24.05.2019 - 13:39 Uhr
NabburgOberpfalz

Der Wald im Klimawandel

Bei einer Führung durch die weiträumigen Anlagen des Ökologisch Botanischen Gartens erläuterte Gregor Aas (Mitte) die Bedeutung exotischer Baumarten als Alternativen für die regionale Waldwirtschaft und stellte dabei einige nichtheimische Bäume vor. Dennoch sollte nach Möglichkeit heimischen Baumarten der Vorrang gegeben werden.
von Hermann HaasProfil

Die jährliche Lehrfahrt der Waldbauernvereinigung (WBV) Nabburg-Burglengenfeld stößt immer auf großes Interesse. Hier erhalten die Teilnehmer stets fachliche Infos für die Bewirtschaftung ihres Waldbestandes. Diesmal stand die Tagesfahrt, an der 65 Forstwirte teilnahmen, unter dem Motto "Der Wald im Klimawandel - Baumarten für den Wald von morgen".

Hierzu wurde der ökologisch-botanische Garten an der Universität in Bayreuth besucht. Dort werden seit etwa 40 Jahren Versuchsanbauten von Baumarten - vor allem aus Nordamerika und Asien - vorgenommen. Bei einer Führung durch die weiträumigen Anlagen erläuterte der Leiter der Versuchsanstalt, Gregor Aas, die Bedeutung exotischer Baumarten als Alternativen für die regionale Waldwirtschaft und stellte dabei einige fremde Bäume vor.

Der riesige Mammutbaum steche zwar durch gutes Wachstum hervor, sei aber sehr lichtbedürftig, kälteanfällig und werde vom Hallimasch befallen. Douglasien zeichnen sich ebenfalls durch gutes Wachstum aus und wären als Ersatz für Fichte möglich. Auch die Küstentanne und die Hemlocktanne sowie die Kaukasusfichte wachsen gut und könnten Verwendung finden. Jedoch sollte die heimische Weißtanne nicht außer Acht gelassen werden. Ein weiterer Exote sei die Schwarznuss, die sehr hartes Holz habe, aber guten Boden benötige - wie etwa im Auwald. Auch die Elsbeere wäre eine Wahlmöglichkeit.

Das Spektrum der für den Waldumbau infrage kommenden nichtheimischen und vor allem geeigneten Baumarten sei nicht besonders groß, gab Gregor Aas zu verstehen. Zudem seien auch die Erfahrungen durch die Versuchsanbauten noch zu gering. In einigen Jahren habe man sicher weitere Erkenntnisse gewonnen. Beim Waldumbau sollte daher derzeit auf jeden Fall den heimischen und bewährten Bäumen der Vorrang gegeben werden. Als Beimischung könnten aber gerne nichtheimische Arten als Alternative eingestreut werden. Eine Pflanzung als Monokultur sei momentan noch nicht empfehlenswert.

Nachmittags wurde die Eremitage besichtigt. Die historische Parkanlage mit Wasserspielen, dem Alten und dem Neuen Schloss und verschiedenen kleinen Bauwerken wurde 1715 von Markgraf Georg Wilhelm errichtet und zählt heute noch zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Eine Führung durch das Alte Schloss und eine Einkehr in der Orangerie schlossen den erlebnisreichen Tag ab.

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