06.05.2021 - 17:34 Uhr
NabburgOberpfalz

Es pressiert beim Kindergartenbau in Diendorf

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Beim Kindergartenneubau in Diendorf steht die Stadt Nabburg unter Zeitdruck. Denn zum Beginn des Kindergartenjahres 2022/23 werden die Plätze dringend benötigt. Die Architekten haben jetzt die Pläne fertig.

So soll der neue, achtgruppige Kindergarten aussehen, den die Stadt Nabburg hinter dem Diendorfer Schulhaus baut.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Der federführende Architekt Sebastian Hrycyk (München) kam in dieser Woche in die Stadtratssitzung, um die Pläne vorzustellen, die sein Büro in den zurückliegenden zwei Monaten zusammen mit der ebenfalls anwesenden Landschaftsarchitektin Uta Gehrhardt (München) im Detail ausgearbeitet hat. Er führte vor, wie die Kindertagesstätte, die hinter dem Diendorfer Schulhaus errichtet und von der Otto-Hahn-Straße her erschlossen wird, einmal innen und außen aussehen soll. Er zeigte sich dabei sicher: "Wir haben eine überzeugende Lösung gefunden".

Im unteren Geschoß sind die Bereiche für drei Krippengruppen, ein Mehrzweckraum und die Haustechnik untergebracht, im oberen die fünf Kindergartengruppen und ein Raum für die Leitung und die 20 bis 24 beschäftigten Erzieherinnen. Bei der Funktionszuordnung ließen sich laut Planer alle gestellten Anforderungen erfüllen.

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Nabburg

Das Gebäude entsteht in Holzbauweise und bekommt eine eloxierte Aluminium-Fassade mit - so Hrycyk - "einem schönen Farbspiel in Rot-Orange". Diese Ausführung stelle die wirtschaftlichste Variante dar. In den licht-durchfluteten Innenräumen werde die Farbe blau in unterschiedlichen Tönen dominieren. Für die terrassierte Außenanlage konnte großzügig geplant werden, weil sich das Baugrundstück auf der grünen Wiese befindet und keine starken räumlichen Zwänge bestehen. Einen Zwang gibt es anderweitig zu beachten: "Wir haben einen extrem knackigen Terminplan", sagte Hrycyk. Denn der Kindergarten müsse unbedingt im September 2022 fertig werden.

Holzpreise spielen verrückt

Bürgermeister Frank Zeitler (CSU) sprach von einer "sehr gelungenen Planung". SPD-Sprecher Josef Weber erkundigte sich, inwiefern die momentan sehr hohen Holzpreise die Kostenkalkulation noch durcheinander bringen könnten. Architekt Hrycyk ließ erkennen, dass in diesem Punkt augenblicklich sehr große Unsicherheit besteht. Es stimmt, es herrsche eine schwierige Lage: "Aber wir müssen davon ausgehen, dass bald wieder eine Normalisierung eintritt, sonst können wir kein Projekt weiterverfolgen". Innerhalb der letzten sechs Wochen habe man zum Teil Preisanstiege um 200 Prozent verzeichnet. Die aktuelle Kostenrechnung wurde noch davor gemacht. Hrycyk wollte dennoch zuversichtlich bleiben: "Ich gehe schon davon aus, dass die Preise nicht so hoch bleiben, denn es ist ja genügend Holz da."

Antrag ans Landratsamt

Von SPD-Stadtrat Armin Schärtl nach der Höhe der Förderung gefragt, ging Verwaltungsleiter Thomas Prey davon aus, dass der Staat 50 Prozent zuschießt. Eine konkrete Zusage der Regierung liege aber noch nicht vor. Stadträtin Karin Raab (Nabburger Land) zeigte sich skeptisch wegen der Alu-Fassade. Sebastian Hrycyk verteidigte sie mit zwei Argumenten: Sie passe gut in das von Gewerbe geprägte Umfeld und sie sei, auch später beim Gebäudeunterhalt, die günstigste Lösung. Einstimmig befürwortete der Stadtrat die präsentierte Planung. Zugleich stellte er das gemeindliche Einvernehmen zum fertiggestellten Bauantrag her, der nun beim Landratsamt eingereicht wird. Er beinhaltet auch den möglichen Bau von 19 Parkplätzen. Sie werden jedoch in der Praxis nicht reichen, weshalb die Stadt konkret an eine Erweiterung auf etwa 30 denkt. Damit es dazu kommen kann, muss die Kommune erst noch Grund erwerben.

Archäologie im Blick

Im Vorfeld des Baus sind archäologische Voruntersuchungen des Grundstücks erforderlich. Den Auftrag für die dazu notwendigen Erdarbeiten erhielt die Firma Hartinger aus Tännesberg für 33 014 Euro. Was ist, wenn dabei was gefunden wird? Diese Frage warf Stadtrat Armin Schärtl auf. "Wir haben einen Puffer von drei Monaten", sagte dazu der Architekt.

Hintergrund:

Daten zum neuen Kindergarten in Nabburg-Diendorf

  • Kapazität: 161 Plätze in acht Gruppen (fünf Kindergarten, drei Kinderkrippe)
  • Kosten: 7,95 Millionen Euro
  • Baubeginn: vorgesehen am 1. September 2021
  • Nutzungsaufnahme: vorgesehen am 12. September 2022
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