03.08.2020 - 16:37 Uhr
NabburgOberpfalz

Unwetter: Feuerwehren im Landkreis Schwandorf bei über 100 Einsätzen gefordert

Zwei Blitzeinschläge, zahlreiche überschwemmte Keller, überflutete Straßen: Die Feuerwehren im Landkreis Schwandorf hatten bei den Unwettern am Sonntag einiges zu tun.

Aquaplaning löste auf den Autobahnen A 93 und A 6 mehrere Unfälle aus.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Nachmittags zogen die ersten dunklen Gewitterwolken über den Landkreis. gegen 13.45 Uhr schlug der Blitz in ein Haus in Wölland (Stadt Burglengenfeld) ein und setzte den Dachstuhl in Brand. Die Feuerwehren verhinderten Schlimmeres, dennoch entstand laut Polizei ein Schaden im mittleren fünfstelligen Bereich. In Schwandorf und in Nittenau mussten die Feuerwehren zu rauchenden Trafo-Häuschen ausrücken, die offenbar durch Blitzschlag beschädigt wurden. In der Kreisstadt mussten außerdem nur ein paar Keller ausgepumpt werden. "Insgesamt sind wir glimpflich davon gekommen," sagte der Schwandorfer Stadtbrandinspektor Klaus Brunner.

Geröll auf der Straße

Weiter im Norden hatten die Feuerwehrleute mehr zu tun. In Schwarzenfeld leitete zunächst Kommandant Stefan Sattich die Einsätze, dann übernahm sein Stellvertreter Christian Sander. Die Schwarzenfelder rückten vor allen nach Frotzersricht aus, um Keller auszupumpen, halfen am Stullner Berg aus, die überschwemmte Kreisstraße von Geröll zu befreien. "Wir hatten 26 Einsatzstellen", berichtete Christian Sander. Keller waren vor allem in der Amberger Straße auszupumpen. Nahe Irrenlohe lief ein Regenrückhaltebecken über, überschwemmte die Straße. Zweite Bürgermeisterin Gabi Wittleben machte sich mit den Kommandanten ein Bild von der Lage.

Von rund 100 Einsätzen, die abzuarbeiten waren, spricht der Pressesprecher der Feuerwehren im Landkreis, Hans-Jürgen Schlosser. Dazu gehörten eine ganze Reihe von Unfällen auf den beiden Autobahnen. Auslöser war zumeist Aquaplaning. Die Feuerwehr Nabburg rückte laut Kommandant Andreas Ringlstetter zu drei Unfällen aus.

Wegen Nässe in die Planke

Auf der A 6 zwischen den Anschlussstellen Nabburg und dem Autobahnkreuz Oberpfälzer Wald kam eine Autofahrerin gegen 14.30 Uhr aufgrund Nässe ins Schleudern, rammte einen Opel und die Mittelschutzplanke. Der Opelfahrer wurde leicht verletzt. Gegen 15.10 Uhr war ein Mercedes auf der A6 in Richtung Nürnberg unterwegs. Kurz vor dem Autobahnkreuz Oberpfälzer Wald kam er laut Polizei auf der linken Fahrspur wegen Aquaplanings ins Schleudern, rammte einen Honda und die rechte Leitplanke. Auch der Honda landete in der Leitplanke geschleudert. Der Fahrer des Mercedes sowie die vier Insassen des Honda wurden leicht verletzt und wurden ins Krankenhaus gebracht.

Der nächste Unfall folgte bereits wenige Minuten später gegen 15.20 Uhr auf der A6 in Fahrtrichtung Waidhaus. Auf Höhe des Autobahnkreuzes Oberpfälzer Wald schleuderte ein Wagen aufgrund der Nässe über den Abbiegestreifen zur A93 und prallte gegen die rechte Schutzplanke. Der Fahrer blieb unverletzt.

Ein Aquaplaning-Unfall gegen 22 Uhr führte dann zur Sperrung der A 6 kurz vor dem Kreuz Oberpfälzer Wald. Ein Audi war in Fahrtrichtung Nürnberg unterwegs, geriet wegen des Regens zu weit nach rechts kollidierte mit der rechten Schutzplanke. Nun folgte eine Kettenreaktion: Drei Fahrzeuge nährten sich der Unfallstelle. Der Fahrer eines VW auf dem rechten Fahrstreifen erkannte die Situation, bremste und schaltete die Warnblinkanlage ein. Der hinter ihm fahrende Audi wollte dem VW ausweichen, übersah dabei einen Peugeot, und touchierte diesen hinten rechts, sowie den vor ihm fahrenden VW hinten links. Bei dem Zusammenstoß wurden der Fahrer des Audi und die Insassen des Peugeot verletzt. Sie wurden in ein Krankenhaus gebracht. "Aufgrund der Unfallsituation wurde die Autobahn kurzzeitig total gesperrt", teilte die Verkehrspolizei mit.

Kreisbrandrat Robert Heinfling bilanzierte, dass es gerade bei solchen Einsätzen wichtig sei, das jede Feuerwehr entsprechend ausgestattet ist. Alleine am Sonntag seien rund 120 Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren eingebunden gewesen, so Heinfling.

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