11.04.2019 - 13:36 Uhr
MitterteichOberpfalz

Letzte weiße Flecken im Visier

Flächendeckend mit Breitbandanschlüssen versorgt sind die Stadt Mitterteich und ihre Ortsteile. Allerdings gibt es noch einige unterversorgte Anwesen, weshalb die Stadt in die vierte Ausbauphase gehen will.

Unterversorgt mit Breitband gelten nach wie vor das ATS-Heim im Bereich Rohrteich (Bild) und die benachbarten Anwesen an der Großensterzer Straße.
von Udo Lanz Kontakt Profil

Mit Hilfe hoher Fördersätze hat die Stadt Mitterteich in den vergangenen Jahren kräftig in den Internetausbau investiert. Konnten 2010 nur 5 Prozent der Haushalte Übertragungsraten von mindestens 30 Mbit/s in Anspruch nehmen, werden es nach dem Ende der laufenden dritten Ausbaustufe 99 Prozent sein. Darauf wies Eduard Maier von der Breitbandberatung Bayern am Mittwochabend im Stadtrat hin. Das Ergebnis einer umfassenden, von den Netzbetreibern unabhängigen Bitratenanalyse habe ergeben, dass letztlich noch 16 Adressen übrig bleiben werden, die weiterhin nur 21 bis 27 Mbit/s nutzen können. Laut Maier gibt es keine Möglichkeit, diese als unterversorgt geltenden Anwesen ohne einen weiteren Ausbau mit schnellerem Internet auszustatten.

Wie Maier in einer detaillierten Übersicht mit Hilfe von Karten aufzeigte, befinden sich die meisten der betroffenen Anwesen im Bereich Rohrteich (ATS-Heim) und im dortigen Abschnitt der Großensterzer Straße sowie im Bereich Am Bad/Marktredwitzer Straße. Hinzu kommen Einzelanwesen in Kleinsterz, Steinmühle und im Bereich Untermühle. Abrufbar wären im Zuge eines vierten Förderverfahrens Zuschüsse von bis zu 450 000 Euro, bei einer Förderquote von 90 Prozent. Eduard Maier empfahl für den Fall, dass die Stadt diesen weiteren Ausbau wünscht, ein zügiges Vorgehen. Denn nach Auslaufen des aktuellen Förderprogramms sei offen, ob und wann wieder ähnliche Möglichkeiten bestehen werden.

Positives Fazit

"Wir sind sehr gut versorgt", zog Bürgermeister Roland Grillmeier ein positives Fazit zum bisherigen Ausbau und dankte dem Breitband-Paten der Verwaltungsgemeinschaft Mitterteich, Christian Pößl, sowie der Breitbandberatung Bayern für ihren Einsatz. Problematisch sei, dass man angesichts der Förderfristen für einen weiteren Ausbau unter Zugzwang stehe, aber die Gesamtkosten nur schwer abschätzbar seien. Eduard Maier entgegnete, dass man die Kosten auch deckeln und notfalls nur die Bereiche angehen könnte, die nah beieinander liegen. Grillmeier machte deutlich, dass die Stadt nicht zu weiteren Schritten verpflichtet sei und stellte die Frage, ob vonseiten der Betroffenen überhaupt schon Anfragen eingegangen seien. "Von diesen Adressen ist noch nichts Konkretes gekommen", teilte dazu Christian Pößl mit.

Andreas Kempf (CSU) forderte, das Kosten-Nutzen-Verhältnis zu beachten: "Braucht man 25 bis 30 Mbit/s, wenn man nicht gerade mit dem Tablet fern sieht?" Weiter gab Kempf zu bedenken, dass in ein paar Jahren mit der Verfügbarkeit des 5G-Mobilfunknetzes zu rechnen sei. Eduard Maier informierte, dass er in seinem "Home Office" problemlos mit Übertragungsraten von unter 30 Mbit/s auskomme. Auch Josef Schwägerl (CSU) stellte die Frage, ob die Betroffenen überhaupt ein schnelleres Internet wollten und ergänzte, dass irgendwann ohnehin der Ausbau der Glasfasernetze komme. Eduard Maier räumte ein, dass Letzteres "nicht unwahrscheinlich" sei.

Von gemischten Gefühlen sprach Johann Brandl (SPD), allerdings hielt er es für sinnvoll, zumindest dort einen Ausbau ins Auge zu fassen, wo es geballt weiße Flecken gibt, etwa im Bereich Großensterzer Straße. Wichtig sei aber, zunächst mit den Leuten zu reden, so Brandl. Bernhard Thoma (Freie Wähler) stimmte Brandl in beiden Punkten zu, mahnte aber auch an, die angespannte Haushaltslage der Stadt zu beachten.

Einstimmiger Beschluss

Bürgermeister Roland Grillmeier sprach sich am Ende dafür aus, in das Verfahren einzusteigen - allerdings mit Deckelung auf eine Maximalsumme und einer Aufteilung auf mehrere Lose. Sollten sich die Kosten für alle Maßnahmen als zu hoch erweisen, würde nur ein Teilausbau erfolgen. Der Stadtrat stimmte dem einhellig zu. Details der Bitratenanalyse sind auf der Homepage der Stadt Mitterteich nachzulesen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.