16.04.2021 - 16:15 Uhr
NabburgOberpfalz

Aus zwei wird künftig eins: Neues Dekanat Nabburg-Neunburg

Das Bistum Regensburg sieht sich zu schnellem Handeln gezwungen. Das ist dem schon länger anhaltenden Priestermangel geschuldet. Aus 33 Dekanaten werden 15. Die Dekanate Neunburg-Oberviechtach und Nabburg fusionieren zu Nabburg-Neunburg.

Aus den beiden Dekanaten Neunburg-Oberviechtach und Nabburg wird das Dekanat Nabburg-Neunburg. Für die Kirche und die Gläubigen vor Ort ändert sich durch diese Verwaltungsstruktur nichts.
von Irma Held Kontakt Profil

Die Zeit drängt anscheinend, denn die in etwa zwei Jahren geplante Umsetzung der neuen Dekanatsstruktur sollte auf 1. September 2021 vorgezogen werden. Lockdownbedingt wurde sie aber auf voraussichtlich 1. März 2022 verschoben, bestätigt der Nabburger Dekan Michael Hoch. Überraschend kommt diese Verringerung der Dekanate im Bistum Regensburg für den Pfarrer der Pfarrei Dürnsricht-Wolfring und der Expositur Högling nicht. "Die Zusammenlegung war schon länger im Gespräch und in Vorbereitung", sagt Hoch auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Neunburg-Oberviechtach und Nabburg bilden künftig neben dem Dekanat Schwandorf als Dekanat Nabburg-Neunburg das zweite im Landkreis. Ein Dreifachname scheidet für die Dekane Michael Hoch und Alfons Kaufmann aus.

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Die letzte Dekanekonferenz, sagt Alfons Kaufmann, Stadtpfarrer in Oberviechtach, habe dem Bistum signalisiert, dass es zu schnell gehe. Man wolle sauber abschließen und die Fusionen sauber vorbereiten. Dazu bedürfe es Präsenzveranstaltungen. Deshalb sei die Reform um sechs Monate verschoben worden. Als Hintergrund für die Strukturreform nennt Jakob Schötz, Mitarbeiter in der bischöflichen Pressestelle, den Abschluss der pastoralen Planung aus den Jahren 2000 bis 2004. "Die damals geplanten Pfarreiengemeinschaften sind weitgehend umgesetzt. Es zeigt sich nun, dass manche Dekanate aufgrund der umgesetzten Planung sowenig Personal haben, dass alle Ämter und Dienste, die in einem Dekanat anfallen, kaum noch zu besetzen sind." Dazu nennt Alfons Kaufmann ein Beispiel. Er sei als Dekan gleichzeitig Liturgiebeauftragter, "weil niemand gefunden wurde". In den kommenden Jahren müsse aufgrund des Priestermangels auch eine neue Runde mit der Planung weiterer Pfarreiengemeinschaften eingeläutet werden, teilt Jakob Schötz weiter mit. "Das geschieht sinnvollerweise in der neuen Verwaltungsstruktur." In München, weiß Michael, "bilden zehn bis 15 Pfarreien eine Gemeinschaft".

Für Michael Hoch ist die Zusammenlegung alternativlos. "Wir können den Priestermangel nicht ständig mit ausländischen Mitbrüdern auffangen." Doch es sind nicht nur Priester, die fehlen. "Wenig Priester, wenig Gläubige, die mitarbeiten", bringt er es auf den Punkt. Für Funktionsposten stünden dann mehr Leute zur Verfügung.

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Jetzt gehe es darum, die Fusion vorzubereiten. "Wir müssen uns zusammenfinden, wir müssen uns kennenlernen", sagt Dekan Alfons Kaufmann. Dazu, wenn es wieder möglich sei, soll es Präsenzgespräche geben. "Die Struktur des Dekanats hat für die Pfarrgemeinde vor Ort keine größere Bedeutung." Den Vorteil sieht Alfons Kaufmann wie Michael Hoch in einem größeren Pool an Personal für Dienstämter. "Da es sich um eine Verwaltungsstrukturreformänderung handelt, ändert sich für die Gläubigen durch die Dekanatsreform nichts", sagt dazu Jakob Schötz.

"Wir können den Priestermangel nicht ständig mit ausländischen Mitbrüdern auffangen."

Dekan Michael Hoch

Dekan Michael Hoch

"Ich bin gleichzeitig Liturgiebeauftragter, weil niemand gefunden wurde."

Dekan Alfons Kaufmann

Dekan Alfons Kaufmann

Hintergrund:

Dekanatsreform und die Auswirkungen

  • Die Dekanate Neunburg-Oberviechtach und Nabburg werden voraussichtlich zum 1. März 2022 aufgelöst.
  • Michael Hoch und Alfons Kaufmann sind als Dekane ausgeschieden, weil ihre Verwaltungseinheit nicht mehr besteht.
  • Es bildet sich das neue Dekanat Nabburg-Neunburg.
  • Die neu gebildete Dekanatskonferenz schlägt einen Pfarrer als Dekan vor. Die Entscheidung liegt bei Bischof Rudolf Voderholzer. Er ernennt den Dekan.Michael Hoch und Alfons Kaufmann sind als Dekane ausgeschieden, weil ihre Verwaltungseinheit nicht mehr besteht.
  • Der 59-jährige Alfons Kaufmann ist seit 2007 Stadtfpfarrer in Oberviechtach. Im Januar 2014 wurde er von Bischof Rudolf Voderholzer als Dekan vereidigt.
  • Der 43-jährige Michael Hoch ist seit 1. September 2009 Pfarrer der Pfarrei Dürnsricht-Wolfring. Er wurde am 4. September 2013 zum Dekan ernannt.

 

 

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