17.02.2021 - 13:11 Uhr
MitterteichOberpfalz

Optimismus im Museum Mitterteich

Vier Monate lang musste das Museum Mitterteich im vergangenen Jahr geschlossen bleiben. Heuer durfte es noch gar nicht öffnen. Das Team der Einrichtung und der Förderverein informieren über die aktuelle Lage und zeigen sich optimistisch.

Neu angeschafft wurde für das Museum ein Schaukasten, um Dekor-Zeichnungen und Entwürfe der einstigen Porzellanfabrik Mitterteich präsentieren zu können. Im Bild Nicole Schuller (links) und Marion Papsch vom Museums-Team mit Bürgermeister Stefan Grillmeier.
von Josef RosnerProfil

Einen starken Einbruch der Besucherzahlen verzeichnete wegen der Corona-Pandemie das Museum Mitterteich. Kamen 2019 noch 6600 Gäste, so waren es im vergangenen Jahr gerade mal 2300, informiert Marion Papsch im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Vier Monate lang musste das Museum 2020 geschlossen bleiben – zunächst im Frühjahr und dann erneut ab November.

Groß sei das Interesse am Digital-Angebot auf der Internetseite von "Das Zwoelfer". Zu diesem Zusammenschluss gehören neben dem Museum Mitterteich elf weitere Einrichtungen im Landkreis. 2020 besuchten rund 5700 Nutzer mit einem virtuellen Rundgang die Räume des Mitterteicher Museums.

Während der Schließungszeiten waren Marion Papsch und Nicole Schuller dennoch gut beschäftigt. Zunächst galt es, die Verlängerung der Ausstellungen zu organisieren und diese neu zu vereinbaren. Dazu mussten Verhandlungen mit verschiedenen Ausstellern geführt werden. Auf Vordermann gebracht hat das Museums-Team das Depot und die Inventarlisten. Neu angeschafft wurde für den Porzellanbereich ein neuer Schaukasten mit Zeichnungen und Entwürfen für Dekore aus der früheren Porzellanfabrik Mitterteich.

Hoffen auf eine baldige Öffnung

Zu Beginn des Jahres 2020 war noch einige Tage die Krippenausstellung der Mitterteicher Schnitzer zu sehen. Gut bis sehr gut besucht gewesen seien dann die Ausstellung der Familie Dick zum Thema "Sehnsucht" sowie die Präsentation mit Werken von Herbert Molwitz zu dessen 50. Todestag. Coronabedingt deutlich weniger Besucher gab es dann bei der Ausstellung zur Malaktion "Ein Herz für Mitterteich", die von der örtlichen BRK-Bereitschaft während der Ausgangssperre getragen wurde, bei der Präsentation "Fantastische Handwerkskunst" von Inge Flor sowie bei der Ausstellung "digiARTiges" von Rainer Sollfrank aus Kemnath.

Weil diese drei Ausstellungen bisher nur gut zwei Wochen zu sehen waren, hat sich das Museumsteam für eine Verlängerung entschieden – bis zum 18. April. Nun hoffen die Verantwortlichen, dass sie das Museum möglichst bald wieder für Besucher öffnen dürfen.

60 Kinder beim Ferienprogramm

Die alljährliche Ausstellung des Mitterteicher Malkreises und eine Marionetten-Ausstellung mussten 2020 abgesagt und auf heuer verlegt werden. Stattfinden konnten im vergangenen Jahr unter Beachtung von Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen zehn Veranstaltungen anlässlich des Ferienprogramms. Daran beteiligt haben sich 60 Kinder, berichtet Nicole Schuller, die als Verantwortliche für diese Angebote fungiert.

Den Förderverein Museumslandschaft führt Marion Papsch seit März 2018 als Vorsitzende. Übernommen hat sie ihn mit 93 Mitgliedern, heute sind es 98. Erklärtes Ziel für heuer ist es, die 100-Mitglieder-Marke zu knacken. Ins Leben gerufen worden war der Förderverein im März 2009 von 35 Gründungsmitgliedern. Fast ein Jahr später, im Januar 2010, wurde das Museum für Porzellan, Glas und Handwerk im Beisein des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann eröffnet. Im Laufe der Jahre ist das Museum immer beliebter geworden: Immerhin rund 5000 Besucher pro Jahr kamen vor der Pandemie.

Ehrenamtliche Arbeit

"Uns allen fehlt die bisherige Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Mitgliedern", bedauert Marion Papsch die Folgen der Kontaktbeschränkungen. Die Pandemie habe dieses harmonische Miteinander beendet. Das Museums-Team trauert auch den sonst sehr beliebten Veranstaltungen wie Museumstag und Museumsnacht nach, die 2020 ausfallen mussten. Dabei sorgte der Förderverein jeweils dafür, dass den Gästen Kaffee und Kuchen, Zoiglbier und Brotzeiten angeboten werden konnten. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien, wie sich das Fehlen von Einnahmen finanziell auf den Verein auswirkt, erklärt Papsch: Man habe stets sparsam wirtschaftet; deshalb sei man in dieser Hinsicht gut aufgestellt.

"Uns allen fehlt die bisherige Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Mitgliedern."

Marion Papsch

Auch sonstige Zusammenkünfte der Vereinsmitglieder konnten nicht stattfinden. Trotz allem, so Marion Papsch, konnten wieder zwei neue Mitglieder in den Verein aufgenommen werden. Heuer sollen Neuwahlen stattfinden, für einen Termin wurden der Sommer und der Herbst ins Auge gefasst. Es komme darauf an, wie sich die Infektionszahlen entwickeln. Als sehr erfreulich wertet Papsch, dass es infolge der Pandemie bisher keine Vereinsaustritte gegeben habe. Mit dem festen Stamm der Ehrenamtlichen halte Papsch telefonisch Kontakt: Zu Weihnachten etwa hat sie jedes Mitglied im Vorstand des Fördervereins angerufen.

Bedeutung für Tourismus

Bürgermeister Stefan Grillmeier, der auch stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins ist, betont: "Uns als Stadt ist das Museum viel wert." Er stellt die Wichtigkeit des Museums heraus, gerade auch mit Blick auf den Tourismus in der Region.

"Wir müssen für unsere Gäste ein Angebot haben", so Grillmeier. Im Museum Mitterteich könnten die Besucher viel über die Geschichte der Porzellan- und der Glasproduktion lernen. Dank zollt er den beiden Damen vom Museums-Team, die selbstständig arbeiteten und darauf achteten, das Museum attraktiv zu halten.

"Uns als Stadt ist das Museum viel wert."

Bürgermeister Stefan Grillmeier

Grillmeier und das Museums-Team sind optimistisch, dass wieder frühere Besucherzahlen erreicht werden, sobald die Pandemie vorbei ist. "Ich wünsche mir wieder Leben im Museum", betont Grillmeier und versichert: "Wir arbeiten mit viel Herz und Leidenschaft daran."

Als fester Termin steht der Museumstag am 16. Mai im Kalender, der aber in digitaler Form stattfinden soll, wie Marion Papsch informiert. Die Museumsnacht ist für den 15. Oktober anberaumt – wie die Lage bis dahin ist, müsse man abwarten. Marion Papsch und Nicole Schuller unterstreichen abschließend die überaus enge Zusammenarbeit mit Barbara Habel und Stefanie Schreiner von der Museumsfachstelle des Landkreises.

"Fantastische Handwerkskunst" ist noch bis zum 18. April im Museum zu sehen

Mitterteich

Ebenfalls bis zum 18. April verlängert wurde die Präsentation "digiARTiges"

Mitterteich

Auch die Werke der Aktion "Ein Herz für Mitterteich" können noch bis zum 18. April bewundert werden

Mitterteich
Die Coronazeit wurde genutzt, um das Depot und die Inventarlisten auf Vordermann zu bringen.
Zuletzt fand im November 2019 eine Ausstellung des Mitterteicher Malkreises statt. Im vergangenen Jahr fiel sie der Pandemie zum Opfer.
Stets gut besucht waren die Museumsnächte - so wie hier im November 2019.
Ein Besuchermagnet war die große Krippenausstellung 2019/2020.

 

 

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