30.11.2020 - 14:59 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Tennisspieler sagen Demo zwischen Marktredwitz und Waldershof ab

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Eigentlich wollten Tennisspieler aus der Region am Wochenende bei einem Spaziergang gegen das Spielverbot protestieren – wegen Corona. Dass sie es nicht taten, hatte denselben Grund.

Symbolfoto
von FPHSProfil

Es hätte ein „Spaziergang von Waldershof nach Marktredwitz“ werden sollen. Am Samstag um 14 Uhr wollten sich Tennisspieler der beiden befreundeten Vereine TC Fichtelgebirge und TC Waldershof treffen, um von den Tennisplätzen in Waldershof aus – mit gebührendem Abstand und unter Berücksichtigung aller Corona-Bestimmungen – nach Marktredwitz zur Tennisanlage zu spazieren.

Eigentlich. Dass es nun nicht so kommt und die Spaziergang-Demo verschoben wird, hat seine Vorgeschichte.

Es war Olaf Korf, der die Idee hatte, gegen das nachträgliche Spielverbot in den Tennishallen zumindest das Missfallen der aktiven Spieler publik zu machen. Im Zuge eines Gerichtsurteils zu den Fitnesscentern hatte der Freistaat Bayern im Rahmen der Corona-Beschränkungen auch andere Sportstätten wie Tennishallen zugesperrt, die anfangs noch offen bleiben durften.

Nun wollte man nicht abwägen, ob der Sport von zwei Tennisspielern nicht gesünder und ungefährlicher wäre als viele andere, erlaubte Begegnungen bei der Arbeit oder dem Einkauf. Sportverbände jedenfalls waren enttäuscht, dass nun auch die Betätigung in Hallen den Beschränkungen zum Opfer gefallen ist. Korf bedauerte, dass hier kurzfristig nicht nur Spieler am Ausüben ihrer Sportart gehindert würden. Tennistrainer würden damit von heute auf morgen arbeitslos, Hallenbetreiber blieben ohne Einkünfte.

„Natürlich ist klar, dass es bei der Pandemie wesentlich größere Probleme gibt. Für das Infektionsgeschehen ist der Betrieb von Tennishallen aber doch wohl eher nachrangig“, meinte Olaf Korf. Im Kollegen- und Sportlerkreis fand er deshalb viel Zustimmung, als er die Idee hatte, dagegen zu protestieren. Nicht mit einer Kundgebung und Reden, sondern mit einem einfachen Spaziergang von Waldershof nach Marktredwitz.

Also erkundigte er sich bei den beiden zuständigen Landratsämtern in Tirschenreuth und Wunsiedel über die Möglichkeiten und Sicherheitsvorkehrungen für einen solchen Spaziergang. „Wir distanzieren uns mit diesem Spaziergang ausdrücklich von ,Querdenkern‘ und ,Coronaleugnern‘“, stellte Olaf Korf klar. Deswegen sollten die Teilnehmer des vier Kilometer langen Spaziergangs über den Wallenstein-Radweg bis zur Tennisanlage am Von-Cramm-Weg von Schildern, Lärm, Äußerungen zu den politischen Entscheidungen oder den Coronaregeln Abstand nehmen. Geplant war zudem, dass die Sportler in kleinen Gruppen zu je fünf Personen aus maximal zwei Haushalten laufen sollten. Ordner sollten darauf aufpassen und für Sicherheit sorgen.

Die Genehmigungen waren trotz Bezirksgrenzen unter Dach und Fach. Und so hätte dem Zug eigentlich nichts mehr im Weg gestanden. Dass der Spaziergang nun aber doch nicht stattfand, liegt an den Inzidenzwerten in Marktredwitz. Bei einer Vorbesprechung am Mittwochabend lag die Zahl nach dem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim bei 185,8. Am Tag danach sogar bei 199,9.

Unter diesen Umständen, dieser Meinung waren auch andere Verantwortliche der beiden Tennisvereine, wollte man den Spaziergang an diesem Samstag nicht durchführen. Ganz verworfen aber ist der Gedanke nicht: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

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