16.11.2020 - 11:41 Uhr
MantelOberpfalz

Verunreinigtes Wasser in Mantel und Weiherhammer: Abkochen der beste Schutz

Trotz größter Sorgfalt kann es passieren, dass Verunreinigungen in Wasserleitungen auftauchen. Die Manteler und Weiherhammerer Bürger müssen zurzeit ihr Trinkwasser abkochen. Das Gesundheitsamt sagt warum.

Das Trinkwasser aus der Leitung muss in den Gemeinden Mantel und Weiherhammer abgekocht werden.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Die Suche nach der Ursache für die Verunreinigung in der Wasserversorgung von Mantel und Weiherhammer läuft auf Hochtouren. Seit Freitag ist eine Spezialfirma aus München dabei, die Kammern des Hochbehälters und die Leitungen zu reinigen. So lange nicht geklärt ist, woher die Darmbakterien kommen, rät Dr. Thomas Holtmeier, Leiter des Gesundheitsamtes Weiden-Neustadt am Landratsamt in Neustadt dringend, das Wasser abzukochen.

ONETZ: Enterokokken im Trinkwasser - ist das ein schwerer Befund?

Dr. Thomas Holtmeier: Enterokokken (sie zählen zu den Milchsäurebakterien und siedeln im Darm von Mensch und Tier, Anm. d. Red.) zeigen die Möglichkeit an, dass sich im Wasser Durchfallerreger befinden. Selbst bei geringen Konzentrationen im Trinkwasser wird aus Vorsorgegründen ein Abkochgebot ausgesprochen.

ONETZ: Wie häufig kommen sie als Ursache vor?

Dr. Thomas Holtmeier: Enterokokken gehören zum Routineumfang von Trinkwasseruntersuchungen und werden immer wieder mal nachgewiesen. Ihre Aussagekraft ist vergleichbar mit den sogenanmnten E. coli-Bakterien, die ebenfalls regelmäßig mit untersucht werden.

ONETZ: Auf welchem Weg können sie ins Trinkwasser gelangen?

Dr. Thomas Holtmeier: Keime können prinzipiell an allen Stellen von der Wassergewinnung bis zum Wasserhahn des Verbrauchers eingetragen werden. Eintragspfade sind beispielsweise verunreinigtes Grundwasser, Undichtigkeiten im Hochbehälter oder in Leitungen, oder verunreinigte Bauteile, die mit dem Wasser in Kontakt kommen.

ONETZ: Kann man als Laie die Verunreinigung erkennen, zum Beispiel riechen?

Dr. Thomas Holtmeier: Die Nachweissysteme für mikrobiologische Veränderungen sind sehr empfindlich und zeigen Verunreigungen bereits bei sehr geringen Konzentrationen an, lange bevor diese im Wasser zu Geruchs- oder Geschmacksveränderungen führen.

ONETZ: Welche Krankheitssymptome können auftreten, wenn man das verunreinigte Wasser trinkt?

Dr. Thomas Holtmeier: Möglich sind Magen-Darm-Beschwerden, also Bauchweh, Erbrechen und Durchfall.

ONETZ: Was sollten die betroffenen Anwohner tun?

Dr. Thomas Holtmeier: Dem Abkochgebot zu folgen! Das bedeutet, das Wasser abzukochen und dann abkühlen zu lassen. Es geht dabei vor allem um Wasser, das getrunken oder zur Zubereitung von Speisen verwendet werden soll.

ONETZ: Hilft es, wenn die Gemeinde die Wasserleitungen zum Beispiel mit Chlor spült?

Dr. Thomas Holtmeier: Eine Chlorung stellt eine Maßnahme dar, die grundsätzlich in Betracht zu ziehen ist. Allerdings kann es durch die Chlorung zu unerwünschten Effekten im Verteilungsnetz kommen. Vorrang hat deshalb die Suche von Ursachen und deren Beseitigung.

Abkochgebot für Wasser kann Wochen dauern

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