09.07.2020 - 21:59 Uhr
NabburgOberpfalz

Zeitler und Wilhelm fordern ein Zukunftskonzept

Über die Auflösung der Landwirtschaftsschule Nabburg zeigen sich die Bürgermeister Frank Zeitler (Nabburg) und Johann Wilhelm (Guteneck) "überrascht und enttäuscht". Sie kritisieren auch die Art der Kommunikation.

Die am Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten angesiedelte Landwirtschaftsschule schließt in spätestens zwei Jahren.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Das "Aus" für die Landwirtschaftsschule in Nabburg bewerten die beiden Bürgermeister Frank Zeitler (Nabburg) und Johann Wilhelm (Guteneck) in einem gemeinsamen Statement als herben Einschnitt. "Wenn man aus der Zeitung erfahren muss, dass ein wichtiger Bestandteil des Nabburger Landwirtschaftsamtes aufgelöst wird, ist das im ersten Moment ein großer Schock", betont Hans Wilhelm, Bürgermeister und Ehrenkreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes.

Hans Wilhelm hatte sich vor vielen Jahren erfolgreich für den Erhalt der Abteilung "Landwirtschaft" an der Landwirtschaftsschule in Nabburg eingesetzt. "Schon damals war es eine Neustrukturierung, welche den Standort Nabburg bedroht hat. Heutzutage wird man einfach vor vollendete Tatsachen gestellt. Ämterverlagerung bedeutet ja eigentlich hin zum Land und weg von der Stadt", meint Wilhelm. "Jetzt heißt es Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regensburg-Schwandorf und nicht mehr Schwandorf-Nabburg. Das tut uns persönlich sehr weh. Nabburg ist eine hervorragend ausgerüstete Schule mit besten Referenzen."

Der Nabburger Bürgermeister Frank Zeitler reagiert ebenfalls verärgert. In einem Telefonat mit dem Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes, Josef Wittmann, sei man sich einig gewesen: "Der Standort in Nabburg ist eine Herzgrube der regionalen Landwirtschaft." Auch gegenüber dem Landtagsabgeordneten Alexander Flierl zeigte sich Zeitler in einem Telefonat enttäuscht: "Städtische Interessen und Argumente konnten im Vorfeld der Entscheidung nicht vorgebracht werden. Dies ist keine Politik wie man sie sich vorstellt."

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Nabburg

Johann Wilhelm und Frank Zeitler möchten nun genau wissen, wie es in Nabburg weitergeht. "Mit der Abteilung Hauswirtschaft allein, kann man das Gebäude, welches sich im Kreiseigentum befindet, nicht füllen," betonen sie. "Wir möchten keinen Abbruch, sondern ein Zukunftskonzept", so die beiden Kommunalpolitiker.

Eigentümer des Gebäudes ist zwar der Landkreis, er hat es aber an den Freistaat Bayern – Träger des Landwirtschaftsamtes und der -schule – vermietet. "Für uns ändert sich zunächst nichts", so Landratsamtssprecher Hans Prechtl gegenüber Oberpfalz-Medien. Der Mietvertrag sei von der Entscheidung des Ministeriums unberührt und Fragen nach der detaillierten künftigen Nutzung wohl verfrüht.

Auf das von Zeitler und Wilhelm geforderte Zukunftskonzept angesprochen, betont MdL Alexander Flierl, dass alle drei Behördenstandorte – Nabburg, Schwandorf und Neunburg vorm Wald – erhalten bleiben, ebenso in Nabburg die Abteilung Hauswirtschaft und das gefragte Bildungsprogramm Landwirtschaft (Bila-Kurs) mit 18 000 Teilnehmern in Bayern. In der Prognose gehe man hingegen für den künftigen und nachhaltigen Besuch der Landwirtschaftsschule in Bayern von etwa 400 Studierenden im ersten Semester aus.

Zudem könne das Beratungsangebot - auch Themen, die bisher explizit bei Fachzentren angesiedelt sind - vor Ort ausgeweitet werden. Die Amtsräume in Nabburg würden nach wie vor benötigt. Es sei jedoch noch zu früh, um über die räumliche Ausgestaltung von möglichen Beratungsangeboten zu sprechen.

Bürgermeister Frank Zeitler (Nabburg).
Bürgermeister Johann Wilhelm (Guteneck)
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