30.10.2020 - 16:28 Uhr
NabburgOberpfalz

Keine Wohnung im Industriegebiet

Der Bauausschuss lehnt ein Vorhaben im neuen Industriegebiet östlich der Sauerzapfstraße in Nabburg ab. Ein Nachbar macht auf einem Bauplan zu seiner Unterschrift eine Anmerkung. Das Gremium stimmt dem Neubau trotzdem zu.

Am Schmidt-Haus sind einige Ausbesserungsarbeiten an der Fassade nötig.
von Irma Held Kontakt Profil

Bei der Sitzung im Rathaus liegt dem Bauausschuss ein Antrag auf Rückbau eines Pultdaches und Wiedererrichtung eines Balkons vor. Das Haus am Oberen Markt 21 steht unter Denkmalschutz. "Allerdings", informiert Johannes Schießl von der Bauverwaltung, "wurde bereits 1964 ein erdgeschossiger Anbau mit Balkon/Terrasse genehmigt und auch gebaut". 1987 sei der Balkon rückgebaut und durch ein Pultdach ersetzt worden.

Nun soll wieder ein Balkon in Holzkonstruktion entstehen. Der Bauausschuss billigt die Änderung mit dem Hinweis: "Die detaillierte Ausführung des Balkons und der Balkontüre sind mit dem Landesamt für Denkmalpflege, der Stadt Nabburg und dem städtebaulichen Berater der Stadt abzustimmen."

Weitere Bauvorhaben

Im neuen Industriegebiet östlich der Sauerzapfstraße will eine Gewerbetreibende Büroräume mit Lagerräumen und Betriebsleiterwohnung bauen. Der Haken daran: Wohnungen seien die Ausnahme, erläutert Johannes Schießl, und müssen der anderen Nutzung untergeordnet sein. Die Wohnung liege im ersten Stock. Erdgeschoss und zweiter Stock würden für Lager- und Büroräume genutzt. Die Mitglieder sind skeptisch, ob eine Wohnung dort sinnvoll sei. Der Hinweis Schießls, dass eine Wohnung Auswirkungen auf den Immissionsschutz und auf nachfolgende Betriebe habe, gibt den Ausschlag. Im Ausschuss herrscht die einhellige Meinung im Industriegebiet Betriebe wegen der Wohnung nicht einzuschränken. Zumal dieses Vorhaben das erste auf der neuen Fläche sei. Der Antrag wird abgelehnt.

Kein Problem hat der Ausschuss mit einem Haus- und Garagenbau auf der Hirtenleite III. Wie schon öfters gehabt, überschreitet die Garage die festgesetzte mittlere Wandhöhe um rund 45 Zentimeter. Nach einer Grundstückteilung darf auch eine Vierfachgarage in Diendorf errichtet werden. Ein Novum gibt es beim nächsten Bauantrag. Auf dem Plan für ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage in einer Baulücke im Bebauungsplan "Am Roten Bühl" unterschreibt ein Nachbar, macht aber einen schriftlichen Vermerk. Das Haus scheint er zu akzeptieren, nicht aber die Garage. Es entspannt sich eine Diskussion wie die zu bewerten sei. "Für die Garage braucht der Bauherr die Unterschrift nicht", sagt Johannes Schießl. Sollten nachbarschaftsrechtliche Belange durch den Bau tangiert werden, würde dies das Landratsamt als Genehmigungsbehörde prüfen. Hans-Georg Dobler (CSU) sagt: "Wir wollen, dass Baulücken geschlossen werden." Das ist im Sinne aller und das Einfamilienhaus wird gebilligt.

Drei Anfragen

Über die Anfragen aus der vergangenen Sitzung informiert Bürgermeister Frank Zeitler. Das verdeckte Verkehrsschild am Venediger Weg sei wieder sichtbar. Auch für die Stützmauer am Seniorenheim sei eine Lösung gefunden, die sobald als möglich umgesetzt werden. Austretendes Wasser laufe in den Brunnanger ab. Bei einem Ortstermin mit unter anderem mit BRK-Kreisgeschäftsführer Otto-Josef Langenhan sei entschieden worden, über eine Mulde das Wasser am tiefsten Punkt in einen Einlauf abzuleiten. Die Kosten würden auf 5000 Euro geschätzt und vom BRK übernommen. Die Arbeiten erledige der Bauhof.

Nicht zufrieden ist Kurt Koppmann (ÜPW) mit dem Ergebnis seiner Anfrage. Das Staatliche Bauamt sehe keinen Grund, den orangefarben-reflektierenden Begrenzungspfahl an der Staatsstraße aus Richtung Höflarn näher an die Abzweigung zur Hirtenleite III zu setzen. Dieser Pfosten sei eine Gefahrenstelle, ist Kurt Koppmann überzeugt. Irene Ehemann (FW) pflichtet ihm bei, auch sie wäre beim Abbiegen fast in eine Wiese gefahren. Bürgermeister und Bauverwaltung wollen beim Staatlichen Bauamt noch einmal nachhaken.

Tobias Knechtel (CSU) ist seinen Worten nach schon öfters auf die Verkehrssituation im Bereich Am Kastanienbaum/Rotbühlring/Oberer Weinberg angesprochen worden. In der 30er-Zone seien die Vorfahrtsregeln nicht immer eindeutig. Außerdem würde oft zu schnell gefahren. Johannes Schießl zufolge ist die schwierige Situation bekannt. Die Sache sei aber verzwickt, weil in einer 30er-Zone nichts markiert werde. "Markierungen passen nicht zur Zone." In der Folge müsse der Bereich aus der Zone rausgenommen werden und es entstehe ein Schilderwald. Bürgermeister Frank Zeitler regt eine Verkehrsschau an. Johann Kleber (Nabburger Land) rät, auf dem Pendlerparkplatz Ausfahrungen vor dem Winter aufzufüllen. Das werde erledigt, verspricht der Bürgermeister. Josef Weber (SPD) wundert sich, dass der Naabsteg als Geh- und Radweg plötzlich zum reinen Gehweg geworden sei. Der Naabsteg sei auch Teil des Naabtal-Radweges. Nach den Worten des Bürgermeisters haben sich Vorgaben geändert. Das Geländer sei zu niedrig. Ein Hinweis soll künftig Radfahrer darauf hinweisen, dass sie absteigen müssen.

Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien noch vor Beginn der öffentlichen Sitzung zu den Arbeiten am Schmidt-Haus erklärt Bürgermeister Frank Zeitler, an der Fassade seien Risse im Putz und Schäden an der Farbe des Giebels und der Holzfenster aufgetreten. Damit sich der Zustand den Winter über nicht verschlechtere, würden in Absprache mit dem Landesamt für Denkmalschutz die Risse jetzt geschlossen und die Schadensbereiche überarbeitet beziehungsweise ausgebessert. Auch im Hinterhof sowie im Saal im Erdgeschoss des Hinterhauses stehen kleinere Ausbessserungsarbeiten an.

Die Themen der vergangenen Sitzung

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