21.10.2020 - 10:38 Uhr
MitterteichOberpfalz

Ein Krisenstab für alle Fälle in Mitterteich

In Mitterteich gibt es seit Dienstagabend einen offiziellen Krisenstab. Darin vertreten sind Personen aus verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens, die in Notlagen Hilfe koordinieren und als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Sie gründeten den Krisenstab der Stadt Mitterteich: (von links) Robert Hoyer, Bernhard Brandl, Franz Bauernfeind, Christiane Bleistein, Ludwig Bundscherer, Roland Eckert, Bürgermeister Stefan Grillmeier und Dr. Achim Nemsow.
von Josef RosnerProfil

Im Saal des Feuerwehrhauses ist am Dienstagabend ein Krisenstab gegründet worden. Damit will die Stadt Mitterteich gewappnet sein, falls sich die Corona-Entwicklung vor Ort wieder deutlich verschärfen sollte oder andere schwerwiegende Ereignisse eintreten. Die Initiatoren, Bürgermeister Stefan Grillmeier und Robert Hoyer, konnten dazu Personen aus verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens gewinnen, die in Notlagen als direkte Ansprechpartner bereitstehen (siehe Infobox unten).

Bürgermeister Stefan Grillmeier dankte den Anwesenden für die Bereitschaft zur Mitarbeit. Er informierte, dass der Krisenstab unter Normalbedingungen zweimal jährlich tagen werde – vorerst bis zum Ende der Amtsperiode. In Notlagen werde sich der Krisenstab öfter treffen, je nach Bedarf.

"Mitterteich ist kein Hotspot mehr"

Gleich zu Beginn ging der Bürgermeister auf die aktuellen Corona-Zahlen ein. Dabei machte er deutlich, dass sich die Mitterteicher vorbildlich verhielten. In den vergangenen sechs Wochen habe es vier neue Infektionsfälle im Gemeindegebiet der Stadt Mitterteich gegeben, in den vergangenen sechs Monaten seien es sieben Fälle gewesen. "Mitterteich ist kein Hotspot mehr", stellte Grillmeier klar und dankte für die Sensibilität der Bevölkerung. "Bei uns achtet jeder auf jeden. Dennoch darf die Situation nicht unterschätzt werden."

Der Bürgermeister rief die Bürger auf, weitere Vorsorge zu treffen und sich etwa gegen Grippe impfen zu lassen und den Bestand an Schutzmasken zu überprüfen. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass für einen Besuch im Rathaus eine vorherige Terminvereinbarung erfolgen sollte.

Robert Hoyer stellte die einzelnen Ansprechpartner des Krisenstabs vor. Durch dieses Gremium könnten die Bürger Gewissheit haben, dass es in einer Notlage strukturierte und koordinierte Hilfe gibt und sich jemand um ihre ganz konkreten Anliegen kümmert. Zentrale Anlaufstelle ist das Seniorenbüro der Stadt, erreichbar unter Telefon 09633/89 133. Christiane Bleistein mache dort einen "tollen Job", wie Hoyer betonte. Er dankte auch dem Bürgermeister dafür, dass er sich im Vorfeld sehr aufgeschlossen für die Bildung eines Krisenstabs gezeigt habe. Landkreis-Versorgungsarzt Dr. Peter Deinlein habe die Gründung des Krisenstabs als "vorbildliche Aktion" bezeichnet, so Hoyer.

Kritik an Informationspolitik

Dr. Achim Nemsow kritisierte, dass Ärzten und Apotheken die aktuellen Corona-Fallzahlen in den jeweiligen Gemeinden von Behördenseite her nicht detailliert mitgeteilt würden. "Schließlich müssen wir auch unser Personal schützen", so Nemsow. Weiter hoffte der Mediziner, dass in der Region genügend Schutzmaterial vorhanden ist und appellierte an alle Bürger, das Thema Corona ernst zu nehmen. Er habe oftmals den Eindruck, dass das Problembewusstsein bei vielen Menschen nicht besonders ausgeprägt sei. Hinsichtlich der Versorgungslage sagte Dr. Nemsow, dass man insgesamt aber nicht so unvorbereitet sei wie im Frühjahr.

Apotheker Roland Eckert pflichtete Dr. Nemsow in Sachen Informationspolitik bei: "Wir müssen die genauen Zahlen der Infizierten wissen. Wenn nicht öffentlich, dann zumindest intern." Bürgermeister Stefan Grillmeier sagte dazu, dass das Landratsamt die Gesamtzahlen der Fälle pro Gemeinde einmal wöchentlich veröffentliche.

Ludwig Bundscherer, Manager Standortmarketing bei Schott, berichtete, dass sein Unternehmen die Daumenschrauben angezogen habe, was das Testen und weitere Vorsichtsmaßnahmen anbelangt. Robert Hoyer berichtete von einem guten Bestand an Schutzmasken und wies darauf hin, dass im Mitterteicher BRK-Heim künftig wieder Masken ausgegeben werden. Er kündigte an, aktiv auf Unternehmen zugehen zu wollen, um den Bedarf an Masken abzufragen.

Im Namen aller Bürger dankte Bürgermeister Stefan Grillmeier den Mitgliedern des Krisenstabs für ihren Einsatz. Auch würdigte er die Betriebe und die Gastronomen der Stadt, die das Beste aus der Situation machten. Roland Eckert verwies noch auf den Medikamenten-Lieferdienst der Apotheken. Wer erkältet sei oder sich schlapp fühle, brauche daher nicht persönlich in die Apotheke gehen.

Das Seniorenbüro der Stadt Mitterteich befindet sich seit Juni im Rathaus

Mitterteich
Die Initiatoren, Bürgermeister Stefan Grillmeier (links) und Robert Hoyer, freuten sich über die große Unterstützung bei der Gründung des Mitterteicher Krisenstabs.
Im Blickpunkt:

Die Mitglieder des Krisenstabs

Zum Krisenstab gehören Bürgermeister Stefan Grillmeier, Robert Hoyer (Bürgertelefon, Maskenverteilung, Feuerwehr, Rotes Kreuz, THW), Christiane Bleistein (Bürgertelefon, Maskenverteilung), Franz Bauernfeind (Feuerwehr, Rotes Kreuz, THW), die Ärzte Dr. Achim Nemsow und Dr. Peter Rendek sowie die Apotheker Roland Eckert und Hartmut Feix (medizinischer Bereich), Mihaela Rupp (Seniorenheim, ambulante Pflege), Holger Paschedag (Gewerbe), Ludwig Bundscherer (Firmenangelegenheiten), Bernhard Brandl (Bestattungsangelegenheiten) und Daniela Stark (Landratsamt). Zentrale Anlaufstelle bei allen Anliegen ist das Seniorenbüro, Tel. 09633/89 133.

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