06.02.2020 - 17:00 Uhr
MitterteichOberpfalz

Nähe zu den Bürgern verstärken

"Ich will, dass Mitterteich vorne bleibt. Ich will die Nähe zum Bürger verstärken", betonte Bernhard Thoma beim Wahlkampfauftakt der Freien Wähler. Der Bürgermeisterkandidat warb für seine Ziele und stellte sich auch kritischen Fragen.

Rund 50 Besucher waren am Mittwochabend zum Wahlkampfauftakt der Freien Wähler Mitterteich gekommen.
von Josef RosnerProfil
Rund 50 Besucher waren am Mittwochabend zum Wahlkampfauftakt der Freien Wähler Mitterteich gekommen.

Etwa 50 Besucher waren am Mittwochabend ins Josefsheim gekommen, darunter fast alle Stadtratskandidaten der Freien Wähler. Ortsvorsitzender Ernst Bayer freute sich über den guten Besuch und stellte die Wichtigkeit der Briefwahl heraus. Hauptziel der Freien Wähler sei es, die Stadt weiter voranzubringen. Aus den Wahlen wolle man gestärkt hervorgehen. Bayer freute sich, dass vier Stadtratslisten aufgestellt wurden. "Ich bin sicher, dass es keine absolute Mehrheit mehr geben wird. Es wird der Stadt gut tun, wenn um die beste Lösung gerungen wird."

Einzeln stellten sich die Kandidaten vor und schilderten ihre Beweggründe. Der Großteil von ihnen machte deutlich, dass im Stadtrat wieder mehr öffentlich diskutiert werden müsse. Wichtig seien eine ehrliche und offene Politik, man wolle nicht, dass die Bürger vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Ein weiterer Kritikpunkt war die Kostenexplosion bei der Sanierung der Grundschule. Hier hätte es Mechanismen gegeben, um dies zu verhindern, hieß es.

Bürgermeisterkandidat Bernhard Thoma erklärte, dass er eine fraktionsübergreifende Zusammenarbeit anstrebe, stets zum Wohle der Bürger und der Stadt. "Der nichtöffentliche Teil muss auf ein Minimum beschränkt werden", so Thoma zur Arbeit des Stadtrats. Zudem wolle er versuchen, die Bevölkerung noch mehr einzubinden.

Projektsteuerer einsetzen

Als zweiten Schwerpunkt nannte er die Reduzierung der städtischen Schulden. "Mitterteich hat in den letzten Jahren große Projekte gestemmt und wir haben diese mitgetragen." Dennoch müsse man in Zukunft immer fragen: Was muss gemacht werden? Was sollte gemacht werden? Was wäre wünschenswert? Sollte er Bürgermeister werden, so Thoma, wolle er für Projekte ab einer gewissen Größe einen Projektsteuerer einsetzen, der die Interessen der Stadt wahrt. Der Landkreis habe damit beste Erfahrungen. "Wir Freie Wähler wollten bei Sanierung und Neubau der Grundschule sowie beim Neubau des Kinderhorts einen Projektsteuerer. Die Mehrheit des Stadtrats hat das jedoch abgelehnt." Ein Projektsteuerer hätte zwar 200 000 Euro gekostet, aber auf die Stadt wären nicht derart hohe ungeplante Mehrkosten von inzwischen über 2,5 Millionen Euro zugekommen. Zur Instandsetzung von Bürgersteigen und Straßen wolle Thoma eine Prioritätenliste erstellen. Im Auge hat Thoma vor allem die Gehsteige. In jedem Fall erhalten werden sollen die Freizeiteinrichtungen wie Eishalle, Hallenbad und Freibad. "Wir müssen versuchen, diese Einrichtungen mit Erfolg selbst zu verwalten."

Landwirte unterstützen

Weitere Schwerpunkte seien die Förderung des Tourismus und die Unterstützung der Landwirtschaft. "Wir dürfen die Landwirte in ihrer Arbeit und Entwicklungsfähigkeit nicht noch mehr einschränken", warnte Thoma. "Gerade die Bauern sind Hüter der Natur und Erzeuger ausgezeichneter Lebensmittel mit hoher Qualität." Thoma wolle auch dafür sorgen, dass finanzierbare Baugebiete und Wohnungen entstehen, Arbeitsplätze gesichert und neue Stellen geschaffen werden. Wichtig sei auch die enge Zusammenarbeit zwischen Bürgermeister und Stadtverwaltung.

In Angriff nehmen wolle Thoma die Einführung eines E-Baxi, so dass den Bürgern das Einkaufen erleichtert wird. Zum interkommunalen Gewerbegebiet in Wiesau sagte Thoma, dass nicht alles optimal gelaufen sei. "Wir brauchen dort auch produzierendes Gewerbe, das Arbeitsplätze schafft." Bernhard Thoma versprach, dass er als Bürgermeister auch vor Ort sein wolle. "Da ist mit Sicherheit noch Luft nach oben", meinte Thoma. Auf seine drei Mitbewerber ging Thoma mit keinem Wort ein.

Zuhörer Karl Neid, Stadtratskandidat der Wählergemeinschaft "Zukunft Stadt Mitterteich", wollte in der anschließenden Diskussion wissen, warum es anstatt der zugesagten 80-Prozent-Förderung häufig doch nur eine 50-Prozent-Förderung gebe. Bernhard Thoma machte deutlich, dass immer nur die förderfähigen Kosten eines Projekts bezuschusst werden, Teilbereiche seien ausgenommen.

Hans Ott kritisierte, dass Projekte häufig teurer würden, sobald die Aufträge vergeben seien. "Unsere Stadt macht sich von Architekten abhängig. Mein Wunsch ist, dass die Stadt selbst einen Architekten einstellt, das spart uns viel Geld." Ernst Bayer stimmte zu: "Der könnte dann die Bauabwicklung fachmännisch überwachen."

Karl Forte war es ein Dorn im Auge, dass Lastwagen, die bei der Firma Schott ein- und ausfahren, viel Lärm in der Großensterzer Straße hinterließen. Forte lud den Stadtrat und die Kandidaten zu seinem Anwesen ein, um selbst zu erleben, was die Anwohner ertragen müssten. Forte bedauerte, dass sich das Unternehmen nicht darum kümmere. "Wir wollen doch nur, dass wir mit der Belastung nicht allein gelassen werden und dass uns jemand hilft", sagte Forte. Bernhard Thoma versprach, sich um diese Angelegenheit zu kümmern.

Gegen die "Monstertrasse"

Karl Neid fragte noch, wie die Freien Wähler zur "Monstertrasse" stehen. Bernhard Thoma erklärte: "Ich persönlich bin gegen diese Trasse, die brauchen wir nicht." Erneut forderte er die Prüfung einer Verlegung entlang der Autobahn. Unverständlich nannte er das Durchschneiden von Fluren und Nutzflächen. "Wir sind uns einig: Wenn Klagerecht besteht, dann klagen wir", versicherte Thoma. Walter Siller bemerkte, dass er vor allem beim Bürgermeister eine klare Linie in Sachen Stromtrasse vermisse.

Rund 50 Besucher waren am Mittwochabend zum Wahlkampfauftakt der Freien Wähler Mitterteich gekommen.
Freie-Wähler-Bürgermeisterkandidat Bernhard Thoma.
Freie-Wähler-Bürgermeisterkandidat Bernhard Thoma.

 

 

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