20.12.2020 - 17:31 Uhr
Mönlas bei KönigsteinOberpfalz

Brückensanierung bei Mönlas teurer als Neubau

Weder winterliche Verhältnisse noch Pandemie-Erschwernisse halten das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach davon ab, den baufälligen Brücken entlang der Bundesstraße 85 zu Leibe zu rücken. Nach Edelsfeld ist die Reihe nun an Mönlas.

Die Arbeiten an der Umfahrung laufen auf Hochtouren, die eigentlichen Brückenbauarbeiten in Mönlas starten dann Mitte 2021.
von Anke SchäferProfil

In Mönlas ist die Ausgangslage nicht sehr viel anders als bei der nur wenige Kilometer entfernten Vorgänger-Baustelle: Die bestehende Brücke über die Staatsstraße 2166 hat immerhin schon 80 Jahre auf dem Buckel, da ist es mit neuestem Stand der Technik und aktuellen Anforderungen wie Traglast oder passiven Schutzeinrichtungen nicht mehr weit her.

Eine Sanierung hätte sich nicht gerechnet, das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach entschied sich daher für einen Ersatz-Neubau, so Hannes Neudam, Abteilungsleiter Brückenbau, auf Anfrage von Oberpfalz-Medien. Konkret bedeutet das ein Spannbeton-Bauwerk mit Überbauplatte und klassischen Widerlagern. Eine monolithische Rundbogen-Ausführung wäre nicht Stand der Technik gewesen.

Andere Bodenverhältnisse

Die jüngsten Erfahrungen mit der Edelsfelder Baustelle helfen übrigens nur bedingt. Die Bodenverhältnisse sind anders, die anspruchsvolle Gelände-Topographie erfordert zusätzliche Stützwände, um die vergleichsweise kompliziertere Umfahrung bauen zu können, so Neudam. Bei der optischen Gestaltung kommen allerdings wieder Schalungs-Matrizen zum Einsatz, die bereits in Edelsfeld den Sichtbeton mit Natursteinoptik veredelt haben.

Die eigentlichen Brückenbauarbeiten sollen zur Jahresmitte 2021 starten und bis Herbst 2022 dauern. Die Kosten für die Brücke selbst sowie die angrenzenden Stützwände beziffert der Abteilungsleiter auf unter 3 Millionen Euro, für die Umfahrung mitsamt neuer Rampe und Anpassungen im nördlichen Bereich sind rund 1,5 Millionen Euro veranschlagt.

Die aktuelle Situation birgt allerdings gewisse Risiken für die laufenden Arbeiten am ersten Bauabschnitt. Es bestehe immer die Gefahr von Erschwernissen, Verzögerungen oder gar Stillständen, was beispielsweise Personal oder die Material-Verfügbarkeit betreffe, berichtet Neudam. Auch mit der Vergabe der Bauleistungen sei es nicht so einfach, da wegen der Auftragslage große Unsicherheiten bei den Baufirmen, vor allem bei Kalkulation und Angebotsabgabe, herrschten, was wiederum das Preisgefüge schwer kalkulierbar mache. Von den gegebenen Unwägbarkeiten lässt sich das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach jedoch nicht schrecken. Vielmehr setze man nach wie vor alles daran, auch inmitten der Pandemie alle Projekte mit vollem Einsatz voranzutreiben und den Bauumsatz zu halten, wenn nicht gar zu steigern.

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Amberg

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