17.10.2021 - 13:23 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Amateurtheater Marktredwitz-Dörflas beendet Coronapause mit Toni-Lauerer-Abend

Mit einem Sketche-Abend kehrte das Amateurtheater Marktredwitz-Dörflas auf die Bühne zurück. Dabei verriet das Ensemble, was man eigentlich eh schon wusste: „Der Alltag is da Wahnsinn.“ Die Zuschauer genossen die Darbietungen.

von Werner RoblProfil

Das Wiedersehen mit den beliebten Laiendarstellern vom Amateurtheater Marktredwitz-Döflas war den Zuschauern ins Gesicht geschrieben. Nach der pandemiebedingten Zwangspause ist Jürgen Bauers Truppe auf die Bühne zurückgekehrt. Dazu wählte man für einen Toni-Lauerer-Abend die neue Marktredwitzer Kulturstätte namens MAKkultur.

Für das Publikum ausgerollt hatte man, um den besonderen Anlass besonders zu unterstreichen, einen langen roten Läufer. Der Veranstaltungsort mit großzügiger Galerie, auf der die Theaterband "Viertakter" in Aktion trat, trug dazu bei, dass die publikumsnahe Veranstaltung zu einem wahren Kleinkunst-Genuss wurde.

Den Abend moderierte Daniela Seidel. Nicht zuletzt auch wegen ihrer charmant liebenswürdigen Art, den Alltagswahnsinn humorvoll zu kommentieren, setzte die Mit-Regisseurin einen ganz persönlichen Glanzpunkt. Der Sketche-Abend war ein absolutes Muss für alle Toni Lauerer und Amateurtheater-Fans, deren Pflichtaufgabe es war, Schadenfreude und Humor zu zeigen.

Fachunkundige Oma

Den heiteren Kleinkunstabend vollständig abzubilden, würde wohl den Rahmen sprengen. Erwähnenswert wären eigentlich alle der inmitten der wenigen Requisiten und Möbel gezeigten Einakter, zu denen unter anderem auch ein spannender Formel-1-Nachmittag gehörte. Der aber wurde einem Enkel (Luca Mayer) von seiner nervigen, fachunkundigen und stets durstigen Oma (Martina Nachbar) in Grund und Boden geredet.

"Dümmster Mann Deutschlands"

An anderer Stelle leerte ein missverstandenes Telefonat zwischen einem Arzt (Alexander Grund) und einer Sprechstundenhilfe (Hanna Eichner) das Wartezimmer in Windeseile. Zweifellos ein Highlight, um ein weiteres Beispiel herauszupicken, war der Blick in eine "Fernsehshow", in der die Moderatorin (Hanna Eichner) den "dümmsten Mann Deutschlands" (Alexander Welsch) auf den Prüfstand stellte. Gerne ließ man sich später auch auf eine Gerichtsszene ein. Den "Streitfall Altmann" behandelten Thomas Meyer, Elke Schöffel, Harald Eichner, Michaela Grund und Martina Nachbar. Wenig zielführend war ein Kundengespräch über einen eigentlich ganz normalen Reparaturauftrag. Das Zwei-Personen-Stück, in dessen Fokus eine defekte Schreibmaschine rückte, übernahmen Luca Mayer in der Rolle als Servicemitarbeiter und Jürgen Bauer als Kunde. Rasch stellten die Zuschauer fest, dass die Begriffe Soft- und Hardware noch nicht allen geläufig sind.

Applaus und Zugabe

"Pack ma's, machen wir weiter", versprach Bettina Seidel nach der großen Pause eine Pannenserie. Neben den bereits erwähnten Darstellern glänzten darin Luisa Eichner, Matthias Kuhn, Carsten und Heinz Wölfel. Was auch immer beleuchtet und welches Fettnäpfchen von den professionell arbeitenden Darstellern erobert wurde - der Applaus war ihnen sicher. Auf die Forderung nach einer Zugabe habe man schon gewartet, meinte Bettina Seidel, bevor sie eine Austauschschülerin und ihren, der englischen Sprache aber nur sehr bedingt mächtigen Gesprächspartner vorstellte.

Egal ob Profi- oder Laienbühne: Texthänger gehören einfach dazu. Wer gut aufpasste, bemerkte manchmal auch die eine oder andere (unfreiwillige) Sprechpause. Diese reparierte das Souffleusen-Duo Simone Meier und Katrin Fischer sofort. Einen wichtigen Beitrag zum Erfolg des Kleinkunstabends leisteten auch die fleißigen Bühnenbauer, die theatereigene Cateringtruppe und die Musiker: Alexander Gleißner, Roland Kopp, Winfried Weiß und Harald Fleck.

Eingebunden in den Kleinkunstabend waren noch die Ehrungen dreier Theaterleute. Für 25 Jahre Treue zum Amateurtheater Marktredwitz-Dörflas wurde der Chef des Bühnenbaus, Michael Eckstein, ausgezeichnet. Anlass für eine Würdigung durch den Verband Bayerischer Amateurtheater sowie durch Theaterchef Jürgen Bauer waren auch Heinz Wölfels und Harald Eichners jeweils 30-jährige Bühnenjubiläen.

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