02.12.2020 - 17:18 Uhr
NabburgOberpfalz

Bahnübergang Nabburg: Regierung wartet noch auf Unterlagen

Die Schranke geht nur zum Teil auf. Die Verkehrsteilnehmer sind am Bahnübergang in Nabburg verunsichert. Diese vor wenigen Wochen beobachtete Situation löst einen Briefwechsel aus.

Ein Teil der Schranke ist zu, ein Teil ist offen. Solche offensichtliche technische Pannen befeuern in Nabburg die Diskussionen um die Dringlichkeit einer Bahnübergangslösung.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Die Stadträtin Heidi Eckl war Ende Oktober nach eigenen Angaben Zeugin, als die Schranke auf der Staatsstraße 2040 aufgrund einer technischen Panne nur halbseitig geöffnet wurde und Fahrzeuge die geschlossene Halbschranke umkurvten. Eine durchaus gefährliche Situation resultierte daraus, da es nicht sichergestellt erschien, dass bei nahenden Zügen die Schranke komplett schließt und dies von den Fahrern auch wahrgenommen wird.

Am 22. Oktober 2020 jährte es sich zum zehnten Mal, dass das Planfeststellungsverfahren zur Beseitigung des Bahnüberganges in Nabburg formell eröffnet wurde. An diese Tatsache und die beschriebene Beobachtung knüpften die Stadtratsfraktionen von SPD, Freien Wählern, ÜPW und ÖDP in einem Brief an, den sie an den Regierungspräsidenten Axel Bartelt schrieben. Nach ihrem Kenntnisstand sei inzwischen vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach auch das nachträglich verlangte Baulärmgutachten soweit fertig, dass es ausgelegt werden könnte. Auch wurde von den beauftragten Ingenieurbüros des Freistaates und der Deutschen Bahn die jeweilige Detailplanung weiter vorangetrieben. Die Stadt selber habe das Büro UmbauStadt mit einer städtebaulichen Studie im Umgriff der neuen Naabbrücke und der zukünftigen Fußgängerunterführung beauftragt. Vor diesem Hintergrund baten sie die Regierung eindringlich, sobald als möglich das Verfahren zu Ende zu führen, auch angesichts der nun komplett vom Freistaat erworbenen Flächen der Baywa entlang der geplanten Trasse. Den Brief unterschrieben die Fraktionssprecher Josef Weber (SPD), Helmut Ertl (ÜPW) und Heidi Eckl (ÖDP) sowie Zweite Bürgermeisterin Irene Ehemann (Freie Wähler).

Mit der Antwort beauftragte Bartelt den zuständigen Abteilungsdirektor Peter Thumann. Er schrieb am 19. November: "Das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach als Vorhabenträger überarbeitet derzeit teilweise unter Zuarbeit privater Planungsbüros, die Unterlagen für die Tektur 2 und treibt die Erstellung der endgültigen Antragsunterlagen voran. Die finalen Tekturunterlagen, insbesondere die erstmals zu erstellenden Lärmgutachten, sind nach unseren Erkenntnissen vom Vorhabenträger weitgehend erstellt. Jedoch müssen noch ausstehende, aktualisierte Zugzahlen der Bahn eingearbeitet werden, die dem Vorhabenträger vor wenigen Tagen zugegangen sind. Anschließend erwarten wir die Vorlage der Unterlagen bei der Regierung der Oberpfalz. Sobald die vollständigen Tekturunterlagen des Staatlichen Bauamts bei der Regierung der Oberpfalz eingegangen sind, wird die erneute öffentliche Auslegung veranlasst werden."

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Angesichts der langen Verfahrensdauer könne er gut nachvollziehen, dass Mandatsträger und Bürger eine zeitnahe Lösung der belastenden Verkehrssituation erwarten und sich eine schnelle Schaffung von Baurecht in Form eines Planfeststellungsbeschlusses erhoffen. Dabei dürfe allerdings nicht vergessen werden, dass auch die langwierige Diskussion des Projekts - so wichtig sie in der Nachbetrachtung gewesen sein mag - nicht zur Beschleunigung der Prozesse beigetragen hat. Weiter sei für einen zügigen Fortgang des Verfahrens ausschlaggebend, dass von keiner Seite mehr inhaltliche Änderungen eingebracht werden, die eine mögliche weitere Tektur zur Folge haben könnten. Schließlich bat Thumann um Verständnis dafür, "dass wir als Genehmigungsbehörde - trotz bestehender Erwartungshaltungen - zu Objektivität und Neutralität verpflichtet sind". Er könne aber versichern, "dass es unser Ziel ist, unter diesen Rahmenbedingungen das Verfahren so zügig wie möglich voranzubringen."

"Wir hoffen, dass das Ziel der Regierung, das Verfahren zügig voranzubringen, bald vollendet wird", reagierte Josef Weber, der das Antwortschreiben stellvertretend für alle Verfasser erhalten hatte, in einer Pressemitteilung, die der Redaktion von Oberpfalz-Medien zugeleitet wurde.

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