11.08.2020 - 14:59 Uhr
NeukirchenOberpfalz

Bürgermeister gegen Stromtrasse

Die Bürgermeister sind alarmiert: In Neukirchen, Etzelwang und Weigendorf würde die geplante Bahnstromtrasse großen Schaden anrichten. Beim Ortstermin legen sie die Ziele fest, die sie der Politik demnächst unterbreiten werden.

Die Bürgermeister Reiner Pickel, Peter Achatzi und Roman Berr bei einer Ortsbegehung bei Haid.
von Autor SREProfil

Die Elektrifizierung der Bahnstrecke Nürnberg-Schwandorf sowie die Planungen einer Bahnstromtrasse sind derzeit das beherrschende verkehrspolitische Thema im westlichen Landkreis. Unter anderem ist das in der Ortschaft Haid von den Gemeinden Neukirchen, Etzelwang und Weigendorf gemeinsam geplante Gewerbegebiet von der Trassenführung genauso betroffen wie der Segelflugplatz Fichtelbrunn.

Die Bürgermeister der Gemeinden in der Verwaltungsgemeinschaft Neukirchen, Peter Achatzi, Roman Berr und Reiner Pickel, organisierten sich sofort nach Bekanntwerden der geplanten Trassenführung mit den Kollegen der ebenfalls betroffenen Gemeinden, um im Gespräch mit Planern auf Problempunkte hinzuweisen.

Die Trasse, das machten sie beim Ortstermin deutlich, durchschneide in der Region unter anderem das Landschaftsschutzgebiet im Lehental und beeinträchtige die dort noch unberührte Natur erheblich. Im geplanten interkommunalen Gewerbegebiet Haid müsse eine vorhandene Oberleitung des Netzbetreibers auf eigene Kosten erdverkabelt werden. Auf derselben Fläche sollten neue Masten für die Bahnstromleitung entstehen, damit wäre die Fläche für dieses Vorhaben nicht mehr nutzbar.

Inzwischen fanden hierzu vier Veranstaltungen der Bürgermeister auf politischer Ebene statt, darunter zwei mit den Planern der Bahn und den Vertretern des Landratsamts. Zudem engagiert sich der Etzelwanger Gemeinderat Gerhard Pirner, Ingenieur für Elektrotechnik, als Berater der Bürgermeister.

Zusammen mit dem OB der Stadt Amberg, Michael Cerny, und Landrat Richard Reisinger wurden zuletzt Alternativen abseits der Bahnstrecke mit Einspeisepunkten erörtert. Auf der Website der Bahn kann dazu bereits eine alternativ angebotene Route eingesehen werden, die teilweise eine Bündelung mit den Bundesstraßen anstrebt. Bürger können sich bei der IG wöchentlich über den Stand informieren. Treffen ist jeden Donnerstag 19.30 Uhr im Gasthof Schmidt, Aichazandt.

Mehr zur Bahnstromtrasse

Sulzbach-Rosenberg
Info:

Zentrale Forderungen der Bürgermeister

Die Bürgermeister der VG-Gemeinden sprechen sich zwar deutlich für die Elektrifizierung der Bahnstrecke aus, jedoch nicht ohne Vorbedingungen. Gemeinsam haben sie deshalb folgende Ziele festgelegt, die dem Bundestagsabgeordneten Alois Karl unterbreitet werden sollen:

  • Nr. 1: Keinen Bahnstrom als Sicherheitsreserve für andere, bereits geplante Strecken durch die Gemeinden führen. Darum müsse zuerst der fehlende Planungsauftrag für die Metropolenbahn von Nürnberg über Neukirchen nach Schwandorf stehen. Die Aufnahme in den vordringlichen Bedarf (aktueller Stand) sei zu unkonkret.
  • Nr. 2: Aktuell hätten die Planer den Auftrag, ein „Bahnstromnetz“ zu konzipieren und keinen Auftrag, Alternativen zu prüfen. Die dezentrale Einspeisung aus dem öffentlichen Netz – wie in Ostdeutschland praktiziert – müsse aber als ernsthafte Alternative untersucht und der Planungsauftrag angepasst werden.
  • Nr. 3: Erst nach Prüfung einer weiteren Variante, nämlich Bahnstrom und Fahrstrom zusammen entlang der Strecke zu führen, dürfe eine Bündelung der Streckenführung entlang der überregionalen Straßen, unter Einbezug der Autobahn A 6, erfolgen.

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