmerer Christian Link stellte dem Verbandsrat den Haushalt 2020 vor. Einnahmen im Verwaltungshaushalt werden erwartet aus den Wasserverbrauchsgebühren in Höhe 140 000 Euro, Einnahmen aus dem Werkslieferungsvertrag mit der Gemeinde Hirschbach in Höhe von 14 600 Euro und Erstattungen von Personalkosten in Höhe von 50 000 Euro, wenn der Wasserwart für andere Verbände tätig ist.

Im Jahr 2019 verkaufte der Zweckverband insgesamt 63 828 Kubikmeter Wasser, 17 592 Kubikmeter davon an die Gemeinde Hirschbach. Eingekauft wurde das Wasser vom Zweckverband Bachetsfeldgruppe (46 792 Kubikmeter) und von der Wasserversorgung Neukirchen (17 903 Kubikmeter). An Ausgaben im Verwaltungshaushalt wird mit Personalkosten in Höhe von 80 850 Euro gerechnet.

Mehr Ausgaben als Einnahmen

Der Bezug des Wassers kostet vermutlich 53 800 Euro. Für den Unterhalt von Wasserversorgungsanlagen rechnet der Verband mit Ausgaben in Höhe von 37 500 Euro. An die Verwaltungsgemeinschaft wird eine Umlage in Höhe von 11 050 Euro fällig. Arbeitseinsätze von Wasserwarten anderer Verbände verursachen voraussichtlich Kosten in Höhe von 10 000 Euro. Da die Ausgaben im Verwaltungshaushalt um 18 500 Euro höher liegen als die Einnahmen, muss eine Zuführung vom Vermögenshaushalt und eine Entnahme aus den Rücklagen erfolgen.

Tiefbau am Pumpenwerk

Im Vermögenshaushalt werden lediglich 1000 Euro Einnahmen aus Herstellungsbeiträgen für Neu-, Aus- und Umbauten erwartet. Ansonsten entstehen nur Ausgaben, für den Erwerb von Grundstücken (Entschädigungszahlungen, Notariatskosten, Grundbucheintragungen) rund 20 000 Euro. Von den 60 000 Euro für die Tiefbaumaßnahme am Pumpenwerk Kirchenreinbach fallen voraussichtlich 30 000 Euro in 2020 an.

Auch die Nebenkosten werden auf zwei Jahre aufgeteilt, von den 13 000 Euro stehen 7 000 Euro 2020 als Ausgaben im Vermögenshaushalt. Rohrnetzerweiterungen lassen einen Aufwand von 4500 Euro erwarten. Zur Investitionsumlage für die Verwaltungsgemeinschaft trägt der Zweckverband 3700 Euro bei. Die Erneuerung der Wasserleitung im Achtler Weg in Kirchenreinbach schlägt mit 59 500 Euro zu Buche. 29 000 Euro müssen für Nebenkosten vorgesehen werden.

Der Zweckverband zur Wasserversorgung der Schmidtstadtgruppe beschäftigt einen ehrenamtlichen Beamten und einen Wasserwart. Die Rücklagen am Jahresanfang reduzieren sich durch Entnahme von 171 000 Euro auf 10 000 Euro.

80 Prozent Förderung

Der Schuldenstand am Jahresanfang von 47 000 Euro verbessert sich durch die ordentliche Tilgung von 7000 Euro Ende 2020. Neue Kreditaufnahme ist nicht vorgesehen. Der Verbandsrat beschloss die Haushaltssatzung für 2020 mit 316 000 Euro im Verwaltungshaushalt und 179 150 Euro im Vermögenshaushalt einstimmig. Vorsitzende Lydia Zahner will die alten Leitungen aus den Jahren um 1952 nach und nach erneuern. Zurzeit könne mit einer Förderung von 80 Prozent gerechnet werden. Deshalb sollte mit einem Ingenieurbüro Verbindung aufgenommen werden. Die Verbandsräte stimmten zu.

Abschließend stellte sich Kevin Schreiber, neuer Mitarbeiter in der Verwaltungsgemeinschaft Neukirchen, vor. Als Bauingenieur habe er Straßenbau, Wasserversorgung und Kanalisation in leitender Funktion betreut. In der Verwaltungsgemeinschaft Neukirchen und verschiedenen Verbänden will er diese Erfahrungen als Technischer Leiter einbringen.

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