06.02.2021 - 00:15 Uhr
Neukirchen-BalbiniOberpfalz

Schwester Theodolinde feiert 75. Geburtstag: Aufgaben stets mit Gottvertrauen angenommen

Obwohl sie längst nicht mehr an vorderster Stelle ihrer Gemeinschaft steht, zählt Schwester Theodolinde Mehltretter noch immer zu den prominentesten deutschen Ordensfrauen. Am Samstag, 6. Februar, feiert sie ihren 75. Geburtstag.

Schwester Theodolinde Mehltretter vollendet am 6. Februar das 75. Lebensjahr.
von Autor HOUProfil

Zu ihr haben viele aufgeblickt und tun es noch immer. Weil da eine Frau ist, die aus tiefem Gauben und Gottvertrauen heraus ihre oft mühselige Arbeit verrichtete. Rücksicht auf sich selbst hat Theodolinde Mehltretter nie genommen. Sie stellte ihre Arbeit stets in den Dienst ihres Ordens. Geboren am 6. Februar 1946 in Weiden, wuchs sie in Weiherhof, einem Ortsteil von Neukirchen-Balbini (Kreis Schwandorf) auf. Im Alter von 17 Jahren trat Johanna Mehltretter, wie sie damals hieß, dem Orden der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul bei und nahm den Ordensnamen Theodolinde an.

Das Wort Karriere hat sie nie in den Mund genommen. Und doch stand ihr eine äußerst bemerkenswerte Laufbahn bevor. 21 Jahre arbeitete Schwester Theodolinde in der Verwaltung des Waldsanatoriums Planegg, bildete sich während dieser Zeit zur Finanzbuchhalterin und Betriebswirtin fort.

Ihre Oberen erkannten das Talent dieser Frau, die durch ihr unbeschwertes Wesen und ihre fröhliche Art rasch Kontakt zu anderen fand. 1989 beauftragte man sie mit der Buchhaltung im Münchener Mutterhaus des Ordens. Zwei Jahre später folgte ein noch gewichtigerer Auftrag für die Oberpfälzerin: Sie wurde Geschäftsführerin des zum Orden gehörenden Getränke-Unternehmens Adelholzener.

Zwölf Jahre - bis 2016 - stand Schwester Theodolinde an der Spitze ihres Ordens

Mit Umsicht, Geschick und überaus engen Kontakten zum Personal brachte Schwester Theodolinde die Firma in eine Position des bayerischen Marktführers. Mehr noch: Sie machte Adelholzener weltweit bekannt. In Erinnerung ist geblieben, wie sehr sie damals im Hintergrund die Werbe-Fäden zog, zusammen mit prominenten Spielern des FC Bayern München auftrat und durch TV-Sendungen in ganz Deutschland bekannt wurde.

2004 wurde Theodolinde Mehltretter von ihren Mitschwestern zur Generaloberin gewählt. Ab dann stand sie bis zum Jahr 2016 an der Ordensspitze. In dieser Zeit trug Schwester Theodolinde die Verantwortung für eine Vielzahl von Mitarbeitern, die in etlichen zum Orden gehörenden Einrichtungen wie Heimen und Kliniken ihren Lebensunterhalt verdienten. Ihnen und ihren Familien zeigte sie sich stets sorgend verbunden. Zudem wurde unter ihrer Führung ein neues Mutterhaus gebaut.

Seit 2016 ist die vom Staat mit hohen Auszeichnungen wie dem Bundesverdienstkreuz und dem Bayerischen Verdienstorden bedachte Schwester Theodolinde nicht mehr Generaloberin. Der Ruhestand stünde ihr zu. Doch daran mag sie nicht denken. Als Oberin steht die nun 75-Jährige in der Führung eines Altenheims in München. Tatkräftig, energisch und in die Alltagsarbeit eingebunden wie seit nun bald sechs Jahrzehnten, in denen sie zum Orden gehört. Ein Glücksfall für die Schwesternschaft vom hl. Vinzenz.

2012 begeisterte das Neunburger Festspiel "Vom Hussenkrieg" die Ordensfrau

 

 

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