15.11.2020 - 10:48 Uhr
NabburgOberpfalz

Bares für die Landschaftspflege

Die 21 Schüler werden in Nabburg zu Landwirten ausgebildet und bei einem Projekt für eine neue Dienstleiterrolle sensibilisiert: Die Pflege der Kulturlandschaft. Das kann durchaus ein schöner Nebenverdienst sein.

Studierende der Landwirtschaftsschule Nabburg machten sich an den Hängen des Münchshofener Berges mit Freischneidern und Rechen an die Arbeit. Begleitet wurden sie von Lehrerin Patricia Steinbauer (rechts) sowie Markus Kurz (links) und Christian Weiß (Zweiter von links) vom Landschaftspflegeverband und vom Maschinenring.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

An den Hängen des Münchshofener Berges wachsen seltene Pflanzenarten, die des besonderen Schutzes bedürfen. Dornige Schlehen und stachelige Rosen würden Küchenschelle, Silberdistel und Kartäusernelke überwuchern, wenn man sie ungehindert wachsen ließe. Jetzt rückten Studierende der Landwirtschaftsschule Nabburg mit Freischneidern und Rechen aus, um das Gestrüpp zurückzuschneiden.

Ein Praxisprojekt

Landschaftspflegeverband und Maschinenring kümmern sich dort seit Jahren um die Pflege und lassen auf dem schwer zugänglichen Gelände bei Premberg (Stadt Teublitz) regelmäßig Schafe weiden. „Um die stacheligen Schlehen und Rosen machen die Tiere allerdings einen Bogen herum“, beobachtet Christian Weiß. Der Geschäftsführer des Maschinenrings beauftragt deshalb Landwirte aus der Umgebung mit der Entbuschung und rechnet die Kosten mit dem Landschaftspflegeverband ab. In der vergangenen Woche übernahmen diese Aufgabe 21 Schüler des ersten Semesters der Landwirtschaftsschule Nabburg. Patricia Steinbauer, Lehrerin für Pflanzenbau, Naturschutz und Landschaftspflege, bereitete die Jugendlichen auf das Praxisprojekt vor und suchte den Kontakt zu Markus Kurz, der beim Naturparkverein und beim Landschaftspflegeverband für die Umsetzung von Landschafts-, Hecken- und Gewässerpflegemaßnahmen zuständig ist. Auf dem Weg zum Gipfelkreuz erklärte der Fachberater den angehenden Landwirten, welche Dienstleisterrolle ihnen in Zukunft in der Kulturlandschaftspflege zukomme.

Unterricht an der Landwirtschaftsschule

Nabburg

Das „Landschaftskino“, eingerichtet vom Landschaftspflegeverband und der Stadt Teublitz, gewährt einen herrlichen Blick auf das Naabtal und das Städtedreieck. Für die Jugendlichen blieb nur kurze Zeit, um das Panorama zu genießen. Zunächst machten sich die „Freischneider“ an die Arbeit und beseitigten wuchernde Schlehen- und Rosenhecken. Mit dem Rechen säuberten die Jugendlichen anschließend den Hang und türmten das Schnittgut für den Abtransport auf.

Der Geschäftsführer des Maschinenrings, Christian Weiß, spendierte den Jugendlichen eine Brotzeit und nutzte dabei die Gelegenheit, die bäuerliche Selbsthilfeeinrichtung vorzustellen. Seit 45 Jahren sei der „Maschinenring Schwandorf e.V.“ als Dienstleister tätig und springe überall dort ein, „wo Not am Mann ist“, so Weiß. Fallen Bauer oder Bäuerin aus, schickt er eine landwirtschaftlich ausgebildete Fachkraft zur Überbrückung der Situation auf den Hof. Die Geschäftsstelle rechnet mit den sozialen Kostenträgern ab und zahlt die Mitarbeiter aus. Der Maschinenring übernimmt aber auch Garten-, Forst- und Winterdienstarbeiten für Kommunen und Privathaushalte.

90 Aufträge

Ein weiterer Schwerpunkt sind die Pflegemaßnahmen für den Naturpark- und Landschaftspflegeverein. Für 90 Aufträge rechnete der Dienstleister im vergangenen 150 000 Euro ab. „Für manche Landwirte ist das ein schöner Nebenverdienst“, machte Geschäftsführer Christian Weiß den Jugendlichen deutlich.

Hintergrund:

Der Landschaftspflegeverband

Der Landschaftspflegeverband, dem 13 Kommunen, zehn Vereine und 17 Privatpersonen angehören, koordiniert die Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt, lässt schwer zugängliche Hänge entbuschen und vergibt Pflegearbeiten. Dafür gibt es staatliche Zuschüsse. Zu den Zielgebieten gehören auch die Hänge am Münchshofener Berg, die als „FFH- und Natura-2000-Gebiete“ eingestuft sind und damit als besonders schützenswert gelten.

Das Gestrüpp muss zurückgeschnitten werden, um seltenen Pflanzenarten das Überleben zu sichern.
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