20.10.2020 - 17:18 Uhr
NabburgOberpfalz

Am Marktstand nur mit Maske

Tobias Hammerl hat es sich nicht leicht gemacht: Soll der Kirwamarkt im Freilandmuseum über die Bühne gehen? 1400 Besucher sehnen sich nach etwas Freizeit-Normalität – und loben das konsequente Hygienekonzept.

von Richard BraunProfil

Unter "Nice to have" ordnet Tobias Hammerl das Freilandmuseum Neusath-Perschen ein. Der Museumsleiter möchte damit sagen, dass es schön ist, das Freilandmuseum als Freizeiteinrichtung zu haben, "doch wir sind nicht lebensnotwendig. Zum Einkaufen müssen die Leute, zu uns nicht." Angesichts der Coronasituation hätten er und seine Mitarbeiter sich die Entscheidung, den Kirchweihmarkt zu veranstalten, nicht leicht gemacht. Die andere Seite der Medaille: "Die Menschen müssen auch mal raus".

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Neusath bei Nabburg

Im Vorfeld wurde das Für und Wider abgewogen, ein fundiertes, striktes Hygienekonzept entwickelt. Am Donnerstag dann noch einmal eine Besprechung, immer wieder auch Kontakt mit dem Gesundheitsamt. Hier kam dann auch das Signal: "Wir können es machen".

Disziplinierte Besucher

1400 Besucher wurden am Markttag im Freilandmuseum gezählt. Geduldig und diszipliniert warteten die Besucher vor der Kasse mit Abstand auf den gekennzeichneten Flächen. Wer seine Eintrittskarte hatte, erhielt von einer freundlichen Mitarbeiterin noch eine Unterweisung mit der Bitte, beim Spaziergang durch das weitläufige Gelände den Rundweg einzuhalten. Zusätzlich gab‘s ein Hinweisschild "Die Hütte ist voll" mit Kordel: Das konnte jeder Museumsgast in den Hofstellen vorsorglich an die Tür hängen, um die Personenzahlen niedrig zu halten. Die Besucher hielten sich dran, trug auch an den Ständen selbstverständlich Maske.

Vom Stiftlanddorf, hinauf zum Waldlerdorf und hinab ins Mühlental zum sogenannte Naabtaldorf hatten sich 21 Kaufleute mit ihren Ständen verteilt. Die Weitläufigkeit des Geländes bot den nötigen Abstand, damit alle Hygieneregeln eingehalten werden konnten. Die Maske war auch bei den Kaufleuten eine Selbstverständlichkeit.

In diesem Jahr gab eine Woche nach dem traditionellen Abfischen der Museumsteiche auch frisch geräucherte Karpfen. Außerdem wurden das beliebte Museumsbrot und frisch aus dem Backofen Schmierkuchen angeboten. Wer es etwas deftiger mochte, der konnte sich mit einem Rotviehburger stärken. Etwas weiter gab es alles rund ums Schaf. Kuschelige Lammfelle, Woll- und Filzprodukte wurden ebenso angeboten, wie süße Marmelade, Honig und Kümmellikör.

Zur Sortenbestimmung

Im Waldlerdorf hatte sich das Kreisgartenamt etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Auf langen Tischreihen standen Körbchen an Körbchen mit 100 Apfel- und 20 Birnensorten. Pomologe Michael Altmann aus Schwarzenbach und Kreisfachberater Wolfgang Grosser konnten viel Wissenswertes zu den verschiedenen Sorten erzählen.Wer einige Äpfel aus seinem Garten mitgebracht hatte, konnte die Sorte bestimmen lassen. So kurz vor der kalten Jahreszeit fanden auch Handschuhe und Mützen, natürlich aus Wolle und pflanzengefärbt, ihre Käufer. Herbstliche Kränze boten die Frauen des Neusather Gartenbauvereins an.

Hintergrund:

Kathreinmarkt

Auf der Grundlage des bewährten Hygienekonzepts hat das Freilandmuseum noch bis 8. November zu den regulären Zeiten geöffnet, danach bis zum 30. November nur an den Wochenenden. In Planung sind zwei Open-Air-Chorkonzerte. Am 30. ist dann Kathreinmarkt. Winterarbeiten und Herbergssuche entfallen.

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