29.09.2019 - 16:39 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Egerländer feiern ihren Zusammenhalt

Großes Treffen der Egerländer in Marktredwitz: Die Eghalanda Gmoin veranstalten ihren Egerlandtag, die Egerland-Jugend versammelt sich zum Bundestreffen.

Ein umfangreiches Programm begleitete den Egerlandtag. Im Bild von links Alexander Stegmaier, Günther Wohlrab, Bernd Fabritius, Christina Diederichs, Volker Jobst, Monsignore Karl Wuchterl und Albrecht Schläger.

Wenn die Egerländer rufen, ist selbst das Egerland-Kulturhaus in Marktredwitz viel zu klein. Für den Egerlandtag und das 49. Bundestreffen der Egerland-Jugend am Wochenende musste wieder ein Festzelt auf dem Angerplatz aufgebaut werden. Zusätzlich gab es Workshops in der Alexander-von-Humboldt-Mittelschule, die auch das Schlaflager der Teilnehmer war. Die Veranstaltungen rund um das Egerländer Leben waren gut besucht.

Alle zwei Jahre findet in Marktredwitz der Egerlandtag statt - 2019 zum dritten Mal zusammen mit dem Bundestreffen der Egerland-Jugend. Seit 1973 treffen sich in Marktredwitz Egerländer Heimatvertriebene aus ganz Deutschland zu diesem eindrucksvollen Fest. Die Egerländer verfügen quasi über drei Heimaten: Zum einen die Heimat, aus der sie vertrieben wurden, dann die zweite Heimat, in der sie nach der Vertreibung ihren neuen Lebensmittelpunkt fanden, und ihre dritte Heimat ist Marktredwitz, ihre heimliche Hauptstadt. Und so fanden auch dieses Jahr wieder zahlreiche Ehrengäste den Weg nach Marktredwitz.

„Tradition hat Zukunft“ war das Motto des Egerlandtages 2019. Das Festwochenende wurde durch den Bundesvüarstäiha des Bundes der Eghalanda Gmoin (BdEG), Volker Jobst, und Bundesjugendführer Alexander Stegmaier eröffnet. Volker Jobst wies zunächst darauf hin, dass am Vormittag bereits die Ausstellung „Josef Hendel ‐ Wiederentdeckung eines Egerländer Künstlers“ im Egerland‐Kulturhaus eröffnet wurde, und am frühen Nachmittag auf dem Marktredwitzer Friedhof der Toten ehrend gedacht wurde. Er hob hervor: „Die Stadt Marktredwitz und der Freistaat Bayern setzen weiter auf die Egerländer.“ Oberbürgermeister Oliver Weigel, der gesamte Stadtrat und Landtagsabgeordneter Martin Schöffel hätten sich in den zurückliegenden Jahren zusammen mit dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales überaus groß für die Erhaltung und Sanierung des Egerland‐Kulturhauses engagiert. Rund 80 Prozent der Kosten, also etwa 2 Millionen Euro, gab es an bayerischen Fördermitteln, 20 Prozent schultert der Träger des Egerland-Kulturhauses selbst. Erheblich dazu beigetragen hätten aber auch die Mitglieder des Bundesvorstands des BdEG. Für den Bundesvüarstäiha sind das Brauchtum, die Lebensart und der Zusammenhalt die drei Säulen der Egerländer. Mit dem diesjährigen Motto wolle die Führung den jüngeren Menschen zeigen: „Tradition muss nichts Verstaubtes, Langweiliges oder Altbackenes sein!“ Und da sich viele in der Egerland-Jugend engagieren, ist ihm um die Zukunft der Gmoin nicht bange.

Bundesjugendführer Alexander Stegmaier ist froh darüber, das Bundestreffen der Egerland-Jugend nun schon zum dritten Mal gemeinsam mit dem Egerlandtag zu begehen. „Gerade bei unserer Egerland-Jugend kann man sehen, dass das Motto stimmt, dass die Tradition Zukunft hat.“ Schon jetzt verwies Stegmaier auf das Jubiläum im nächsten Jahr, wenn das 50. Bundestreffen der Egerland-Jugend vom 3. bis 5. Juli 2020 in Marktredwitz und Eger stattfinden wird.

Schirmherr des Egerlandtags 2019 war Oberbürgermeister Oliver Weigel. Er lobte: „Ihr ehrenamtliches Engagement ist nicht hoch genug einzuschätzen.“ Bernd Fabritius hielt die Festrede. Er ist Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten und überbrachte die Grüße der Bundeskanzlerin und des Bundesministers des Innern, für Bau und Heimat, Horst Seehofer. Außerdem ist Fabritius Präsident des Bundes der Vertriebenen. Für ihn ist das Egerland-Kulturhaus ein Leuchtturm der Egerländer Kultur und Geschichte, besonders weil es in Marktredwitz steht, das selbst Jahrhunderte lang zu Eger gehörte. „Tradition hat Zukunft“ sei nicht nur das Motto des Egerlandtages, sondern ein Bekenntnis für das gesamte Engagement. Die Eghalanda Gmoin hätten sich genauso wie die übrigen Vertriebenenverbände für die Überwindung der deutschen Teilung und ein geeintes Europa eingesetzt. „Denn das war der Weg, einem jeden von uns die Heimat wieder näherzubringen.“ Und weiter: „Unser Engagement für die Einhaltung der Menschenrechte und für die Verständigung bleibt ein wichtiger Beitrag für Frieden in Europa.“

Wichtig sei, so Fabritius, die Erinnerungskultur hochzuhalten und an die nachkommenden Generationen weiterzugeben, noch wichtiger aber, das Miteinander unter dem gemeinsamen Dach Europa gemeinsam zu gestalten. Kurz und knapp fasste er zusammen: „Wo Verständigung blüht, haben Menschenrechte Geltung. Und wo die Menschenrechte geachtet werden, herrscht Frieden!“

Zwischen den Reden spielte die Gartenberger Bunkerblasmusik aus Geretsried unter der Leitung von Roland Hammerschmied auf. Bundesvüarstäiha Volker Jobst hieß die „20 jungen und jung gebliebenen Vollblutmusiker“ herzlich willkommen. Die Blaskapelle brachte unter anderem das Lied „Wir sind Kinder von der Eger“ dar, das eine ganze Reihe von Gästen auswendig mitsang.

Bundesvüarstäiha Volker Jobst begrüßte die Gäste des Egerlandtags und des Bundestreffens der Egerland-Jugend.
Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Bernd Fabritius, freute sich über das Bekenntnis der Egerländer zu ihrer Heimat.
Alexander Stegmaier, Bundesjugendführer der Egerland-Jugend.
Oberbürgermeister Oliver Weigel dankte den Egerländern für die intensive und gute Zusammenarbeit.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.