15.11.2020 - 10:30 Uhr
MitterteichOberpfalz

Volkstrauertag Mahnung und Hoffnung zugleich

Trompetensolo, Rede und Kranzniederlegung: Im kleinen Kreis fand am Samstagabend eine kurze Gedenkfeier zum Volkstrauertag am Kriegerdenkmal in Mitterteich statt.

Bürgermeister Stefan Grillmeier hielt am Samstagabend eine kurze Gedenkrede am Mitterteicher Kriegerdenkmal.
von Josef RosnerProfil

An das Leid von Millionen von Menschen erinnerte Bürgermeister Stefan Grillmeier am Samstagabend vor dem Kriegerdenkmal. In einer kurzen Ansprache gedachte er den Opfern von Gewalt und Krieg, Kindern, Frauen und Männern aller Völker. "Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren." Auch verfolgte und getötete Menschen anderer Völker, Rassen und Minderheiten oder Menschen mit Behinderung bezog er in seine Rede mit ein. "Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten", so der Bürgermeister.

"Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus, um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren." Auch das Gedenken an diejenigen, die hierzulande durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind soll aufrecht erhalten werden.

Bei der kleinen und kurzen Feier am Kriegerdenkmal waren auch Stadtpfarrer Anton Witt, der mit einem kurzen Gebet an das Leid erinnerte, sowie der evangelische Pfarrer Martin Schlenk und Landrat Roland Grillmeier anwesend. Die örtliche Krieger-, Soldaten- und Reservistenkameradschaft stellten unter dem Kommando von Stefan Badstieber eine Ehrenwache. Trompeter Oliver Lipfert intonierte zwei Solis und spielte die Stücke "Nimm denn meine Hände" und "Ich hatt einen Kameraden".

Eine weitere Rede hielt Bürgermeister Stefan Grillmeier im Anschluss beim Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche. Dabei betonte er, dass das Kriegsende im Mai 1945 für die Deutschen und Europäer ein Tag der Befreiung war mit der Hoffnung auf Frieden. Im Volkstrauertag sah er einen Tag der Mahnung, aber auch gleichzeitig einen Tag der Hoffnung, dass die Menschen aus der Geschichte lernen. 75 Jahre nach Kriegsende führ uns die globale Pandemie vor Augen, dass innerer und äußerer Frieden auch heute nicht selbstverständlich sei.

Grillmeier bedauerte, dass Respekt vor dem Nächsten und das Bewusstsein für die Werte des Friedens immer mehr schwinden. "Wir müssen froh und dankbar sein, dass es uns seit Jahrzehnten erspart blieb, junge Menschen in einen sinnlosen Kampf zu schicken", betonte der Bürgermeister.

Der Landkreis Tirschenreuth sprach eine pauschale Ausnahmeregelung für Gedenkfeiern am Volkstrauertag aus

Tirschenreuth
Bürgermeister Stefan Grillmeier am Mitterteicher Kriegerdenkmal mit der Ehrenwache und den Fahnenabordnungen der Vereine.
Zahlreiche Ehrengäste wohnten der Besinnung am Mitterteicher Kriegerdenkmal bei, unter ihnen auch Landrat Roland Grillmeier (Dritter von rechts).
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