25.09.2020 - 17:41 Uhr
MitterteichOberpfalz

Zoiglwirte wegen Coronazahlen besorgt

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Allmählich kam wieder Leben in die Zoiglstuben. Doch nun kehrt das Coronavirus zurück. Wie geht es mit der Zoigltradition weiter?

Interessiert schauen die beiden Mitterteicher Zoiglwirte Willi Oppl (links) und Hans Lugert in den Maischebottich, dort wo der köstliche Mitterteicher Zoigl hergestellt wird. Gebraut wird im Kommunbrauhaus der Stadt Mitterteich
von Josef RosnerProfil

Mit Sorgenfalten beobachten die Zoiglwirte die Entwicklung bei der 7-Tage-Inzidenz. Vor einer Woche wäre in den Kommunbrauorten in den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt/WN der im Vorjahr neu eingeführte gemeinsame Kommunbrautag über die Bühne gegangen. Der war bereits vor einiger Zeit abgesagt worden. Nun haben viele Wirte Angst, dass sie ganz schließen müssen, sollte sich das Virus weiter ausbreiten.

Früher war der Kommunbrautag in Mitterteich mit dem Michaelimarkt verbunden. Zehn Mal fand der am Michaelimarkt statt. Im vergangenen Jahr war er dann das erste Mal auf den gemeinsamen Termin vorverlegt worden. Heuer hätte es die zwölfte Auflage geben sollen. Doch Corona machte das Vorhaben zunichte. Willi Oppl hatte seine Zoiglstube heuer zum letzten Mal Anfang März geöffnet, seitdem nicht mehr. Er wurde in dieser Zeit glücklicher Opa. "Da hätte ich ohnehin einen öffentlichen Ausschank ausfallen lassen müssen", sagt er. Doch dann kam Corona dazu. Oppl braut dennoch weiter und baute den Straßenverkauf von Zoigl als Marktnische aus. Trotz Schließung der Zoiglstube habe er so rund 60 Prozent des üblichen jährlichen Ausschanks verkaufen können. "Ich bin mit dem Umsatz sehr zufrieden", sagt Oppl, der dieses Jahr seine Stube keinesfalls mehr öffnen will. "Wie es 2021 aussieht, kann heute noch keiner sagen."

Hans Lugert begann in seiner Zoiglstube im Mai mit dem Straßenverkauf und einem Probe-Hofausschank im Juli und im September. Mit dem Geschäft zeigt sich Lugert ebenfalls zufrieden, wenngleich Corona die Arbeit doch sehr beeinträchtige. "Wir haben beim Hofausschank, nicht zuletzt dank der vielen schönen Tage, rund zwei Drittel des sonstigen Zoiglverkaufs erreicht", sagte Lugert. Die Gäste hätten durchaus Verständnis für die Coronamaßnahmen. Jeder Gast müsse am Eingang warten, bis ihm ein Platz zugewiesen werde, der Eintritt sei nur mit Mund-Nase-Bedeckung möglich, zudem müsse sich jeder Gast in einer Liste eintragen, die vier Wochen lang aufbewahrt werde. Wenn ein Gast wieder gehe, reinige man Tische und Bänke, bevor sich neue Gäste setzen dürften. Der personeller Aufwand sei sehr groß, aber der Verkauf viel geringer als vorher. "Wir haben bisher rund ein Drittel weniger Zoigl als im Vorjahr verkauft", gibt Lugert zu bedenken. Auch Vertreter des Gesundheitsamtes schauten bei ihm schon nach dem Rechten. Für November denkt Lugert an einen verkürzten Ausschank. In den Wintermonaten wollen Oppl und Lugert gar nicht öffnen, es sei denn das Wetter sei ungewöhnlich schön. Oppl, der auch für das Kommunbrauhaus verantwortlich ist, will sich nicht unterkriegen lassen. "Wir halten weiter zam." Und wenn es die Krise zulasse, dann werde halt nächstes Jahr der zwölfte Kommunbrautag in Mitterteich gefeiert.

Hier erfahren Sie mehr über den Kommunbrautag

Mitterteich
Zünftig ging es im vergangenen Jahr beim Kommunbrautag bei Zoigl Oppl zu, a zünftige Musi, eine gute Unterhaltung und eine tolle Brotzeit waren geboten. Heuer muss der Kommunbrautag leider ausfallen.
Blick in den Hof von Zoigl Lugert, so sah es dort beim Kommunbrautag im vergangenen Jahr aus. Alle drei Zoiglstuben der Stadt waren immer gut gefüllt,heuer gibt es dieses Szenario nicht. In der Zoiglstube Lugert wurde wenigstens zweimal in der Coronazeit ausgeschenkt.
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