15.04.2021 - 14:41 Uhr
NabburgOberpfalz

Süße Früchte im Nabburger Streuobst-Garten

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Die Stadt Nabburg steigt in den Obstanbau ein. Rund 120 Apfel- Birn-, Kirsch- und Zwetschgenbäume wurden im Stadtgebiet gepflanzt. Wer im Seyerleingarten parkt, kann in einigen Jahren dort auch gleich frische Früchte mit nach Hause nehmen.

Nabburg setzt auf Obstbäume. Im Seyerleingarten wurden neue Birn- und Zwetschgenbäume gesetzt. Bürgermeister Frank Zeitler, Bauhofleiter Rudi Scharf, Kreisfader Leiter des Kreisgartenamtes Wolfgang Grosser und der ehrenamtliche Gartenpfleger Wolfgang Engel (von links) erläutern das Obstbaumkonzept.
von Irma Held Kontakt Profil

Obstanbau hat in Nabburg durchaus Tradition. Auf dem sogenannten Schulberg gab es einst eine riesige Obstwiese. Die obstanbauliche Kultur geht weit über 100 Jahre zurück. Bürgermeister Frank Zeitler erläutert im Gespräch mit Oberpfalz-Medien vor den Neuanpflanzungen im Seyer-leingarten, dass die Aktion Teil eines "mehr Grün in der Stadt" sei. Blühwiesen zählten ebenfalls dazu. Die Pflanzungen wären ein adäquater Ersatz für Bau- sowie Gewerbegebiete und den Krankenhausgarten. Dort wurden Reiser von alten Obstbäumen geschnitten und im Felsenkeller eingelagert. Eine Veredelung aus dem Krankenhausgarten wurde am Donnerstag am Rande des Baugebietes "Am Kastanienbaum" gepflanzt. Eine Sorten-Bestimmung erfolgt laut Wolfgang Engel, ehrenamtlicher Gartenpfleger mit Schwerpunkt Obstbäume, erst, wenn der Baum Früchte trägt.

Es geht um den Erhalt Nabburger Obstbaumsorten, wofür Spenden gesammelt wurden, so Frank Zeitler. Sein Vorgänger Armin Schärtl, aber auch Firmen hätten Geld hierfür gegeben. Ausschließlich Obstbäume wurden von Mitarbeitern des Bauhofs unter anderem "Am Angerweiher", "Am Kastanienbaum", in Windpaißing, Eckendorf oder Wiesensüß gepflanzt. Am Zwingerweg gedeiht Spalierobst. Rund 120 Stück kommen am Ende zusammen. Dafür hat der Leiter des Kreisgartenamtes Wolfgang Grosser viel Lob übrig. Ein Trend hin zu alten Obstsorten sei zu spüren. In Nabburg sei dieser auf fruchtbaren Boden gefallen. Es gebe alte Sorten, "die in Nabburg noch existieren". Eine für Nabburg charakteristische Sorte kann der Kreisfachberater Wolfgang Großer noch nicht nennen, sie werde sich vielleicht in den nächsten Jahren herauskristallisieren. Erhaltenswert ist für ihn unter anderem der Grüne Gülderling. Wolfgang Grosser gerät bei der Erwähnung dieser Apfelsorte fast ins Schwärmen. Während der Lagerung gewännen die Früchte an Aroma. "Im Januar oder Februar schmeckt er fantastisch."

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Am Seyerleingarten wachsen Birn- und Zwetschgenbäume gen Himmel. Ein Teil des Baumbestandes musste wegen der Verkehrssicherheit gefällt werden. "Ein Jonagold gehört in den Hausgarten", nennt Grosser ein Beispiel für eine Apfelsorte, die nicht auf einer Streuobstwiese zu finden sein sollte. Der Kreisfachberater nennt das Pflanzen von Obstbäumen eine Investition in die Zukunft. Im Schnitt dauert es acht Jahre bis Hochstämme Früchte tragen. In der Zeit erwarten sie Pflege. Wolfgang Engel macht den Paten. Er schaut auch am Donnerstag beim Pflanzen "Am Kastanienbaum" vorbei. Anwohner haben sich zusammengetan, um sich um die städtischen Äpfel-, Birnen und Zwetschgenbäume zu kümmern. Am Samstag wird ihnen der Pflanzschnitt gezeigt.

Engel sieht seine Aufgaben in der Bestandsaufnahme der Obstbäume und der Sensibilisierung für den Lebensraum Natur im Allgemeinen und den Obstanbau im Besonderen. Dabei legt er Wert auf Vielfalt. Er unterstützt auch Bürger beim Anlegen von Obstgärten. Eine Kartierung strebt er außerdem an. Und dann soll, wenn es nach ihm geht, die Obsternte organisiert werden. Vielen sei nicht bewusst, dass sie die Früchte von diesen öffentlichen Bäumen pflücken dürfen. Nicht erlaubt sei dies auf privaten Streuobstwiesen. Der Bürgermeister überlegt, die städtischen Bäume zu kennzeichnen oder ein Ernte-Konzept zu entwickeln. Dafür ist noch Zeit. Die Bäume müssen erst einmal anwachsen.

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Kreisfachberater Wolfgang Grosser macht an einem Birnbaum den Pflanzschnitt mit einem durchgehenden Leittrieb und drei bis vier Leitästen. Mit im Bild Wolfgang Engel (links), ehrenamtlicher Gartenpfleger.
Mitarbeiter des Bauhofs pflanzen am Donnerstag „Am Kastanienbaum“ Obstbäume.
Hintergrund:

Alte Apfelsorten

  • Grüner Gülderling ist eine robuste Winterapfelsorte. Er schmeckt süß-säuerlich und gilt als saftig. Die im Oktober geernteten Früchte müssen mehrere Wochen eingelagert werden. Sie erreichen im Januar ihre Genussreife. Diese Sorte gilt als guter Wirtschaftsapfel und eignet sich als Tafelobst als auch zum Saft pressen.
  • Kanada-Renette zählt ebenfalls zu den alten Apfelsorten. Die Früchte haben eine derbe Schale und gelten als vorzügliches Tafelobst. Die Früchte können im Oktober gepflückt und eingelagert werden. Im Dezember erreichen sie erst ihr bestes Aroma. Bei optimaler Lagerung, bei 3 Grad Celsius, halten sich die Äpfel bis März.
  • Goldparmäne gilt als eine der ältesten Apfelsorten. Sie wird als anspruchsvoll, was Standort und Pflege betrifft, beschrieben. Die Früchte sind im September und Oktober pflückreif. Die Äpfel sollten aber vor dem Verzehr mehrere Wochen eingelagert werden, jedoch nicht im Kühlschrank oder im Kühlhaus aufbewahren.

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