07.07.2020 - 14:19 Uhr
NabburgOberpfalz

Petitions-Initiator sieht Spielraum

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Die Online-Petition "Kein Handelszentrum im Krankenhauspark" in Nabburg hat das Sammelziel zu 160 Prozent erreicht. Allerdings ist der Empfänger nicht mehr im Amt und die Streuobstwiese Baustelle. Der Initiator erhofft sich trotzdem etwas.

Das rund zwei Hektar große Gelände des Krankenhausparks ist mittlerweile eine Großbaustelle.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Am 11. Januar 2020 startete der Niedermuracher Harald Meier die Online-Petition "Kein Einkaufszentrum im Krankenhauspark". Schon zwei Tage später hatten sich 55 Personen eingetragen. "Wir wollen erreichen, dass die Stadt die Pläne für ein Einkaufszentrum im Krankenhauspark fallen lässt. Stattdessen sollen die alten Bäume und das Biotop erhalten bleiben", erklärte der Initiator damals im Gespräch mit der Redaktion.

Doch eigentlich war es dafür schon zu spät. Die Stadt hatte im Dezember 2019 den Bauantrag der Ratisbona GmbH für das "Einkaufszentrum im Naabtal", versehen mit dem gemeindlichen Einvernehmen, an das Landratsamt weitergeleitet. Und für Ende Januar war bereits die Rodung der Obstbäume terminiert. Diese verlief dann auch plangemäß und mittlerweile ist das rund zwei Hektar große Gelände eine Baustelle.

Im Januar 2020 wird eine Petition gegen das Einkaufszentrum gestartet

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Auch wenn der Initiator es nicht geschafft hat, das "nahezu Unabwendbare vielleicht doch noch abzuwenden", wie er sich vor einem halben Jahr ausdrückte, freut er sich, dass nach Ablauf der fünfmonatigen Zeichnungsfrist das Sammelziel "mit 160 Prozent mehr als erfüllt ist" und dankt allen Unterstützern.

"Da die ursprünglich vorgesehene Person, an die sich diese Petition richten sollte, Bürgermeister Armin Schärtl, nicht mehr in Amt und Würden ist, möchte ich auf einen offiziellen Termin zur Überreichung der Petition verzichten", schreibt Harald Meier diese Tage an den neuen Bürgermeister Frank Zeitler und informiert darüber auch Oberpfalz-Medien.

Per 10. Juni hatten 337 Personen das Anliegen der Petition befürwortet. Gefordert für eine Weiterleitung an den Adressaten, Bürgermeister Armin Schärtl, waren 210 Unterzeichner. "Dies zeigt, das große Interesse am Erhalt des Krankenhausparks." Meier weiß aber auch: "Klar, der Park ist nun nicht mehr wieder zu erkennen. Die Bauarbeiten sind im vollen Gange. Das Biotop aus zweiter Hand ist vernichtet." Meier spricht die laufende Diskussion bezüglich der Auslastung des Handelszentrums an. Außer Rewe zeigten Geschäftstreibende scheinbar mangelndes Interesse.

Vergangene Woche erinnerte er den neuen Bürgermeister Frank Zeitler an die Einlösung eines Versprechens, welches dieser zu Beginn des Jahres gegeben habe. Laut Meier wollte Zeitler nach seiner Wahl "bei der unausweichlichen Verwirklichung des Handelszentrums auf eine akzentuierte Grünordnung und besonders auf eine ökologische Gestaltung auf der betroffenen Fläche zusammen mit dem Entwickler hinwirken." "Es besteht nun tatsächlich eine große Chance, dieses Versprechen auch von Ihrer Seite einzulösen", schreibt Harald Meier in seiner Mail an das Stadtoberhaupt. Und er ergänzt: "Vielleicht ist es sogar möglich, einige bereits vorhandene Strukturen, freilich in veränderter Form, wieder anzulegen." Es würden nun ja nicht mehr ganz so viele Flächen überbaut und versiegelt, so dass tatsächlich Spielraum frei werden könnte. "Deshalb würde ich Sie bitten, sich in dieser Sache mit dem verantwortlichen Grünordnungsplaner zusammen zu setzen."

Schwierige Suche nach Fachmärkten für Handelszentrum

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Nachhaltigkeit im Fokus

Bürgermeister Frank Zeitler steht seit Ende Mai im engen Austausch mit Ratisbona-Geschäftsführer Sebastian W. Schels: "Es sind gute Gespräche auf Augenhöhe, denn Schels ist ein sehr seriöser Mensch." Zu den Plänen des Grundstückseigentümers meint Zeitler: "Wenn gebaut wird, dann wird nachhaltig gebaut." Das bedeutet, solange keine Verträge zustande gekommen sind, werde Ratisbona die zusätzlichen Märkte nicht bauen. Nachdem bisher nur die Zusage des Rewe-Marktes vorliegt, sollten Leerstände verhindert werden. Ratisbona befindet sich mit einigen Fachmarktketten in Verhandlungen. Man müsse nun bis Ende September abwarten, wie viel und welche Läden kommen. Der neue Bürgermeister bekräftigt: "Das Grundstück soll nicht leer bleiben. Das Handelszentrum ist beschlossen, und ich kann und will es nicht verhindern." Das Ziel sei es, miteinander etwas Schönes auf dem Filetstück Nabburgs zu machen. "Ratisbona ist sich der städtebaulichen Verantwortung bewusst", sagt Zeitler und spricht von einer teilweisen Holzkonstruktion und einer Dachbegrünung. "Jetzt müssen wir erst abwarten, wie es sich entwickelt", meint er auf Nachfrage zur Freiflächengestaltung.

Seit Wochen sind zwei Baufirmen damit beschäftigt, das Grundstück zu erschließen. Auch wenn das Handelszentrum kleiner ausfallen mag, die Streuobstwiese mit Biotop, die Petitions-Initiator Harald Meier vermisst, ist Geschichte.

Hintergrund:

Online-Petition

Start der Online-Petition "Kein Einkaufszentrum im Krankenhauspark" am 11. Januar 2020 durch Harald Meier. Die Zeichnungsfrist lief bis 10. Juni. Das Sammelziel ist mit 210 Unterschriften zu 160 Prozent erfüllt.

Das Grundstück soll nicht leer bleiben. Das Handelszentrum ist beschlossen, und ich kann und will es nicht verhindern.

Bürgermeister Frank Zeitler

Bürgermeister Frank Zeitler

Die Obstbäume im ehemaligen Krankenhauspark leben weiter

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