02.12.2020 - 17:04 Uhr
NabburgOberpfalz

Den Lärm in Nabburg besser kennenlernen

Einstimmig entscheidet sich der Nabburger Stadtrat am Dienstagabend dafür, die Einholung eines Lärmgutachtens vorzubereiten. Für die Erstellung dieser Expertise hatte sich die "Bürgerinitiative (BI) Bahnlärm Nabburg" ausgesprochen.

Im Nabburger Rathaus wird die Einholung eines Lärmgutachtens vorbereitet.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Der geschäftsleitende Beamte Hans Sorgenfrei erinnerte in der Stadtratssitzung daran, dass die "BI Bahnlärm Nabburg" mit Schreiben vom 20. Juli einen Antrag im Rathaus eingereicht hatte. Unterschrieben von ihrem Sprecher Anton Schopper bezog sie sich auf eine Aussage der Deutschen Bahn (DB), wonach in Kürze mit der Ausschreibung der Vorplanung des Großprojektes begonnen werde. Der DB-Projektverantwortliche Matthias Trykowski habe in einem Gespräch zum Lärmschutz für die Stadt Nabburg von nicht eingehausten, fünf Meter hohen Lärmschutzwänden gesprochen. "Welche Folgen das unter Umständen für das übrige Stadtgebiet, insbesondere unsere Altstadt haben wird, lässt sich aufgrund der topografischen Lage nur schwer einschätzen", meinte Schopper. Nachdem die Bahn nicht bereit ist, der BI die Ergebnisse einer Schallvoruntersuchung für die eigene Auswertung zur Verfügung zu stellen, halte man es für notwendig, für die Stadt ein eigenes Lärmschutzkonzept bzw. Lärmschutzgutachten in Auftrag zu geben. Nur auf dieser Basis könne ein vernünftiges Lärmschutz-Gesamtkonzept für das gesamte Stadtgebiet entwickelt und auf Dauer sichergestellt werden.

Mittlerweile - so Sorgenfrei - liegen der Stadt und der BI die schalltechnische Voruntersuchung der DB vor. Dabei seien allerdings Bedenken aufgetaucht. So werde befürchtet, dass die an und oberhalb der Bahnlinie liegenden Bereiche im Stadtgebiet, trotz der Errichtung von Lärmschutzwänden, nicht vollumfänglich vor dem Bahnlärm geschützt werden können. Deshalb hielt die BI Bahnlärm an ihrem im Sommer formulierten Antrag fest.

Von seiten der Verwaltung wurde nun vorgeschlagen, ein Fachbüro mit der Leistungsbeschreibung über die genauen Inhalte des gewünschten Lärmschutzgutachtens zu beauftragen. Auf deren Grundlage soll anschließend eine beschränkte Ausschreibung an verschiedene Fachbüros für Immissionsschutz erfolgen. Das Ingenieurbüro Kottermair aus Altomünster (Landkreis Dachau) wurde für geeignet empfunden. Mit ihm habe die Stadt schon zusammengearbeitet, es verfüge über Erfahrungen im Bereich Bahnlärm und hat auch schon für die Deutsche Bahn gearbeitet. Die Kosten für die Erstellung der Leistungsbeschreibung belaufen sich voraussichtlich auf etwa 1500 bis 2000 Euro.

Veranstaltung mit Antrag der BI Bahnlärm Nabburg

Nabburg

Die Sprecher von SPD und ÜPW, Josef Weber und Helmut Ertl, wollten eine Vorgabe machen. Das Büro solle berücksichtigen, dass die Stadt Nabburg an der Rahmenplantrasse für die Umgehung des Bahnübergangs festhält und dass dadurch auch Veränderungen im Straßenlärm eintreten würden. CSU-Fraktionsvorsitzender Hans-Georg Dobler widersprach ihnen: Der BI gehe es - wie ihr Name schon sagt - um den Lärm, der von der Bahn ausgeht. Eine Diskussion auf dieser Ebene hielt die Sprecherin der Nabburger-Land-Fraktion, Ernestine Gietl, für überflüssig. "Wir sollten das Thema jetzt nicht zerreden", meinte sie und sprach sich dafür aus, die Einholung eines eigenen Gutachtens auf dem vorgeschlagenen Weg vorzubereiten. Sie verglich das Prozedere mit der Situation vor einer schweren Operation: Da hole man sich gewöhnlich auch eine Zweitmeinung ein, um sicher zugehen. Stadtrat Armin Schärtl (SPD) trat schließlich noch dafür ein, das Wort "Bahnlärm" durch "Verkehrslärm" zu ersetzen, um der Gesamtsituation innerhalb der Stadt gerecht zu werden.

Der Stadtrat beschloss, das Büro Kottermair mit der Erstellung einer benötigten Leistungsbeschreibung zu beauftragen. Das Ergebnis wird dem Stadtrat vorgelegt, um über die weitere Vorgehensweise zu befinden. Das Gremium nahm damit die Beschlussvorlage aus dem Rathaus unverändert an.

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