13.08.2020 - 18:05 Uhr
NabburgOberpfalz

36 Module, ein Projekt: Interimskindergarten steht

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Die 36 Module sind aufgebaut. Der neue Kindergarten in Nabburg-Diendorf, der nur als Übergangslösung dient, steht. Bei einem Baustellenbesuch freut sich die amtierende Bürgermeisterin Irene Ehemann über die hohen Standards der Bauteile.

Aus 36 einzelnen Modulen entstand ein Gesamtwerk: der Übergangskindergarten neben dem Grundschulgebäude (Hintergrund) in Diendorf.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Es dauerte nur vier Tage, und die Interimslösung war rein äußerlich fertig. Die Firma aus dem Emsland, bei der die Container angemietet worden sind, hatte neben der Schule in Diendorf alles aufgebaut. Am Donnerstag kam Zweite Bürgermeisterin Irene Ehemann, die derzeit Stadtoberhaupt Frank Zeitler vertritt, zu einem Pressetermin auf die Baustelle. Informationen gaben dabei auch der Bau-Ingenieur aus dem Rathaus, Johannes Schießl, sowie die beiden Bauleiter Hermann Hösl und Christian Haberl (beide Nabburg).

Auf einer Gesamtfläche von etwa 430 Quadratmetern ist Platz geschaffen worden für zwei Krippengruppen (jeweils drei Räume) und eine Kindergartengruppe mit Küche, Essplätzen und Mehrzweckraum. Die Spielgeräte lagern schon im Bauhof, die Möbel kommen in der nächsten Woche. In der zweiten September-Woche soll die Einrichtung in Betrieb gehen, das sei gegenüber den Eltern auch so kommuniziert, hieß es. Spätestens im September soll dann noch der Außenbereich mit Grünfläche, Erdhügel und Rutsche angelegt werden. Dafür muss die Stadt insgesamt rund 950 000 Euro investieren. "Mit dieser Lösung brauchen wir uns nicht zu verstecken, auch die Eltern werden positiv überrascht sein", zeigten sich die beiden Planer überzeugt. Bürgermeisterin Irene Ehemann war bereits jetzt überrascht von den hohen Standards der einzelnen Modul-Bauteile und deren Technik. Sie konnte sich gut vorstellen, dass von vielen Eltern hörbare Kritik an der "Container-Bauweise" bald verstummen wird.

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Warum musste diese Interimslösung überhaupt sein? Geburtenstarke Jahrgänge und nicht mit letzter Sicherheit planbares Anmeldeverhalten der Eltern wurden als Hauptgründe genannt, warum die Stadt in die Zwickmühle geriet. "Vielleicht hätten wir schon ein Jahr früher reagieren müssen", gab Ehemann zu bedenken. Doch es sei nun jedenfalls eine gute Lösung gefunden worden, die den zu stellenden Ansprüchen genügt. Auch andere Kommunen, ließ Architekt Hösl wissen, hätten das Problem, dass sie schnell mehr Plätze benötigen als geplant, vor allem für die Kleinen in den Krippen. Der Lieferant der Module mache deshalb gute Geschäfte, er sei langfristig ziemlich ausgebucht. Nach zwei Jahren wird alles wieder entfernt. Nur Mobiliar und Spielgeräte sollen gleich für den großen, neuen Kindergarten Verwendung finden, der nur einen Steinwurf entfernt errichtet wird (hinter dem Schulsportplatz). Dafür fasste der Stadtrat inzwischen den Baubeschluss (Artikel unten). "Wir arbeiten jetzt vorausschauend und können in Zukunft besser auf den anfallenden Bedarf reagieren", sagte Ehemann zur weiteren Planung, die sogar einen zweiten Neubau vorsieht.

Amtierende Bürgermeisterin Irene Ehemann besichtigte die Baustelle zusammen mit den Bauleitern Hermann Hösl (rechts) und Christian Haberl (links) sowie dem städtischen Bau-Ingenieur Johannes Schießl.
Im Blickpunkt:

Wachsender Bedarf: Zwei neue Kindergärten nötig

Die Stadt Nabburg braucht zwei neue Kindergärten. Für einen fasste der Stadtrat den Grundsatzbeschluss zur Umsetzung: Er soll in Diendorf entstehen. Ein zweiter Neubau ist im Stadtwesten angedacht.

Zum Thema Kindergartenbetreuung bekam der Stadtrat die aktuelle Bedarfsermittlung vorgelegt:

  • Kinderkrippe: Derzeit leben 132 Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren in Nabburg. Die Stadt hat in Kürze 48 Krippenplätze zur Verfügung (24 in St. Marien und 24 in der noch im Bau befindlichen Interimslösung in Diendorf). Es ergibt sich daraus ein Versorgungsgrad von 36 Prozent. Um den vom Landratsamt empfohlenen Grad von 64 Prozent zu erreichen, müsste die Stadt insgesamt 84 Plätze anbieten. Demnach besteht zu den genehmigten Plätzen in St. Marien ein Bedarf von 60 Krippenplätzen (5 Gruppen).
  • Kindergarten: Im Alter von 3 bis 6,5 Jahren leben derzeit 193 Kinder in Nabburg. 183 Kindergartenplätze stehen demnächst zur Verfügung (81 in St. Marien, 77 in St. Angelus und 25 in der Interimslösung), was einen Versorgungsgrad von 95 Prozent bedeutet, so dass der Bedarf fast gedeckt werden kann. Allerdings rechnet man im Rathaus aufgrund der Steigerung der Geburtenzahlen mit einem weitergehenden Bedarf von 75 Plätzen (3 Gruppen).
  • Die Stadt hat also - nach der in absehbarer Zeit anstehenden Auflösung von St. Angelus - zusätzlich zum Kindergarten St. Marien folgenden Bedarf: 150 Kindergartenplätze (6 Gruppen) und 60 Krippenplätze (5 Gruppen). In der bisherigen Bedarfsanerkennung durch den Stadtrat (datierend vom 4. Juni 2019) war man von 125/36 Plätzen ausgegangen. Den nun errechneten zusätzlichen Bedarf von 25/24 Plätzen (eine Kindergarten- und zwei Krippengruppen) erkannte der Stadtrat nun ebenfalls an. Auf Vorschlag des Bürgermeisters und der Verwaltung soll ein Standort für diese Einrichtung an einem zweiten Neubau-Standort im Westen der Stadt gesucht werden.
  • Auf der Basis der genannten Zahlen galt es nun zunächst erst einmal, den Grundsatzbeschluss für den Bau eines ersten neuen Kindergartens zu fassen. Einstimmig legte sich der Stadtrat fest, ihn mit 8 Gruppen (5 Kindergarten- und 3 Krippengruppen) in Diendorf hinter der Grundschule zu errichten. Er beauftragte die Verwaltung, die nächsten Schritte für die noch heuer anlaufende Planung zu veranlassen. Die Frage der Trägerschaft ist noch offen.
  • Stadträtin Heidi Eckl (ÖDP) erkundigte sich in der Sitzung, wie es mit St. Angelus weitergehen soll. "Es gibt nachfolge-Interessenten, die etwas im städtischen Sinne machen wollen", fasste Bürgermeister Frank Zeitler (CSU) dazu ein Gespräch mit dem Pfarrer zusammen. Die Kirche werde dort definitiv keinen Kindergarten mehr betreiben, nur noch übergangsweise. Eine Übernahme durch die Stadt sei auch schon im Gespräch gewesen. Doch dabei müsse man die anfallenden Kosten (inklusive Sanierung) in Relation zu einem Neubau sehen. (am)
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