07.06.2021 - 12:13 Uhr
MitterteichOberpfalz

Sanierung der Eishalle Mitterteich: Sorgen beim EHC Stiftland

Hohe Zuschüsse ermöglichen es der Stadt Mitterteich, die Eishalle zu sanieren. Doch die Arbeiten haben noch nicht begonnen, somit wird die Einrichtung mindestens bis Anfang 2022 geschlossen bleiben. Einem Verein bereitet das große Sorgen.

Im Juli sollen die Aufträge für die Sanierung der Eishalle Mitterteich vergeben werden. Die Stadt geht von einer halbjährigen Bauzeit aus, so dass erst Anfang 2022 mit der Wiedereröffnung der Einrichtung zu rechnen ist.
von Josef RosnerProfil

Große Freude sorgte im November vergangenen Jahres die Zusage, dass die Stadt einen Förderbescheid über mehr als 2 Millionen Euro für die Generalsanierung der Eishalle erhält. Diese Summe deckt rund 90 Prozent der förderfähigen Kosten ab. Ursprünglich war mit einem Baubeginn im Frühjahr gerechnet worden, doch aktuell laufen noch keine Arbeiten. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien informiert Bürgermeister Stefan Grillmeier über den aktuellen Sachstand.

„Die Ausschreibungen sind draußen“, berichtet Grillmeier. Demnächst sei Submission und im Juli werde der Stadtrat die Aufträge vergeben. Dann sollen die Arbeiten so schnell wie möglich beginnen. „Auch wir als Stadt müssen uns in Sachen Förderung an die Spielregeln halten“, erklärt Grillmeier zum Zeitplan.

Halbjährige Bauzeit

Die Stadt geht von einer halbjährigen Bauzeit aus, so dass die Halle frühestens Anfang 2022 wieder genutzt werden kann. Im Mittelpunkt der Generalsanierung des rund 28 Jahre alten Gebäudes steht die Erneuerung des Daches. Dieses soll dann mit einer Photovoltaikanlage versehen werden. Auf den aktuellen Stand gebracht wird der Brandschutz, zudem werden die technischen Anlagen erneuert.

Stefan Grillmeier bittet den EHC Stiftland und auch die Eisstockvereine der Region um Verständnis, dass heuer kein Sportbetrieb in der Eishalle mehr stattfinden kann. Gleichzeitig zeigt er sich zuversichtlich, dass die Einrichtung nach der notwendigen Sanierung wieder jahrzehntelang zuverlässig zur Verfügung stehen wird.

Schwierige Lage

Große Sorgen bereitet der Zeitplan der Sanierung dem EHC Stiftland. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien erinnert Vorstandsmitglied Benjamin Martin an die coronabedingte Schließung der Eishalle während der gesamten Saison 2020/21. Dass die Halle nun auch für gut die Hälfte der nächsten Saison nicht von Anfang an zur Verfügung stehen werde, verschlimmere die schwierige Lage des Vereins weiter, so Martin: "Es geht um die Zukunft unseres Vereins, es geht um unsere Existenz."

Besonders sorgt sich Benjamin Martin um den Nachwuchs - immerhin 40 der insgesamt 140 Mitglieder sind Kinder und Jugendliche. "Die standen jetzt gefühlte zwei Jahre nicht mehr auf dem Eis. Die Kinder bei der Stange und bei Laune zu halten, wird immer schwieriger", so Martin.

"Es versteht doch kein Mensch, dass eine Eishalle im Herbst und im Winter saniert wird."

EHC-Stiftland-Vorstandsmitglied Benjamin Martin

EHC-Stiftland-Vorstandsmitglied Benjamin Martin

Ideal wäre nach Ansicht Martins eine Verschiebung der Sanierung auf das Frühjahr 2022. "Es versteht doch kein Mensch, dass eine Eishalle im Herbst und Winter saniert wird", meint Martin und warnt davor, dass die Eishockeykultur in Mitterteich und der ganzen Region zerstört werden könnte. Betroffen seien neben dem EHC auch Eishockey-Hobbymannschaften.

Anfrage bei der Stadt Weiden

Benjamin Martin, der beim EHC für Sponsoring und Marketing zuständig ist, berichtet im Gespräch mit Oberpfalz-Medien weiter, dass der Verein schon mit der Stadt Weiden im Gespräch sei. Man hoffe, in der dortigen Halle noch Eiszeiten für die Saison 2021/22 zu bekommen. Allerdings würde ein vorübergehendes Ausweichen auch enorme Kosten verursachen, was für den Verein kaum zu stemmen wäre.

Martin gibt weiter zu bedenken, dass bei den Spieltagen in der Mitterteicher Halle auch Werbeeinnahmen generiert werden, was in Weiden nicht möglich sei. "Wir können ja unsere Werbepartner nicht einfach mit nach Weiden nehmen." Der EHC wolle nun das Gespräch mit der Stadt Mitterteich suchen und angesichts der drohenden Kostenbelastungen anfragen, in welcher Form eine Unterstützung möglich wäre.

Bürgermeister Stefan Grillmeier macht auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien deutlich, dass eine Verschiebung der Bauarbeiten nicht möglich sei. "Wir müssen die Generalsanierung heuer durchziehen, das ist Grundvoraussetzung für die großartige Förderung." Sollten die Arbeiten früher beendet werden als geplant, werde der EHC die Halle sofort nutzen können.

Zu Gespräch bereit

"Klar stehe ich für ein Gespräch zur Verfügung", sagt Stefan Grillmeier zur entsprechenden Absicht des Vereins. "Gemeinsam werden wir schon eine Lösung finden", gibt sich Grillmeier optimistisch.

"Wir müssen die Generalsanierung heuer durchziehen, das ist Grundvoraussetzung für die großartige Förderung."

Bürgermeister Stefan Grillmeier

Bürgermeister Stefan Grillmeier

Sauer stießen dem Rathauschef in den vergangenen Tagen einige Meinungsäußerungen von Bürgern in den sozialen Medien zum Thema Sanierung auf. Dabei war das Vorgehen der Stadt hinterfragt und kritisiert worden. Grillmeier verweist erneut auf die Förderregularien, die von der Stadt Mitterteich eingehalten werden müssten. Sonst riskiere man, die notwendigen Fördergelder zu verlieren.

Gelassenheit beim ATS

Beim ATS Mitterteich sieht man die aktuelle Sachlage gelassen. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien nimmt stellvertretend für den im Urlaub weilenden Vorsitzenden Andreas Dreßel Schatzmeister Peter Haibach Stellung: "Unsere Sparte Eisstock feiert im kommenden Winter 60-jähriges Bestehen. Feiern wollten wir das mit einem Saisoneröffnungsturnier, das wir jetzt auf die Zeit von Januar bis März 2022 verschieben müssen." Die Sommertrainingseinheiten könnten wie geplant im Freien stattfinden, so Haibach. "Im Winter werden die Eisstockschützen in die Eishallen nach Selb und Weiden ausweichen."

Im Februar kommenden Jahres sei nach aktuellem Stand die Ausrichtung der Meisterschaft der Bayernliga-Damen in Mitterteich vorgesehen. "Weitere Gespräche mit unseren Eisstockschützen stehen noch an", so Haibach. Auf jeden Fall freue er sich schon auf die Nutzung der sanierten Eishalle.

Hohe Zuschüsse für die Stadt Mitterteich

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