23.10.2019 - 17:50 Uhr
NabburgOberpfalz

Großbaustelle Hirtenleite

Wer will die fleißigen Handwerker sehen, der muss zur Hirtenleite III gehen. So könnte das Kinderlied abgewandelt werden. Das Baugebiet brummt, salopp gesagt. Allein neun Anträge wurden im Freistellungsverfahren weitergeleitet.

Das Baugebiet "Hirtenleite III" ist begehrt. Der Ausschuss befasste sich mit drei Bauanträgen. Neun konnten schon im Freistellungsverfahren weitergeleitet werden.
von Irma Held Kontakt Profil

Das gab Bürgermeister Armin Schärtl bei der Sitzung des Bauausschusses im Rathaus bekannt. Mit drei weiteren Anträgen auf der Hirtenleite III musste sich das Gremium noch befassen. Es ging um die Befreiungen von den im Bebauungsplan vorgeschriebenen Fußbodenhöhen. Diesen wurde allesamt zugestimmt. Schwer taten sich die Ausschussmitglieder dagegen mit einer Bauvoranfrage für ein Grundstück zwischen Am Anger und der Autobahn 93.

Ran an die Autobahn

Dass die Parzelle nicht erschlossen sei und im Außenbereich liege, spielte nicht einmal die Hauptrolle. Die Verwaltung sprach sich in der Beschlussvorlage für ein Nein aus. Johannes Schießl begründete es vor allem mit der erwähnten Nähe zur Autobahn. Er halte aus Lärmschutzgründen eine Pufferzone zur Autobahn für sinnvoll. „Wir wissen nicht, was später auf uns zukommt.“ Im Hinterkopf habe er Folgeanträge zur Bebauung weiterer Grundstücke Richtung A 93. Irgendwann könnte die Stadt bei Lärmschutzmaßnahmen in die Pflicht genommen werden. Außerdem sei ungewiss, ob die zuständigen Behörden die Bauvoranfrage für gut heißen würden.

Irene Ehemann (ABU) fand an dieser Stelle ein Einfamilienhaus nicht störend. Der Bauherr wisse doch, dass es an der Autobahn laut sei, argumentierte sie. Auch Hans-Georg Dobler warb aus städtebaulicher Sicht für Zustimmung. Johannes Schießl überzeugte das nicht, er wollte den Anfängen wehren. Schließlich machte Josef Weber (SPD) den Kompromissvorschlag, mit dem alle leben konnten. Der Bauvoranfrage wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt mit der Prämisse, der Stadt dürften egal wofür keine Kosten entstehen.

Werbepylon

Eine weitere harte Nuss hatte der Ausschuss mit einem Werbepylon des Mietservice Süß an der Sauerzapfstraße zu knacken. Das Problem lag an der Höhe: Die Scherenbühne soll 16 Meter ausfahren. „Das ist in dieser Höhe ein Novum, woran wir uns messen lassen“, stellte Bauingenieur Johannes Schießl klar. Erneut warnte er davor „ein Fass aufzumachen“. Die Höhe für Werbetafeln ist in einem neu beplanten Industriegebiet auf zwölf Meter festgelegt.

Die beiden CSU-Räte Josef Pürner und Hans-Georg Dobler sahen in der Scherenform eine akzeptable Variante im Vergleich zu einem Block. Siegmund Süß, der mit seinem Bruder Robert die Firma führt – beide waren als Zuhörer anwesend – wurde Rederecht erteilt. „Für uns ist das eine gute Möglichkeit, unser Produkt zu präsentieren. Wenn wir immer wieder gesehen werden, bringt das was.“ Abgezielt werde auf regionale Kunden. Theoretisch müsse die Bühne nicht fest verankert werden. Ein Windsensor werde dafür sorgen, dass bei Sturm die Werbetafel runtergefahren werde.

Architektonisch spannend

Zweitem Bürgermeister Kurt Koppmann fühlt sich wohler, wenn die Hebebühne verankert ist. Er brachte 13 Meter ins Spiel. Was auf ungeteilte Zustimmung stieß. Auch wenn es architektonisch eine Herausforderung sei, freuten sich die Ausschussmitglieder, allen voran Bürgermeister Armin Schärtl, dass der Obere Weinberg 7 bebaut wird,

Der in der Gemeinde Niedermurach wohnende Mann will ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung, Doppelgarage und zwei Stellplätzen errichten. Ähnlich steil abfallen ist ein Grundstück zwischen der Dr.-Simbeck- und der Kreisstraße SAD 28. Mit einer Bauvoranfrage wollten die Interessenten abklopfen, ob dort ein Einfamilienhaus realisierbar sei. Das Grundstück werde geteilt, eine Zufahrt bestehe schon von der Kreisstraße aus. Der Bauausschuss hat nichts gegen ein Wohnhaus. Im Freistellungsverfahren wurde noch ein Umbau am Anwesen Hirtenleite 16 bereits ans Landratsamt weitergeschickt.

Info:

Hoher Wasserverlust

Die vom Kommunalen Prüfungsverband kontrollierte Wasserbilanz 2017 billigte der Bauausschuss einstimmig. Bürgermeister Armin Schärtl schickte in der Sitzung voraus, dass 2016 die Gebühren neu kalkuliert worden seien und diese sich 2017 niedergeschlagen hätten. Die Bilanzsumme stieg im Vergleich zu 2016 von 4,721 Millionen Euro auf rund 5,120 Millionen. Das Anlagevermögen erhöhte sich durch Investitionen in die Wasserversorgung auf 4 803 123 Euro (2016 (4 564 000). Die Neukalkulation spülte 200 000 Euro mehr in die Kasse. Der Jahresverlust verringerte sich von rund 127 000 Euro auf knapp 96 000.

Laut Bürgermeister Schärtl wurden 2017 499 391 Kubikmeter Wasser selbst erzeugt und 33 113 Kubikmeter zugekauft. Nach wie vor gleichbleibend hoch ist ein Wasserverlust von über 78 000 Kubikmetern. Was 15,02 Prozent entspricht. Armin Schärtl rechnet damit, dass es 2018 und 2019 wegen der Sanierungen des Leitungsnetzes weniger werde. Hans-Georg Dobler richtete das Augenmerk dennoch auf die Verluste. Wasser sei ein kostbares Gutund man möge sich vorstellen, wie viele Flaschen Wasser das im Boden versickerte ergeben würde.

Der Bürgermeister informierte den Ausschuss an dieser Stelle darüber, dass Nabburg zusammen mit Pfreimd nicht umhinkommen werde, einen zusätzlichen Brunnen zu schlagen. Zusammen mit der Pretzabrucker Gruppe zeichne sich aber eine Lösung ab.

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