22.10.2019 - 12:10 Uhr
NeukirchenOberpfalz

Etzelwang fürchtet teuren Neubau der Schule in Neukirchen

Schulverbandssitzungen locken in der Regel nicht viele Zuhörer an. Die Frage, wie es mit der Grundschule Neukirchen-Etzelwang weitergeht, stößt aber auf großes Interesse.

Die Sanierung oder ein Abriss des in die Jahre gekommenen Schulhauses in Neukirchen mit anschließendem Neubau stellen den Schulverband sowie die Gemeinden Neukirchen und Etzelwang vor schwierige Entscheidungen.
von Leonhard EhrasProfil

Nach einer Einführung durch den Schulverbandsvorsitzenden, Bürgermeister Winfried Franz, schilderte Rektorin Birgit Molitor den Ist-Stand und gab einen Ausblick auf die nahe Zukunft. Aktuell werden 104 Schüler der Jahrgangstufen Eins bis Vier in fünf Klassen unterrichtet. Die Dritte Klasse läuft zweizügig. In den nächsten fünf Jahren erwartet die Rektorin einen Anstieg auf bis zu 136 Kinder. 2024 werde die Grundschule Neukirchen-Etzelwang voraussichtlich sieben Klassen bilden.

Die frühzeitige Entwicklung eines Medienkonzepts bahnte den Weg für den Antrag auf einen Zuschuss aus dem Digitalbudget der Regierung. Im Haushaltsjahr 2018 flossen 8954 Euro. Mittlerweile sind alle Klassenzimmer mit Beamer, Doku-Kamera, Lehrer-Laptop und Lautsprecher ausgerüstet.

Architekten-Wettbewerb startet

Verwaltungsstellenleiterin Kerstin Brüning informierte über die Absicht, ein neues Schulgebäude zu errichten. Da auch die Turnhalle inzwischen erhebliche technische Mängel aufweise, sei ein Architekten-Wettbewerb eingeleitet worden, der die optimale Lösung für Schule und Turnhalle bringen soll.

Schulverbandsvorsitzender Winfried Franz betonte, dass seit 2010 rund 600 000 Euro ins Gebäude investiert werden mussten. Sie flossen in die Erneuerung des Daches und der Fenster im Altbau sowie in Brandschutzmaßnahmen wie eine Fluchttreppe. Bei einem Neubau sei mit rund 50 Prozent Förderung zu rechnen.

Zum zeitlichen Ablauf sagte Brüning, dass die Planungen voraussichtlich 2020 anlaufen könnten. Mit dem Beginn der Arbeiten wäre dann in 2021 zu rechnen. Die Bauzeit würde zwischen drei und fünf Jahren liegen. Während dieser Phase möchte Franz eine Auslagerung der Klassen in Container vermeiden, da sie die Kosten spürbar steigern würde und es dafür keine Zuschüsse gäbe.

Aus den Reihen der Zuhörer kam die Frage, warum nicht zugleich mit der Schule eine Kindertagesstätte geplant werde, nachdem der Kindergarten bereits voll ausgelastet sei. Eine weitere Anregung galt Maßnahmen zur Inklusion, für die weitere Fördermittel gewährt werden könnten.

Beim Gedanken an einen Neubau befürchtete Bürgermeister Roman Berr einen derart hohen Kostenanteil für die Gemeinde Etzelwang, dass dort auf Jahre hinaus keine anderen Projekte mehr finanziert werden könnten. Als Grobschätzung stünden zehn Millionen Euro im Raum. Etzelwang sei durchaus daran interessiert, die Kinder standortnah zu beschulen, aber in einer wirtschaftlich machbaren Lösung.

Zwei Drittel zahlt Neukirchen

Eine Voruntersuchung habe, wie Winfried Franz erläuterte, die Varianten Minimalsanierung, Teilsanierung mit Abriss und Neubau geprüft. Als wirtschaftlichste Lösung habe sich der Neubau herauskristallisiert. Eine Generalsanierung würde fast genauso teuer werden, unterstrich Verbandsrat Peter Achatzi. Nach seiner Aussage entfielen zwei Drittel der Kosten auf die Gemeinde Neukirchen. Befürchtungen, dass der Informationsfluss zwischen Etzelwang und Neukirchen nicht einheitlich sei, widersprach Verbandsrat Christian Beyer. Allen Verbandsräten lägen die gleichen Informationen vor.

"Es bestand Lebensgefahr"

Verwaltungsstellenleiterin Kerstin Brüning sprach die Probleme mit der Schulturnhalle an. Wegen technischer Mängel vor allem in der Elektroinstallation sei die Halle für die Schule und die Vereine gesperrt. "Es bestand Lebensgefahr", machte sie in drastischen Worten deutlich. Schulsport werde nach Möglichkeit in den Außenanlagen oder im Gymnastikraum ausgeübt, ergänzte Rektorin Molitor.

Die Grundschule sei ein wichtiger Standortfaktor und werde als Pflichtaufgabe sehr ernst genommen, fasste der Vorsitzende Winfried Franz zusammen. Er trat Gerüchten entgegen, nach denen eine Schließung der Schule bevorstehe.

Aus der Sitzung des Schulverbands:

Eltern klagen über Probleme in Bussen

Elternbeiratsvorsitzende Ulrike Appel gab Klagen von Eltern weiter, dass bei der Schülerbeförderung an der Schönlinder Straße und in Peilstein die Sitzplätze für die Kinder nicht ausreichen. Der Bus komme dort oft schon voll besetzt an, ergänzte eine Zuhörerin. Wenn dann bei einer zweiten Anfahrt die restlichen Kinder abgeholt werden, erreichten sie ihre Klasse erst knapp vor Schulbeginn. Ingrid Plickert versicherte, dass sich der Schulverband für eine Lösung einsetzen werde.

Ein anderer Hinweis sprach von der schwer zu öffnenden Tür eines Fahrzeugs. Der Busunternehmer habe die Fahrer bereits angewiesen, hier behilflich zu sein. In Etzelwang sollten die Abfahrtzeiten pünktlicher eingehalten werden, damit die Kinder nicht allzu lange bei Wind und Wetter auf den Bus warten müssen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.