20.09.2019 - 12:48 Uhr
NabburgOberpfalz

Archivar Felix Engel spricht über seine ersten Wochen und geplanten Umzug

Felix Engel heißt der neue Archivar der Verwaltungsgemeinschaften Nabburg und Pfreimd. Der 29-Jährige ist aktuell dabei, die Bibliothek zu ordnen und für Bürger benutzbar zu machen. Er arbeitet aber auch am Archiv-Umzug.

Nabburg und Pfreimd haben seit rund zwei Monaten einen neuen Archivar: Felix Engel. Im Interview stellt sich der gebürtige Magdeburger den Fragen von Oberpfalz-Medien.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Seit rund zwei Monaten arbeitet Felix Engel in Nabburg und Pfreimd. Der 29-Jährige hat Geschichte und Deutsch an der Uni Potsdam studiert. Während seines Studiums und der Promotion hat Engel bereits als freier Historiker gearbeitet. Im Interview mit Oberpfalz-Medien spricht er über seine ersten Wochen in der Oberpfalz und verrät, welche Gebäude für die Unterbringungen des Nabburger Stadtarchivs infrage kommen.

ONETZ: Sie sind gebürtiger Magdeburger und arbeiten seit rund zwei Monaten in der Oberpfalz. Wie haben Sie sich eingelebt?

Felix Engel: Ich habe mich recht gut eingelebt, muss ich sagen - das ging relativ zügig. Ich bin in beiden Rathäusern sehr herzlich aufgenommen worden - sowohl in Nabburg als auch in Pfreimd. Nur das Bier will mir nicht recht schmecken (lacht).

ONETZ: Das Bier will Ihnen nicht recht schmecken? Wir haben aber das beste Bier in der Oberpfalz.

Felix Engel: Naja, ich trinke lieber Pils und hier wird lieber Helles getrunken. Ich gewöhne mich aber daran. An den Dialekt muss ich mich auch gewöhnen.

ONETZ: Was waren Ihre Aufgaben in den ersten acht Wochen?

Felix Engel: Vor allem war ich damit beschäftigt, die Dienstbibliothek zu ordnen. Das war doch etwas chaotisch. Es legt ja jeder andere Schwerpunkte auf seine Arbeit. Mir ist es erstmal wichtig, dass die Bibliothek benutzbar ist, sowohl für uns als auch für Besucher. Wir wollen natürlich auch, dass mehr Besucher kommen. Insofern ist eine anständige Bibliothek unverzichtbar.

ONETZ: Sie sind mit 29 Jahren noch ein relativ junger Archivar. Wie reagieren Menschen in Ihrem Umfeld, wenn Sie sagen, was Sie arbeiten?

Felix Engel: So untyptisch ist dar gar nicht. Mein Vorgänger ist auch relativ jung auf die Stelle gekommen, er ist jetzt zurück in seine Heimat gegangen. Verwunderte Reaktionen sind mir nicht entgegengeschlagen. Gerade für Historiker ist es ja ein Glück, wenn sie so eine ansprechende Stelle bekommen. Viele versteifen sich darauf, in der universitären Wissenschaft zu bleiben. Das stand für mich nicht zur Diskussion.

ONETZ: Was reizt Sie am Beruf des Archivars?

Felix Engel: Gerade so ein kommunales Archiv ist das Gedächtnis einer Stadt oder einer Kommune. Dieses Wissen zu verwalten, aufzubereiten und benutzbar zu machen ist das, was mich schon seit einiger Zeit daran reizt. Als dann diese Stelle hier ausgeschrieben war – ich war ohnehin auf Stellensuche –, hatte mich es besonders angesprochen, dass nicht nur jemand gesucht wird, der die Akten umordnet, sondern auch jemand, der die Geschichte der Verwaltungsgemeinschaften Nabburg und Pfreimd sowie der zugehörigen Gemeinden aufarbeitet.

ONETZ: Hat sich denn schon ein Arbeitsschwerpunkt herauskristallisiert, dem Sie sich widmen wollen?

Felix Engel: Nein, man muss ja ein Allrounder sein. Einen ganz konkreten Schwerpunkt kann ich mir gar nicht erlauben als Einzelkämpfer – beziehungsweise Bertram Sandner ist in Nabburg ja noch als ehrenamtlicher Archivar tätig. Natürlich hat man Sachen, die macht man lieber. Zum Beispiel bin ich ja von Hause aus Reformationshistoriker. So habe ich mich in der Vergangenheit vor allem mit dem 16. Jahrhundert auseinandergesetzt – aber da war ich hier jetzt noch nicht konkret dran. Das ist auf jeden Fall etwas, mit dem ich mich bei Gelegenheit beschäftigen werde. Derzeit geht es mir aber darum, einen Überblick über die jeweiligen Bestände zu erarbeiten.

ONETZ: Auf was setzen Sie als junger Archivar: analog oder digital?

Felix Engel: Die technischen Möglichkeiten sind natürlich vorerst begrenzt. Wir haben viel mit analogen Akten zu tun. Erst wenn wir die analogen Akten verzeichnet haben, können wir darüber nachdenken, Akten auch digital zur Verfügung zu stellen. Ohnehin: Mit dem Internet kann man ja auch Nutzer generieren.

ONETZ: Gibt's beim Thema Digitalisierung konkrete Überlegungen?

Felix Engel: Ja, es gibt erst mal die Überlegung, die Findbücher, in denen die Akten verzeichnet sind, ins Internet zu stellen. Damit kann man auch Benutzer gewinnen. Außerdem haben wir hier im Archiv einen sehr umfangreichen Urkundenbestand, der weit bis ins Mittelalter zurückreicht. Es gibt dahingehend auch Überlegung, die Urkunden zu digitalisieren und ins Internet zu stellen, um mehr Interesse für die Stadtgeschichte zu wecken.

ONETZ: Das Archiv soll ja in neue Räumlichkeiten umziehen: Was ist der Status quo?

Felix Engel: Der Status quo ist, dass das Ganze in interner Diskussion ist. Es gibt verschiedene Überlegungen, wo das Archiv untergebracht werden kann. Es gibt die Überlegung, in die alte Sparkasse zu ziehen oder in die alte Zinngießerei. Es soll ein Architekturbüro beauftragt werden, um ein Konzept zu erstellen – anschließend gucken wir weiter. Es ist derzeit noch völlig offen. Aber wir gehen davon aus, dass demnächst eine langfristig tragfähige Entscheidung herbeigeführt wird.

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