07.08.2020 - 18:42 Uhr
NeukirchenOberpfalz

OnTour Teil VIII: Per Rad durch die Frankenpfalz

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Oberpfälzer und Franken verbindet angeblich eine Hassliebe, dabei sind sich beide Landstriche ganz ähnlich. Sicher, die dort im Westen sprechen schon irgendwie komisch. Dafür kann man dort fast ebenso gut Radfahren wie in der Oberpfalz.

Fachwerk und Kalkfelsen: Zwei typische Charakteristika der Fränkischen Schweiz.
von Ernst FrischholzProfil

Man muss Gott für alles danken – besonders für diesen Radweg durch Franken: Der Pegnitztal-Radweg erweist sich als echter Tipp. 24 der insgesamt rund 60 Kilometer dieser „Frankenpfalz-Tour“ führt auf dieser besonderen Route.

Die Tour als Download (gpx) finden Sie hier

Acht Gemeinden an der Frankenalb und im Naturpark Fränkische Schweiz haben sich zur Region Frankenpfalz zusammengeschlossen. Die gesamte Runde dieses Tages bewegt sich auf diesem Gebiet. Die Runde selbst setzt sich aus drei Radwegen zusammen: Neben dem genannten Pegnitztal-Radweg sind es der Paneuroparadweg (PER) und der Grottenradweg (GR).

Start und Ziel in Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg

Start und Ziel der Tour liegen in Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg. Als Einstiegspunkt ist die Kirche direkt an der Hauptstraße gewählt. Nur etwa 100 Meter weiter den Berg hoch bietet sich auch der Radl-Info-Point als Start an. „Hersbruck 20 km“ steht auf dem Schild in Richtung Etzelwang. Aber auch ein Hinweis auf den Fünfflüsseradweg und den Paneuroparadweg ist dort enthalten – der Radlspaß beginnt.

Der Weg führt über Etzelwang, hier darf man am Freibad die Abzweigung nach links nicht verpassen. Von dort geht es weiter über Pommelsbrunn am Högenbach entlang. Etwa 4,5 Kilometer vor Hersbruck ist an einer Straßenunterführung wieder Aufmerksamkeit gefragt: Eine kleine Brücke führt rechts über den Högenbach und zum Pegnitztal-Radweg. Diesen folgt man nun in Richtung Hohenstadt, nach Neuhaus sind es noch 24 Kilometer.

Radfahrer-Traum entlang der Pegnitz

Die Strecke entlang der Pegnitz erweist sich als Radfahrer-Traum. Auf der flachen Strecke entlang des Flusses könnte man auch Tempobolzen. Aber wer das macht, macht etwas falsch. Langsam fahren und die tolle Landschaft genießen! Vorra ist erreicht von hier geht es weiter nach Rupprechtstegen. Beide Orte halten besondere Einkehrmöglichkeiten bereit – die Entscheidung fällt schwer.

Über die Finstermühle erreicht die Tour nun Neuhaus. Am Bahnhof vorbei und nach einer Straßenunterführung beginnt der Grottenradweg. Damit beginnt der schwierige Teil dieser Runde. In Krottensee geht es links ab zur Maximiliansgrotte. Jetzt summieren sich die Höhenmeter. Durch den Veldensteiner Forst führt ein 2,5-Kilometer-Anstieg nach oben – Puh. Von dort geht es wieder hinunter nach Königstein. Am Marktplatz führt die Tour nach rechts Richtung Eschenfelden (3,8 km). Und wieder hinauf. In der Eschenfeldener Ortsmitte führt die Straße Schlosshof nach links weg. In der Ortsmitte Mittelreichenbach folgt ein Abzweig, jetzt sind es noch 3,8 Kolometer zum Ziel in Neukirchen. Allerdings: Ein heftiger Anstieg steht noch im Weg.

Ernsts Tourenurteil: Ein Sahnestück, aber am Ende muss man sich durchbeißen

Ich weiß, ich wiederhole mich: Aber auch diese Frankenpfalz-Tour verdient das Prädikat: „Sahnestück für Radler“. Erst einmal gilt das für die Augen, aber auch für die Wadel: 59 Kilometer mit 760 Höhenmetern sind eine Leistung. Richtig schwer macht die Tour, dass sich die meisten Höhenmeter auf den letzten 20 Kilometern ab Neuhaus ansammeln. Drei Mal geht es dann auf über 500 Meter Seehöhe hoch. Neuhaus selbst liegt bei 390 Metern über dem Meer. Die gut fünf Kilometer bergauf bis zur Maximiliangrotte auf über 560 Metern sind dann wirklich hart. Wer hier schiebt, muss sich nicht schämen und er hat mehr Muse, die Natur zu genießen.

Richtig schwer macht die Tour, dass sich die meisten Höhenmeter auf den letzten 20 Kilometern ab Neuhaus ansammeln.

Ernst Frsichholz

Ernst Frsichholz

Denn unabhängig von der Schwere der Strecke – die Natur hier an der fränkisch-oberpfälzischen Grenze ist durchweg wunderbar. Das gilt besonders für den Pegnitztal-Radweg. Idyllische Punkte direkt am Fluss laden dort immer wieder zur Rast ein. Viereinhalb Stunden reine Fahrzeit sind für die Tour realistisch. Wer sich aber nicht auf der Flucht befindet, sollte mehr Zeit einplanen. Die Beschilderung auf der gesamten Strecke ist hervorragend. Augen an neuralgischen Punkten offen halten und man kann sich praktisch nicht verfahren.

Die Serie
Täler, Hügel, Wald und Wiesen, dazwischen wenig befahrene Wege und Straßen. Ließe man einen Designer am Computer die ideale Landschaft zum Radfahren entwerfen, sie würde aussehen wie die Oberpfalz. In dieser Serie stellt Oberpfalz-Medien einige der schönsten Touren durch den Bezirk vor.

Weitere Touren finden Sie im Internet

Touren-Tipps:

Anfahrt

Per Auto erreicht man Neukirchen am besten über die A 6. Bei der Abfahrt Amberg West geht es auf die B 299 in Richtung Amberg und dann auf die B 85 und die B 14. In der Ortsmitte finden sich leicht Parkplätze. Per Zug wird Neukirchen sowohl aus Richtung Weiden als auch Amberg angefahren. Vom Bahnhof sind es nur 200 Meter bis zur Hauptstraße und den Startpunkt.

Info:

Highlights

  • Die Strecke: Wirklich schöne, kleine Orte wie Vorra oder Neuhaus. Dazu die besondere Natur von Fränkischer Schweiz und Frankenalb. Diese Kombination macht das Flair dieser besonderen Runde aus.
  • Neuhaus an der Pegnitz: Schöner alter Ort. Wer etwas mehr Zeit hat, besucht hier die Burg Veldenstein.
  • Maximiliangrotte: Die Höhle führt bis 70 Meter unter die Erde. Der „Eisberg“ gilt mit rund 5,50 Metern Höhe als größter Tropfstein Deutschlands.
  • Königstein: Marktplatz und Simultankirche.
Info:

Einkehr

  • Vorra: Absolutes Muss: das Café Inselblick direkt an der Strecke (mit E-Bike-Ladestation)
  • Rupprechtstegen: Der Rastwaggon. Noch ein Geheimtipp.
  • Neuhaus an der Pegnitz: Hier ist eine Stärkung sinnvoll, denn danach wird die Strecke „knackig“. Am Bahnhof bietet sich der Gasthof Frankenalb an.
  • Maximiliansgrotte: Gasthof „Grottenhof“
  • Königstein: Am Marktplatz: „Königsteiner Hof“, „Zur Post“ oder den „Wilden Mann“. (Alle Gaststätten geben an eine E-Bike-Ladestation bereit zu halten.
  • Neukirchen bei Sulzbach: „Gasthof zur Post“ mit fränkischen Brotzeiten in der Bahnhofstraße.

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