03.02.2021 - 11:52 Uhr
MitterteichOberpfalz

TuS Mitterteich: 300 Aktive warten aufs Lockdown-Ende

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Nächstes Jahr feiert der TuS Mitterteich 130. Jubiläum. Doch auch im ältesten und größten Sportverein der Stadt ist das sportliche Leben komplett zum Erliegen gekommen. Präsident Anton Bauernfeind sucht derweil einen Nachfolger.

2017 fanden im Großbüchlberger Forst noch die Bayerischen Skilanglaufmeisterschaften der Senioren statt. Eine Veranstaltung, die heute nahezu undenkbar erscheint.
von Josef RosnerProfil

950 Mitglieder, darunter rund 300 Aktive, zählt der TuS Mitterteich. Sie alle sind durch den Lockdown zum sportlichen Nichtstun verdonnert. Dieser Umstand zehrt durchaus an den Nerven der Mitglieder. Für TuS-Präsident Anton Bauernfeind ist klar, dass das sportliche Leben schnell wieder startet, sobald es erlaubt ist. Der 65-Jährige steht seit 27 Jahren an der Spitze des Vereins und würde die Führung gerne abgeben. Die Neuwahlen, die eigentlich schon im Herbst 2020 geplant waren, sollen heuer so bald wie möglich stattfinden.

Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien betont Anton Bauernfeind, dass der Verein bis zum Beginn des zweiten Lockdowns eigentlich gut über die Runden gekommen ist. Zwar war die Mehrzweckhalle wegen Sanierung gesperrt, doch das TuS-Sportgelände erwies sich als idealer Standort. „Wir haben hier mit nahezu allen Gruppen im Sommer Sport betrieben. Unsere 300 Aktiven genossen die Bewegung im Freien.“ Auch das vereinseigene TuS-Heim diente als Treff für Übungen. Anton Bauernfeind versichert, dass sich die Sparten immer an die Hygienekonzepte gehalten haben: "Vor allem wurden kleinere Gruppen gebildet, so dass Abstände und Schutzmaßnahmen möglich waren."

Training per Video

Bis Ende Oktober war Sport im Freien möglich. "Seit Anfang November gibt es jetzt auch bei uns keinen Präsenz-Sport mehr“, sagt Bauernfeind. Martin Ernstberger, der die Buben im Turnen als Übungsleiter betreut, berichtet vom Online-Sportunterricht der Leistungsturner. Ein bis zwei Mal pro Woche wird so trainiert. Auch die Damen der Frauengymnastik genossen diese neue Form des Trainings mit ihrer Übungsleiterin Maria Neumayr.

Relativ gut hatten es heuer die Skilangläufer. „Seit Silvester haben wir im Großbüchlberger Forst gespurt. Vier Wochen lang herrschten beste Pistenverhältnisse“, berichtet Bauernfeind von einem großen Ansturm der Langläufer. Geschlossen war natürlich die TuS-Skihütte, also gab es auch keine kalten oder wärmenden Getränke.

Boule neu entdeckt

Aktiv während des Sommers war auch die rund 15 Personen starke Nordic-Walking-Gruppe mit Alfred Hecht und Rudolf Hartwich. „Die waren regelmäßig unterwegs, bis zum Beginn des zweiten Lockdowns. Ab dann ging nichts mehr“, sagt Bauernfeind. Die Gymnastik-Sparte trainierte mit 30 Frauen in zwei Gruppen regelmäßig auf dem TuS-Sportplatz. Aktuell gibt es Video-Trainingsprogramme, an denen sich die Damen beteiligen können. Die Ü-50-Gruppe traf sich anfangs ebenfalls auf dem Sportgelände, ehe sie Mitte September die neue Boule-Anlage an der Skihütte in Großbüchlberg entdeckte und dort regelmäßig spielte. „Diese neue Sportart weckte vor allem den sportlichen Ehrgeiz der Damen“, berichtet Bauernfeind.

Bubenturnen-Übungsleiter Martin Ernstberger gibt freimütig zu, dass er nach dem ersten Lockdown Angst hatte, ob auch alle wiederkommen. Diese Sorge erwies sich als unbegründet. Ernstberger hofft, dass es auch nach dem aktuellen Lockdown so sein wird. Zu seinen Schützlingen hält er per Whatsapp regelmäßig Kontakt.

Keine Faschingsauftritte

Schwer getroffen haben die Auswirkungen der Pandemie die kleinen Turnerinnen und Tänzerinnen der Garden. Normalerweise haben sie in dieser Jahreszeit viele Auftritte, die heuer nicht möglich sind. Onlinetraining ist für die Kleinen zumeist kein Ersatz für das Bad in der Menge, wenn sie vor Publikum tanzen dürfen.

"Wir haben ein gutes Führungsgremium, wir sind gut aufgestellt. Da sollte eine Lösung drin sein."

TuS-Präsident Anton Bauernfeind zur Nachfolgerfrage

TuS-Präsident Anton Bauernfeind freut sich über einen neuen Rekord: Vergangenes Jahr erreichten 70 Mitglieder das Sportabzeichen. "Vor allem viele Kinder nutzten diese Möglichkeit, sich sportlich zu beweisen." Insgesamt war der Kontakt zu den Mitgliedern natürlich enorm eingeschränkt. Zu runden Geburtstagen etwa wurde zwischen Tür und Angel gratuliert und ein kleines Präsent abgestellt, mehr ging nicht.

Besonders gut kam in Corona-Zeiten das Sportabzeichen an

Mitterteich

Eigentlich sollten im Herbst 2020 Neuwahlen sein, doch war dies aus bekannten Gründen nicht möglich. Die Versammlung soll heuer so schnell wie möglich durchgezogen werden, wenn es wieder möglich ist. Anton Bauernfeind kündigt schon mal seinen Rückzug an: „27 Jahre Präsident sollten reichen.“ Mit möglichen Nachfolgern befindet er sich in Gesprächen. „Wir haben ein gutes Führungsgremium, wir sind gut aufgestellt. Da sollte eine Lösung drin sein“, ist er vorsichtig optimistisch. Ob dieses Jahr auch Ehrungen stattfinden, steht noch nicht fest. Wenn, dann muss es zügig gehen.

Obwohl der TuS derzeit keine Einnahmen hat, weil keine Veranstaltungen möglich sind, so wurde doch investiert. Neu angeschafft wurde eine Musikanlage für das Vereinsheim, die aber auch im Freien benützt werden kann. Auch für die Umsetzung des Corona-Schutzkonzepts waren Ausgaben nötig. "Zu finanziellen Engpässen kommt es im Verein nicht", sagt der Präsident.

Obwohl derzeit noch nichts auf Veranstaltungen hindeutet, hat der TuS seinen Optimismus nicht verloren. So steht im Kalender für den 21. Februar der Josef-Hartwich-Skilanglauf in Großbüchlberg. Den kirchlichen Segen soll die übrigens für jeden zugängliche Boule-Anlage bekommen, die dank einer großzügigen Förderung der Ikom Stiftland gebaut wurde. So schnell als möglich sollen die Stadtmeisterschaften im Turnen durchgeführt werden. Weiter will der Verein beim Mitterteicher Bürgerfest aktiv mitwirken. Schon abgesagt wurde die Teilnahme am Deutschen Turnfest, das Mitte Mai in Leipzig hätte stattfinden sollen. Ob es heuer wieder eine OVL-Cup-Laufveranstaltung gibt, ist zumindest sehr fraglich. Abschließend freut sich Martin Ernstberger über drei neue Übungsleiter für den Verein, die Ausbildung startet demnächst.

Der Verzicht auf den Fasching fällt in Mitterteich allen Beteiligten schwer

Mitterteich
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.