01.08.2021 - 14:33 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Der Winkel wird zur Top-Adresse in Marktredwitz

Hanne und Kurt Kögler planen in Marktredwitz „Chalets im Winkel“: 20 hochwertige und altersgerechte Wohnungen sowie fünf Penthouse-Wohnungen mit einem Ärztehaus und Gastronomie sollen entstehen.

Im Winkel sind die Gebäude bereits dem Erdboden gleichgemacht. Nun folgt der Rückbau an der Leopoldstraße.
von FPHSProfil

Das ehemalige Parkhaus im Winkel mit seinen Geschäften, Büros und Gastronomie ist Geschichte und bereits dem Erdboden gleichgemacht. Nun folgt der Abbruch des Parkhauses mit Geschäften an der Leopoldstraße. Eine Renovierung wäre teurer gekommen als ein Neubau. Deshalb hat der Marktredwitzer Stadtrat einen Wettbewerb für die Schaffung eines innerstädtischen Quartiers mit Wohnqualität ausgeschrieben, das die Fehler der 80er Jahre nicht wiederholt. Zuvor hatte die Stadt den drei Eigentümern die marode Immobilie abgekauft. Der Kauf und der Abbruch wurden zu 90 Prozent von der Förderoffensive Oberfranken bezuschusst.

Da war es ein Glücksfall, dass sich das Ehepaar Hanne und Kurt Kögler dafür interessierte, in Marktredwitz zu bauen. Die Köglers sind in der Stadt keine Unbekannten: 30 Jahre lang hatten sie mit Erfolg den „Siebenstern“, eine Senioren-Residenz und betreutes Wohnen, geschaffen und bis zum Verkauf vor einigen Jahren geleitet.

Auch ein Umzug nach Österreich änderte nichts an ihren freundschaftlichen Verbindungen nach Marktredwitz. In ihrer Zeit hier haben die beiden erfahren, was in Zukunft gefragt ist, wonach ältere Menschen suchen und was sie sich wünschen: Ein selbstbestimmtes Wohnen und Leben in der Innenstadt in interessanter Umgebung, aber auch ärztliche Betreuung und Service, wenn nötig oder gewünscht.

Eigentlich, erzählt Kurt Kögler bei der Vorstellung der Pläne im Winkel, habe er mit dem „Hotel am Stadtpark“ geliebäugelt. In der Corona-Zeit habe man Muße gehabt zu überlegen und sich entschieden, in Marktredwitz etwas Neues zu beginnen.

Ein Gespräch mit Oberbürgermeister Oliver Weigel brachte den Durchbruch. Dabei kam zur Sprache, dass das entsorgte Gelände im Winkel, unmittelbar in der Stadtmitte, zur Disposition stehe. Ein städtebaulicher Wettbewerb hatte zuvor die Richtung abgesteckt, wohin die Reise im Winkel gehen soll. Das stimmte bestens mit den Plänen der Köglers überein: ein städtebaulich hochwertiges Quartier mit hoher Wohnqualität.

Der Oberbürgermeister ist begeistert: „Die Pläne sind absolut stark. Und es ist ein Glücksfall, dass wir für das gesamte Projekt mit dem Ehepaar Kögler einen einzigen Investor gefunden haben.“ Für „Kaufen und Wohnen“ sind im Winkel rund 16.700 Quadratmeter vorgesehen, Parken ist im Untergeschoss auf 21.000 Quadratmetern möglich.

Bei der Stadtratssitzung am Dienstag erläuterten Hannelore und Kurt Kögler zusammen mit Architekt Thomas Sticht ihre Pläne für „Chalets im Winkel“. Vorgesehen sind in bester Lage der Stadt barrierefreie Wohnungen verschiedener Größen. Da es sich um eine städtebauliche Vorstellung handelte und nicht um einen konkreten Bauantrag, steht die Größe der Wohnungen noch nicht fest.

„Bei unserer Arbeit im ,Siebenstern‘ und mit den betreuten Wohnungen haben wir die Wünsche der Bewohner erfahren“, erzählen die Investoren. „Im Alter wollen die Menschen zum einen selbstbestimmt und zentral wohnen, aber in einer Umgebung, wo sie ohne Probleme auf Hilfen, Service, medizinische Versorgung zurückgreifen können, wenn nötig oder gewünscht.“ Danach habe man auch die Pläne ausgerichtet.

Konkretes gibt es noch nicht. Nur soviel: Wohnungen mit rund 20 Quadratmetern sind etwas klein. Deshalb wolle man erst einmal das Echo und die Wünsche von Interessenten abwarten, bevor detailliertere Pläne gezeichnet werden. In den „Ruhezeiten“ der Pandemie habe man viel Gelegenheit gehabt, sich Gedanken zu machen über das Wohnen in der Zukunft, berichtet das Ehepaar, das sich auch nach dem Verkauf des „Siebensterns“ nicht ganz zur Ruhe setzte, sondern Projektbetreuungen für betreutes Wohnen übernahm.

Selbstbestimmtes Wohnen in zentraler Lage mit einem Betreuungs- und Serviceangebot stehe auf der Wunschliste einer älter werdenden Generation ganz oben. Deshalb habe man nicht nur ein Ärztehaus, sondern auch Wellnessangebote, Gemeinschaftsräume, zum Innenhof des Winkels hin Gastronomie und im Untergeschoss eine Tiefgarage eingeplant. Rund 20 Wohnungen sollen es werden; alle mit Terrasse oder Balkon.

Gekrönt werden die Pläne von fünf Penthouse-Wohnungen auf dem Dach des dreistöckigen Gebäudes. Für diese Wohnungen gibt es zwei Möglichkeiten: Sie können erworben oder gemietet werden.

Im Detail erläuterte Architekt Thomas Sticht die Pläne. Der Neubau soll stufenförmig zur Leopoldstraße hin abgeflacht und niedriger werden als vorher. „Es ist ein Glücksfall, einen Investor für das ganze Quartier zu haben. Noch dazu einen, der das städtebauliche Konzept umsetzt.“ Der auf einer Seite offene Innenhof des Winkels soll mit viel Grün ansprechend gestaltet werden. Die Verbindung von drei Bauten ist mit Verglasung hell und offen geplant, die die bisherige Dreier-Struktur nachempfindet. Gastronomie und ein Café sollen den Platz attraktiv machen.

Auch Stadtbaumeister Stefan Büttner zeigte sich von den Plänen begeistert. Und Alexander Rieß vom Bauamt sprach von einem „Idealfall für die künftige Nutzung des Winkels“. In der anschließenden Stadtratssitzung zeigten sich die Stadträte ebenfalls angetan von den Plänen. Klaus Haussel erinnerte allerdings an die in der städtebaulichen Planung vorgesehenen öffentlichen Parkplätze, die hier nicht zu finden seien. Hier werde es noch eine Lösung geben, stellte Oberbürgermeister Weigel in Aussicht.

Und wie geht es weiter? Der Zeitplan ist sportlich. Nach dem Rückbau des Parkhauses an der Leopoldstraße sollen die konkreten Baupläne für die „Chalets im Winkel“ Anfang des Jahres vorliegen. Wenn der Stadtrat zustimmt, könnten die Bauarbeiten bereits im Frühjahr beginnen.

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Marktredwitz
Hintergrund:

Die Investoren

  • Gebaut werden sollen die „Chalets im Winkel“ von der „KK Projektgesellschaft GmbH“, hinter der das Ehepaar Hannelore und Kurt Kögler steht.
  • Das Paar hatte 1990 mit dem Bau des Seniorenparks „Siebenstern“ an der Wegenerstraße ein Alten- und Pflegeheim der oberen Kategorie gebaut und fast 30 Jahre lang geführt.
  • Zuletzt waren es 147 Pflegeplätze sowie 36 Mietwohnungen für betreutes Wohnen in drei Häusern in der Nachbarschaft.

„Die Pläne sind absolut stark."

Oberbürgermeister Oliver Weigel

 

 

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