29.11.2021 - 18:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Feuerwehr überrascht Lebensretter (6) aus Nabburg

Für Lukas war es wie ein vorgezogener Heiliger Abend: Vor seinem Wohnhaus in Nabburg ist die Feuerwehr vorgefahren, um ihn eine Runde mitzunehmen. Der Sechsjährige hatte seinem Opa das Leben gerettet.

Einmal Blaulicht nur für den kleinen Lebensretter: Lukas Mutzbauer (6) aus Nabburg durfte im Feuerwehrauto mitfahren.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Für die Freiwillige Feuerwehr Nabburg war klar: So ein mutiger Einsatz muss belohnt werden. Am Samstag stattete Kommandant Andreas Ringlstetter samt Löschfahrzeug dem sechsjährigen Lukas Mutzbauer aus Nabburg einen Besuch ab. Der Bub hatte Ende September sofort Hilfe geholt, als sein Großvater bei einem Unfall auf einem Feld in der Nähe von Diendorf unter einem Anhänger eingeklemmt worden war. "Ohne Lukas wäre die Situation nicht so glimpflich ausgegangen", zeigte sich Ringlstetter überzeugt. Erst durch das Einschreiten des Kindes sei die Rettungskette in Gang gekommen.

Was war passiert? Opa und Enkel waren am Nachmittag des 29. Septembers mit einem Traktorgespann raus auf den Acker gefahren, um Siloballen zu holen. Bei den Arbeiten geriet der Anhänger in Schieflage, kippte um und klemmte den Fuß des Mannes ein. "Da lagen sechs Tonnen auf dem Sprunggelenk", verdeutlicht Bernhard Mutzbauer, der Vater des Buben, die Situation. Lukas saß zum Zeitpunkt des Unfalls auf dem Beifahrersitz des Traktors und befand sich in einem Dilemma. Ihm war eingebläut worden, ja nicht unbeaufsichtigt vom Schlepper herunterzusteigen. Und jetzt? "Er hat gleich gemerkt, dass der Opa Hilfe braucht und seinen ganzen Mut zusammengenommen", berichtet sein Papa. Der Sechsjährige kletterte von der Zugmaschine und rannte hinüber zu einem Fahrradweg, dort hielt er Radfahrer an und berichtete, was passiert war. Die Biker leisteten dann sofort Erste Hilfe und riefen auch zuhause an, so dass die beiden Söhne des Eingeklemmten mit einem weiteren Bulldog zum Unfallort eilen und den schweren Anhänger mit dem Frontlader anheben konnten. So befreiten sie den Verletzten noch vor Eintreffen der Rettungskräfte aus seiner misslichen Lage.

Dennoch war ein größerer Rettungseinsatz nötig, in dessen Verlauf auf dem Feld sogar der Rettungshubschrauber landete. Neben der Nabburger und der Diendorfer Feuerwehr waren damals der Rettungsdienst, ein Notarzt, die Polizei und sogar die Wasserwacht im Einsatz. Sie alle hätten nicht so schnell helfen können, hätte Lukas nicht sofort Hilfe geholt. Dafür wollte sich die Nabburger Feuerwehr am Wochenende des ersten Advents noch einmal bedanken. Im Auftrag des Kreisbrandrats fuhren Ringlstetter, der auch zuständiger Gebietskreisbrandmeister ist, sowie Hans-Jürgen Schlosser (Kreisbrandmeister für Bevölkerungsinformation und Medienarbeit) bei Lukas' Elternhaus vor, um ihm einen Feuerwehrhelm und ein -spiel zu überreichen. Und dann durfte der kleine Held mit Papa und Bruder Paul (4) noch eine Ehrenrunde mit dem Feuerwehrauto drehen.

"Für Lukas war das natürlich das höchste", erzählt Bernhard Mutzbauer. "Er will ja sowieso mal Feuerwehrmann werden." Das Unfallgeschehen hat der Bub laut Papa relativ gut verarbeitet. "Er ist unwahrscheinlich stolz darauf, dass er was Gutes geleistet hat." Und auch dem verletzten Opa geht es schon wieder besser. Hermann Mutzbauer (59) hatte den Unterschenkel-Knochen gebrochen und schwere Quetschungen am Sprunggelenk erlitten. Er geht noch immer an Krücken, befindet sich laut seinem Sohn aber auf dem Weg der Genesung. Für Lukas war der Besuch wie eine vorgezogene Bescherung. Für das Christkind hat er sich aber trotzdem einen Wunsch aufgehoben. Es soll ein-Tipp-Kick-Spiel bringen. Und auch der Vater hat ein Anliegen zu Weihnachten: "Ich wünsche mir nur, dass dieses Corona-Virus endlich verschwindet", sagt er. Das Zoiglstüberl, das die Familie an der Oberviechtacher Straße betreibt, ist wegen der Pandemie bis auf weiteres geschlossen.

Onetz-Bericht über den Unfall

Nabburg
Es war ein Freudentag für Lukas Mutzbauer und seine Familie: Die Feuerwehr überraschte den Sechsjährigen, um sich bei ihm zu bedanken. Von links: Kreisbrandmeister Andreas Ringlstetter, Birgit, Lukas, Hermann und Bernhard Mutzbauer.

"Für Lukas war das natürlich das höchste. Er will ja sowieso mal Feuerwehrmann werden."

Bernhard Mutzbauer, Vater von Lukas

 

 

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