29.07.2020 - 12:12 Uhr
NagelOberpfalz

Musikalische Stunde im Kräutergarten am Nageler See

Die Coronakrise hat bei den Mitgliedern des Männergesangvereins "Max Reger" die Freude am Singen mit trüben können. Daran ließen sie jetzt auch andere bei einer Probe teilhaben.

Ein idyllisches Plätzchen hatte der Männergesangverein "Max Reger" zu einer weiteren Singstunde im Freien am Nageler See gefunden.
von Bertram NoldProfil

"Singen ist Leben, Singen ist Freude!" Der Chorsatz nach dem bekannten Lied "Morning has broken" von Cat Stevens ist zu einem Standard-Lied des Männergesangvereins "Max Reger" in Brand geworden. Weil es das Wesen des Singens zum Ausdruck bringt, ist es fester Bestandteil der jährlichen Ehrungsfeier.

In der aktuellen Corona-Krise kommt dem Lied besondere Bedeutung zu. Das kulturelle Leben und die Freude daran waren in den vergangenen Monaten nahezu erloschen. Langsam und vorsichtig aber tasten sich die Sänger des Brander Männerchores wieder an das normale Leben heran. Unter strenger Beachtung der Hygiene-Vorschriften werden seit einigen Wochen die wöchentlichen Proben abgehalten.

Weil diese, vor allem die Abstände, am ehesten im Freien einzuhalten sind, hat sich der Chor ein Plätzchen unter einem Baum vor dem Reger-Gedenkstein in der Grünanlage am Rathaus gesucht, wo bei akzeptabler Akustik durchaus gut gesungen werden kann. Da ein Teil der Sänger aus Nagel kommt, sollte zwischendurch aber ein Ortswechsel erfolgen, und da eignete sich der Kräutergarten am Nagel Weiher hervorragend.

Eine Anpassung an die schwierige Akustik dort war eingangs wichtig und nötig, dann aber folgten eine Stunde lang gern gesungene Chorsätze, die auch vorbeilaufenden Gästen gefielen. Bürgermeister Helmut Voit nahm mit seiner Ehefrau unweit des Geschehens Platz, einzelne Gäste aus Brand hatten sich eingefunden und lauschten in einigen Metern Entfernung. Schließlich konnte Chorleiter Bertram Nold das einzige weibliche Mitglied des Vereins als "Ehrengast" begrüßen: Barbara Ehlich kam bei ihrer abendlichen Runde um den See rein zufällig vorbei und machte es sich auf einer Bank nebenan gemütlich.

"Nimm dir Zeit, werde still, wenn ein Lied erklingt!" Die musikalische Aufforderung nahmen sich Passanten immer wieder zu Herzen und blieben stehen, um sich einige Lieder anzuhören. Die Sänger selbst hatten die größte Freude an der Zusammenkunft und brachten dies mehrmals musikalisch zum Ausdruck: "Wo man ein Bier trinkt und ein Lied singt, da ist es herrlich auf der Welt!" Das Fichtelgebirgslied durfte an diesem Abend nicht fehlen, und auch nicht das lebhaft vorgetragene Lied vom "Chianti-Wein". "Funiculi, funiculi" erinnerte an das beliebte Urlaubsland Italien, und "Heast as net" nach einer Pop-Ballade von Hubert von Goisern sorgte gegen Ende für abendliche Stimmung.

Der Abschluss erfolgte auch am Nageler See mit "Wiederseh'n ist ein schönes Wort, ist es nicht hier, so ist es dort!" "Dort" meinte dieses Mal den Garten am Max-Reger-Geburtshaus. Dort findet am Freitag, 31. Juli, um 19 Uhr der Abschluss des diesjährigen, außergewöhnlichen und ebenso kargen Probenjahres statt. Die Sänger hoffen, dass die neue Probenperiode ab September wieder in geordneten Bahnen verlaufen kann, so dass die bevorstehenden Termine wahrgenommen werden können.

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