26.11.2020 - 14:22 Uhr
NabburgOberpfalz

Was passiert mit meinen Daten?

Wer im Internet surft, hinterlässt dort verräterische Spuren. Wie man seine Privatsphäre auch im Netz schützt, dazu gab das Bayern Lab in Nabburg nun in einer Online-Veranstaltung Hinweise.

Wer am Computer arbeitet, hinterlässt verräterische Spuren im Internet. Das Bayern Lab in Nabburg klärt darüber auf.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Das Internet bietet eine Vielzahl von Diensten an, deren Nutzung Datenspuren hinterlässt. Bei jedem Aufruf einer Seite werden Informationen gespeichert, meistens bekommt man davon nicht einmal etwas mit. Was weiß das Internet über mich? Welche Dienste haben Daten von mir gespeichert? Und wie kann ich erfahren, was genau Google, Facebook und Co über meine Person gesammelt haben?

Diesen Fragen gingen Anja Plonner und Reinhard Greiner vom Team des Fachbereichs "Bayern-Lab" am Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Nabburg nach. Sie gelten als Experten, was den Schutz personenbezogener Daten im Internet anbelangt und sie hatten das Ziel, bei ihren Zuhörern das Bewusstsein für einen nachdenklichen Umgang mit Suchmaschinen, Browsern und Social Media schaffen, um private Informationen besser schützen zu können.

Cookies immer wieder löschen

"Der Aufwand, den Firmen wie Google im Internet betreiben, refinanziert sich durch Werbung," betonten die Referenten. Dass man Anzeigen zu sehen bekommt, die genau auf den Surfen zugeschnitten sind, hat mit Cookies zu tun. Das führt auch dazu, dass jeder, der zum Beispiel auf Google etwas sucht, andere Ergebnisse bekommt - je nach seinem Standort und früheren Suchanfragen.

Cookies sind Daten, die von einer Website, die man besucht, auf dem eigenen Computer gespeichert werden. Natürlich kann man solche Cookies auch wieder löschen, sagte Reinhard Greiner. Er wies auch darauf hin, wie man seine Browserchronik löscht und wie Browsererweiterungen wirken, die zum Beispiel Anzeigen blockieren. Wer sich das zutraut, kann statt Chrome oder anderen üblichen Browsern sogenannte "Privacy Browser" nutzen, die Namen haben wie Tor oder Brave. Die verschlüsseln den Weg ins Netz so gut, dass niemand sieht, wann und wo man unterwegs ist. Allerdings beeinträchtigen sie die Geschwindigkeit, mit der im Netz gesurft wird. Greiner wies in diesem Zusammmenhang auch auf die Informationen hin, die das "Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik" auf seiner Homepage gibt. Von B wie Basisschutz bis W wie Wlan-Einrichtung wird dort gezeigt, wie man Informationstechnologie zu Hause und unterwegs sicher gestalten - etwa durch Virtual Private Networks (VPN).

Denn die Nutzung öffentlicher Wlan-Zugänge birgt deutlich mehr Risiken als das Surfen per Mobilfunk. Wer auf den Komfort öffentlicher Wlan-Hotspots dennoch nicht verzichten will, kann solche Risiken durch ein sogenanntes Virtual Private Network (VPN) minimieren. Ein VPN überträgt nämlich sämtliche Daten via Internet grundsätzlich in verschlüsselter Form. Möglichen Ausspähversuchen durch andere Teilnehmer im öffentlichen Wlan wird somit einen Riegel vorgeschoben.

Das Bayern Lab bietet alles rund um die Digitalisierung – für Kinder und Erwachsene

Nabburg

Pseudonyme verwenden

Nicht nur junge Leute sind in sozialen Medien aktiv. Anja Plonner zeigte auf, dass auch dort nicht alles Gold ist, was glänzt, und wie Facebook oder Instagram ihre Geschäfte mit den Daten der Nutzer machen. Ihre Empfehlungen liefen darauf hinaus, dass man versuchen sollte, im Netz weniger Daten zu hinterlassen.

Wer nicht auf alle Vorteile des Internets verzichten möchte, kann laut Plonner einige "Tricks" anwenden, um so wenige Datenspuren wie möglich zu hinterlassen. Wichtig sei natürlich, regelmäßig Cookies und Verläufe im Browser zu löschen. Darüber hinaus empfahl sie "datensparsame Suchmaschinen" wie Startpage. "Und verwenden Sie dort, wo es möglich ist, Pseudonyme," riet sie. Gut sei es auch, die Standort-Übertragung per GPS auszuschalten.

Einen genaueren Blick auf Apps, die man sich herunterlädt, empfahl die Expertin besonders im Hinblick auf deren Nutzungsbestimmungen. Und schließlich warb sie dafür, zwei E-Mails zu nutzen: "Eine für wichtige Konten und eine für Foren und Soziale Medien." Mehr zum BayernLab gibt es hier: https://bit.ly/329eBOO

Eine virtuelle Bayern Lab-Schulung nahm sich des Internets an, das eine Vielzahl von Diensten anbietet, deren Nutzung Datenspuren hinterlässt. Bei jedem Aufruf einer Seite werden Informationen gespeichert, meistens bekommt man davon nicht einmal etwas mit.
Hintergrund:

Bayern Lab in Nabburg

Das BayernLab bietet im ehemaligen Nabburger Amtsgerichtgebäude im Schlosshof (Adresse: Obertor 10) Informationen zur Digitalisierung sowie Technik zum Anschauen, Anfassen und Ausprobieren - kostenfrei und für alle. Auf einer Fläche von rund 300 Quadratmeter verfügt es über einen Multifunktionsraum für Ausstellungen und Veranstaltungen, einen Videokonferenzraum sowie einen Empfangsbereich mit Lounge-Charakter und freiem Wlan.

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